05/20/2026 | Press release | Distributed by Public on 05/20/2026 02:22
[Offenbach am Main, 20. Mai 2026] Rund 300 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung trafen sich am 19. Mai 2026 in der Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach am Main zum diesjährigen IHK-Jahresempfang unter dem Motto "WissensWerte". Gastrednerin Prof. Dr. Isabell Welpe, Inhaberin des Lehrstuhls für Strategie und Organisation an der TU München, reflektierte in ihrem Vortrag den Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf Produktivität, Beschäftigung, Daten, Menschen und Unternehmensführung. Vertreter von drei Unternehmen aus dem Kreis Offenbach stellten vor, wie sich die Kollaboration zwischen Mensch und KI bei ihnen gestaltet.
Wissen als entscheidender Wettbewerbsfaktor
IHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller betonte in ihrer Begrüßungsansprache, dass Wissen schon immer ein entscheidender Wettbewerbsfaktor für Unternehmen gewesen sei. KI eröffne enorme Chancen, aber um effiziente Unterstützung zu bieten, müssten Unternehmen ihr Wissen entsprechend strukturieren und nutzbar machen. "Oft fehlen Zeit, Ressourcen oder das notwendige Know-how, um Datenmengen, Prozesse und Erfahrungswissen systematisch aufzubereiten. Genau darin liegt eine der großen strategischen Hausaufgaben - für Unternehmen, aber auch für Staat, Verwaltung und Wissenschaft: Wissen so zu strukturieren und Daten so aufzubereiten, dass Technologie daraus Mehrwert schaffen kann", so Schoder-Steinmüller. Sie wies darauf hin, dass hierfür nicht zuletzt auch rechtliche Rahmenbedingungen erforderlich seien, die ein pragmatisches und effektives Arbeiten mit Daten möglich machen.
Künstliche Intelligenz verändert Führung, Arbeit und Zusammenarbeit grundlegend
Prof. Dr. Isabell Welpe hob in ihrem Vortrag "Daten und Denker - was im KI-Zeitalter wirklich zählt" hervor, dass Künstliche Intelligenz Führung, Arbeit und Zusammenarbeit grundlegend verändert. "Nicht, weil sie Menschen ersetzt, sondern weil sie die Anforderungen an das Urteilsvermögen, an die richtigen Fragen und an die Bewertung neuer Ideen erhöht. Einzelne Tätigkeiten werden verschwinden, viele werden sich wandeln, und es entstehen neue Berufsfelder - wie bei jedem technologischen Umbruch. Die eigentliche Herausforderung liegt weniger in der Technologie selbst als in der Frage, ob Unternehmen ihre Daten, ihr Wissen und ihre Organisation so aufstellen, dass KI produktiv wirken kann."
Unternehmensperspektiven
Drei Unternehmen präsentierten Beispiele dafür, wie bei ihnen Wissen Werte schafft.
Lars Hagenlocher, Geschäftsführer der Videor E. Hartig GmbH aus Rödermark, betonte, dass das entscheidende Wissen für gute Arbeit und Zusammenarbeit nicht nur technischen Innovationen oder Künstlicher Intelligenz entstamme. "Das Wissen um die Arbeitsrealität von Kolleginnen und Kollegen sowie um die Aufgaben und Abläufe in anderen Abteilungen ist von immenser Bedeutung dafür, dass an Schnittstellen alles reibungslos abläuft und erfolgreich gearbeitet werden kann", sagte Hagenlocher. Von vielleicht noch größerer Bedeutung sei aber das Wissen um sich selbst, die eigenen Verhaltensmuster, Stärken und Herausforderungen. "In Unternehmen braucht es Formate, um genau das zu fördern: abteilungsübergreifenden Austausch und die Auseinandersetzung mit sich selbst."
Dr. Amran Khalid, Investor und Partner der datamotion AI GmbH aus Obertshausen, stellte vor, wie KI das Wissensmanagement in Unternehmen unterstützen kann, die vor einem Generationenwechsel stehen. "Der Generationenwechsel ist kein Personalthema, sondern ein Verlust von Erfahrungswissen. Unternehmen, die dieses Wissen nicht systematisch sichern und nutzbar machen, verlieren ihre Fähigkeit, fundierte Entscheidungen zu treffen - unabhängig davon, wie viel KI sie einsetzen."
Gawthem Mahendran aus dem Bereich Forschung und Product Development Digital der Boeing Deutschland GmbH in Neu-Isenburg stellte vor, wie Flugzeugkabinen heute intelligent gestaltet werden - Design von Menschen für Menschen im Hightech-Umfeld. Boeing nutzt KI und modernste Technologie, um sowohl den Passagieren als auch der Bordbesatzung ein angenehmes und sicheres Flugerlebnis zu bieten. Als Beispiel dafür präsentierte Mahendran den Gästen eine 3-D-Kabinenkarte, die sehbehinderten Menschen die Orientierung erleichtern soll.