07/03/2026 | Press release | Distributed by Public on 07/03/2026 05:24
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) wollen gemeinsam mit Wirtschaft und Wissenschaft bis zum Jahr 2030 datengetriebene und KI-basierte Anwendungen als Standard in der deutschen Industrie etablieren, um Wettbewerbsfähigkeit sowie technologische und digitale Souveränität zu stärken. Dazu trafen sich hochrangige Vertreter der beiden Ministerien mit führenden Repräsentanten von sechzehn Industrieunternehmen, der Fraunhofer Gesellschaft und Verbänden in Berlin zur Kick-Off-Sitzung zur Neuaufstellung der Plattform Industrie 4.0 statt. Die Plattform wird damit zum zentralen Strategie- und Umsetzungsnetzwerk für industrielle KI in Deutschland ausgebaut.
Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt:
"Mit der Hightech Agenda Deutschland haben wir uns als Land eine ambitionierte Aufgabe gestellt. Und industrielle KI steht dabei ganz vorn: Sie hebt Produktivität, schafft neue Geschäftsmodelle und stärkt unsere Innovationsökosysteme. Unsere Industrie verfügt über einen einzigartigen Datenschatz, unsere Forschungseinrichtungen, unsere Technologiekompetenz und unsere innovativen Unternehmen sind exzellent. Entscheidend ist jetzt, dass wir industrielle KI als Schlüsseltechnologie nicht nur weiterentwickeln, sondern konsequent für die Breite der Wirtschaft nutzbar machen. Damit das gelingt, richten wir die Plattform Industrie 4.0 klar auf industrielle KI aus. Unser Dank gilt allen Akteuren, die sich für Deutschland als einen starken Technologiestandort engagieren."
Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie:
"Künstliche Intelligenz ist für unsere Industrie keine Option - sondern eine Voraussetzung für langfristige Wettbewerbsfähigkeit. Deutschland sitzt auf einem riesigen industriellen Datenschatz, der besser genutzt werden muss, damit KI zum Wettbewerbsvorteil für die Industrie wird. Unsere größte Chance liegt darin, dieses Datenpotenzial unserer Industrie mit ihrem einzigartigen Know-how zu verbinden. Unser Anspruch ist klar: Wir wollen ein souveränes KI-Ökosystem in Deutschland und Europa schaffen. Dafür braucht es jetzt Mut, Tempo und entschlossenes Handeln. Die Neuausrichtung der Plattform Industrie 4.0 auf die Industrielle KI ist da nur konsequent."
Die Plattform Industrie 4.0 ist eine dynamische Community von über 300 in Deutschland ansässigen Unternehmen und Organisationen aus Verbänden, Politik und Wissenschaft mit dem Ziel, die digitale Transformation zu gestalten. Industrielle KI über die Ebenen Infrastruktur, Daten, KI-Basismodelle und KI-Anwendungen bildet künftig das zentrale Leitbild der Plattform Industrie 4.0. Im Zentrum stehen konkrete Anwendungsszenarien mit klarem Nutzen. Technologische Entwicklungen sollen schnell messbaren Mehrwert liefern und die digitale Transformation der Industrie pragmatisch und ergebnisorientiert vorantreiben. Die Aktivitäten sollen auf offenen, interoperablen Ansätzen und konsequenter Nutzung von Open-Source-Technologien ausgerichtet werden. Ziel ist es, alle technologischen Ebenen von der digitalen Infrastruktur über Daten bis hin zu KI-Basismodellen und den KI-Anwendungen abzudecken. Damit dies gelingen kann, wird das Netzwerk um neue Unternehmen und Branchen, Startups und andere Stakeholder erweitert. Rainer Brehm (COO Automation und CTO, Siemens Digital Industries) und Dr.-Ing. Stephan Mayer (CEO Trumpf Machine Tools) übernehmen für die Industrie ab sofort gemeinsam die Leitung der Plattform Industrie 4.0. Sie folgen auf den bisherigen Vorsitzenden des Lenkungskreises, Henrik Schunk (Vorsitzender des Verwaltungsrates, Schunk SE + Co KG).
Die Plattform Industrie 4.0 hat sich als Impulsgeber und Katalysator für die Zukunft der Industrie bewährt. Zu den zentralen Ergebnissen der Plattform Industrie 4.0 zählen die Entwicklung des Konzepts zur Verwaltungsschale (Asset Administration Shell), auf dessen Basis der Aufbau kooperativ betriebener Datenökosysteme wie Catena-X und Manufacturing-X ermöglicht wurde, sowie der Aufbau wichtiger internationaler Kooperationen mit u. a. Frankreich, den USA, Japan und Korea.
Die Aktivitäten der Plattform werden mit der Hightech Agenda Deutschland und deren Roadmap KI als Strategie der Bundesregierung und mit der Industrie-Initiative "Made for Germany" verzahnt. Sie orientieren sich auch an den Empfehlungen der Expertenkommission Wettbewerb und KI und werden vom Forschungsbeirat der Plattform Industrie 4.0 eng begleitet. Ebenso wird die Plattform Industrie 4.0 künftig mit der Plattform Lernende Systeme zusammenarbeiten.