04/28/2026 | Press release | Distributed by Public on 04/28/2026 10:38
Bei der Blue Night des Verbands Deutscher Reeder (VDR) in Emden haben sich heute rund 200 Vertreter aus Politik, NATO und maritimer Wirtschaft über die sicherheitspolitische Bedeutung freier und sicherer Seewege sowie einer resilienten Handelsschifffahrt ausgetauscht. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Deutschlands Versorgung und wirtschaftliche Stabilität unter zunehmend angespannten geopolitischen Bedingungen gesichert werden können. Durch den Abend führte Michael Bröcker, Chefredakteur von Table.Briefings.
"Deutschland ist seit jeher ein maritimes Land, versteht sich aber noch immer nicht ausreichend als solches - das muss sich ändern. Denn Seeschifffahrt ist zentral für die nationale Sicherheit, weil sie die Grundlage für wirtschaftliche Stabilität und Versorgungssicherheit bildet", betonte Gaby Bornheim, Präsidentin des VDR. "Handelsschifffahrt und Sicherheit müssen heute noch enger zusammengedacht werden."
General Ingo Gerhartz, Befehlshaber des Joint Force Command Brunssum, des Regionalkommandos der NATO für Mitteleuropa, unterstrich die strategische Dimension: "Freie Seewege sind das Rückgrat unserer militärischen Handlungsfähigkeit in Europa. Die Sicherung der maritimen Versorgungsrouten im Bündnisgebiet ist daher ein zentraler Pfeiler unserer kollektiven Verteidigung."
Christoph Ploß, MdB, Koordinator der Bundesregierung für Maritime Wirtschaft und Tourismus, erklärte: "Deutschlands Versorgung, Exportkraft und Sicherheit hängen maßgeblich von der Schifffahrt ab. Wir brauchen starke Reedereien und freie Seewege, um wettbewerbsfähig und im Krisenfall resilient zu sein. Dazu gehören auch leistungsfähige Werften und Häfen. Die Bundesregierung stärkt daher die gesamte maritime Branche: mit einem 400-Millionen-Euro-Programm für Schifffahrt und Häfen, dem Großbürgschaftsprogramm für Werften und der Ausweitung der Tonnagesteuer."
"Über die Schifffahrt laufen nicht nur Handelsströme, sondern im Krisenfall auch militärische Transporte und humanitäre Hilfslieferungen. Deshalb müssen wir frühzeitig Maßnahmen ergreifen, um maritime Infrastruktur und Transportkapazitäten gezielt zu stärken - als Teil einer vorausschauenden Wirtschafts- und Sicherheitspolitik", unterstrich Martin Kröger, Hauptgeschäftsführer des VDR, die Schlüsselrolle der Schifffahrt.
Im Krisenfall werden rund 90 Prozent der militärischen Ausrüstung und Hilfsgüter über den Seeweg transportiert, überwiegend mit zivilen Schiffen. Auch im Normalbetrieb laufen mehr als zwei Drittel des deutschen Außenhandels über den Seeweg. Entsprechend zentral ist ein freier und sicherer Seetransport für Deutschland, dessen Wohlstand maßgeblich auf funktionierenden Import- und Exportströmen beruht.
Das Treffen fand am Vorabend der Nationalen Maritimen Konferenz der Bundesregierung statt, auf der Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Sicherheitsarchitektur die strategische Ausrichtung der deutschen maritimen Politik beraten.
Über den Verband Deutscher Reeder
Der Verband Deutscher Reeder (VDR) vertritt die gemeinsamen wirtschafts- und sozialpolitischen Interessen der deutschen Reedereien auf der Ebene des Bundes und der Länder sowie gegenüber europäischen und internationalen Instanzen. Der VDR wurde 1907 gegründet und hat sich 1994 mit dem Verband der Deutschen Küstenschiffseigner zusammengeschlossen. Mit rund 200 Mitgliedern vertritt der VDR den größten Teil der deutschen Handelsflotte. Mehr Informationen unter www.reederverband.de.
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Fotos von Dr. Gaby Bornheim und Dr. Martin Kröger