10/14/2026 | Press release | Distributed by Public on 10/14/2026 05:27
Berlin, 14. Oktober 2026 - Wie lassen sich Kinder in der digitalen Welt besser schützen? Die Bundesregierung will Social Media für unter 13-Jährige vorerst durch nationale Regeln verbieten und zugleich die Medienkompetenz von Kindern stärken. Dazu gehört unter anderem die Einführung eines sogenannten "KI-Seepferdchens" für Grundschulkinder. 79 Prozent der Menschen in Deutschland halten einen solchen Kompetenznachweis für sinnvoll. 27 Prozent sogar sehr sinnvoll, weitere 53 Prozent eher sinnvoll. Das zeigt eine repräsentative Befragung unter 1.006 Menschen in Deutschland ab 16 Jahren, die zwischen dem 5. und 9. Oktober im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt wurde. 18 Prozent halten ein KI-Seepferdchen für Kinder für eher oder sehr unnötig.
"Wir begrüßen, dass die Bundesregierung konkrete Vorschläge für Schutz und Befähigung von Kindern im digitalen Raum vorgelegt hat. Das KI-Seepferdchen kann einen wichtigen Grundstein legen, damit Kinder Chancen von KI sehen, aber auch KI-generierte Inhalte kritisch hinterfragen können. Beim pauschalen Social-Media-Verbot unter 13 Jahren schießt die Regierung aber über das Ziel hinaus", sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Aus Bitkom-Sicht unterscheiden sich die Risiken digitaler Angebote zum Teil erheblich. "Deshalb brauchen wir einen Jugendschutz, der sich an den tatsächlichen Gefahren orientiert und den unterschiedlichen Entwicklungsständen von Kindern und Jugendlichen gerecht wird, statt allein auf starre Altersgrenzen zu setzen", betont Rohleder.
Ein Zusammenspiel aus wirksamen Schutzmaßnahmen auf den Plattformen und der gezielten Förderung von Medienkompetenz seien entscheidend. Dazu gehören altersgerechte Angebote und die Durchsetzung bestehender Schutzvorgaben ebenso wie die Fähigkeit, digitale Medien sicher, kritisch und selbstbestimmt zu nutzen. Aus Bitkom-Sicht braucht es daher zeitnah einen Aktionsplan von Bund- und Ländern, um Medien- und Digitalkompetenz flächendeckend in den schulischen Lehrplänen zu verankern. Rohleder: "Wirksamer Jugendschutz bedeutet nicht nur, Risiken zu begrenzen, sondern Kinder auch zu befähigen, sich sicher und selbstbestimmt in der digitalen Welt zu bewegen."