Federal Ministry of Research, Technology and Space of Germany

10/16/2026 | Press release | Distributed by Public on 10/16/2026 04:42

Bär: „Mit der Nationalen Plattform für Forschungssicherheit bringen wir Forschung und Sicherheitsbehörden zusammen.“

Am heutigen Freitag, den 16. Oktober 2026, ist die Hochlaufphase der Nationalen Plattform für Forschungssicherheit mit der konstituierenden Sitzung des Lenkungsgremiums gestartet. Die Nationale Plattform für Forschungssicherheit soll künftig die Zusammenarbeit zwischen staatlichen und wissenschaftlichen Akteuren im Bereich der Forschungssicherheit koordinieren, über Risiken informieren und die Wissenschaftseinrichtungen, auch in Einzelfällen, zu Schutzmaßnahmen beraten. Darüber hinaus wird die Nationale Plattform für Forschungssicherheit eine fortlaufende nationale Risikoanalyse im Bereich Forschungssicherheit vornehmen.

Dazu erklärt die Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt Dorothee Bär:

"Auch Forschung gerät immer mehr in den Fokus rivalisierender Staaten - die Zeitenwende ist auch in der Wissenschaft angekommen. Wir dürfen nicht naiv sein und müssen sicherstellen, dass unsere Innovationen nicht in die falschen Hände geraten. Gleichzeitig ist die im Grundgesetz verankerte Wissenschaftsfreiheit unabdingbare Prämisse unseres Forschungsstandorts. Diese Freiheit geht mit Verantwortung einher. Mit der Nationalen Plattform für Forschungssicherheit bringen wir Forschung und Sicherheitsbehörden zusammen. Sie wird die Forschung bei der Risikoanalyse und -bewertung unterstützen und als Wegweiser dienen."

Dazu erklärt der Präsident der Wissenschaftsministerkonferenz, Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume:

"Forschungssicherheit bedeutet zuvorderst die Wahrung deutscher Interessen. Um in der Welt von morgen souverän zu sein, müssen wir Angriffe strukturell abwehren und dabei gleichzeitig Kooperationen ohne Naivität ermöglichen - und forcieren. Die Leitplanke ist klar: So viel Offenheit wie möglich, so viel Schutz wie nötig. Wir wollen keine Mauern bauen, sondern Brücken mit Geländern. Wir brauchen dringend Bewusstseinsbildung und Beurteilungskompetenz bei allen Fragen der Forschungssicherheit, damit wir umso überzeugter mit anderen kooperieren können. Dafür ist die Nationale Plattform zentral. Mit ihr übernehmen Bund, Länder und Wissenschaftsorganisationen gemeinsam Verantwortung. Wir schaffen eine neue nationale Struktur, die Orientierung gibt und gemeinsame Standards setzt. Sie unterstützt Forschungseinrichtungen ebenso wie einzelne Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dabei, Risiken fundiert einzuschätzen und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen.
Denn unser Ziel ist klar: Wir schützen die Freiheit der Wissenschaft und stärken zugleich ihre Handlungsfähigkeit. Wir schützen Forschung vor allem, indem wir sie widerstandsfähig machen, nicht, indem wir sie abschotten."

Dazu erklärt der Sprecher der Allianz der Wissenschaftsorganisationen und Präsident der Hochschulrektorenkonferenz Prof. Walther Rosenthal:

"Wissenschaft ist ohne internationalen Austausch und ohne grenzüberschreitende Kooperation nicht vorstellbar. Zugleich müssen wir nüchtern die Risiken einer solchen Zusammenarbeit in den Blick nehmen. Die Nationale Plattform für Forschungssicherheit analysiert spezifische Herausforderungen. Und sie wird der gemeinschaftlichen Verantwortung von Bund, Ländern und Wissenschaft gerecht. Daher ist sie ein großer Gewinn. Sie zeichnet sich insbesondere durch die systematische Einbeziehung der Sicherheitsbehörden aus und dient als Forum der vertraulichen Meinungsbildung aller beteiligten Akteure. Komplementär zu den bereits bestehenden Angeboten deckt sie über die beim Wissenschaftsrat angesiedelte Servicestelle die Orientierungsbedarfe des Wissenschaftssystems ab."

Dazu erklärt der Vorsitzende des Wissenschaftsrats Prof. Dr. Wolfgang Wick:

"Der heutige Start der Nationalen Plattform für Forschungssicherheit ist ein wichtiger Schritt, der unseren Empfehlungen als Wissenschaftsrat folgt. In einer von systemischen Rivalitäten, geopolitischen Spannungen und hartem Wissenswettbewerb geprägten Welt braucht die Wissenschaft verlässliche Strukturen, um Risiken frühzeitig zu erkennen - ohne dabei die Offenheit und Freiheit zu opfern oder Chancen auf exzellente Wissenschaft zu vergeben. Die Plattform als Ort für einen Austausch auf Augenhöhe aller Akteure schafft genau das: eine gemeinsame Grundlage für Wissenschaft und Politik, um fundiert und klug zu handeln. Als Träger der Servicestelle wird sich der WR nun dafür einsetzen, dass wir dieses Instrument mit Leben füllen."

Hintergrund

Die Servicestelle der Nationalen Plattform für Forschungssicherheit wird vom Wissenschaftsrat umgesetzt und räumlich beim Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) angesiedelt. Die Finanzierung wird durch das BMFTR getragen.

Deutschland und Europa stehen einer zunehmend komplexen und dynamischen Weltlage gegenüber. Sie ist geprägt von einer akuten Bedrohungslage sowie systemischen Rivalitäten mit Staaten wie Russland und China. Die regelbasierte internationale Ordnung wird von vielen Seiten angegriffen. Nationale Interessen und Machtpolitik werden zu einem dominanten Faktor. Dies stellt Deutschland und Europa vor große Herausforderungen, von denen auch Wissenschaft und Forschung stark betroffen sind.

Um die Offenheit des Wissenschaftssystems zu bewahren sowie Forschungsaktivitäten, -kooperationen und -infrastrukturen besser gegen Risiken abzusichern, muss die Forschungs- und Wissenssicherheit systematisch gestärkt werden. Dafür ist ein ganzheitlicher wie gesamtstaatlicher Ansatz erforderlich: Alle Akteure auf sämtlichen Ebenen müssen Verantwortung für ein integres und sicheres Wissenschaftssystem im Rahmen der jeweiligen Zuständigkeiten und geltenden Rechtsnormen gestuft wahrnehmen. Dabei sind Wissenschaftsfreiheit und Forschungssicherheit kein Gegensatz, sondern bedingen einander.

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt hatte sich am 18. Dezember 2025 mit den Wissenschaftsministerien der Länder und den Allianzorganisationen auf die Eckpunkte zur Stärkung der Forschungssicherheit und zum Aufbau einer Nationalen Plattform für Forschungssicherheit verständigt. Im ersten Quartal 2027 soll sie ihre Einsatzfähigkeit erreichen.

Weitere Informationen

Eckpunkte zur Stärkung der Forschungssicherheit und zum Aufbau einer Nationalen Plattform für Forschungssicherheit

Federal Ministry of Research, Technology and Space of Germany published this content on October 16, 2026, and is solely responsible for the information contained herein. Distributed via Public Technologies (PUBT), unedited and unaltered, on October 16, 2026 at 10:42 UTC. If you believe the information included in the content is inaccurate or outdated and requires editing or removal, please contact us at [email protected]