WHO - World Health Organization Regional Office for Europe

02/11/2026 | Press release | Distributed by Public on 02/11/2026 02:07

Zahl der Masernfälle in Europa und Zentralasien 2025 im Vergleich zum Vorjahr rückläufig, aber Gefahr von Ausbrüchen bleibt bestehen – UNICEF und WHO

Kopenhagen/Genf, 11. Februar 2026

- Die Zahl der Masernfälle in Europa und Zentralasien ist 2025 im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen; dies geht aus den vorläufigen Daten hervor, die von 53 Ländern in der Europäischen Region der WHO gemeldet wurden. Doch die Gefahr von Ausbrüchen bleibt bestehen, lautet die Warnung des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF) und der WHO.

Die Länder Europas und Zentralasiens meldeten im Jahr 2025 insgesamt 33 998 Masernfälle - ein Rückgang um fast 75 % gegenüber 127 412 Fällen im Jahr 2024. Der insgesamt rückläufige Trend bei den Fallzahlen spiegelt sowohl die Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbrüche als auch den allmählichen Rückgang der Zahl der Menschen wider, die infolge einer Ausbreitung des Virus auf unzureichend geimpfte Gruppen für eine Maserninfektion anfällig sind.

Viele Fälle hätten verhindert werden können, wenn auf kommunaler Ebene mehr Routineimpfungen durchgeführt worden wären und auf Ausbrüche rechtzeitig reagiert worden wäre.

"Auch wenn die Fallzahlen rückläufig sind, so bestehen doch die Bedingungen, die in den letzten Jahren zum Wiederauftreten dieser tödlichen Krankheit geführt haben, weiter und müssen beseitigt werden. Solange nicht alle Kinder geimpft sind und die durch die Verbreitung von Falschinformationen geschürte Skepsis nicht beseitigt ist, tragen Kinder bei einer Infektion mit Masern und anderen impfpräventablen Krankheiten weiterhin das Risiko eines schweren oder gar tödlichen Verlaufs", erklärte die UNICEF-Regionaldirektorin für Europa und Zentralasien, Regina De Dominicis.

Die Fallzahlen im Jahr 2025 übersteigen immer noch die der meisten Jahre seit 2000, und einige Länder meldeten 2025 sogar mehr Fälle als für 2024. Auch 2026 werden in der Europäischen Region weiterhin Masernfälle entdeckt.

"Die Zahl der Masernfälle ist im vergangenen Jahr um fast 75 % zurückgegangen, aber das Ausbruchsrisiko bleibt bestehen. In den letzten drei Jahren sind in unserer Region über 200 000 Menschen an Masern erkrankt. Solange nicht jede Gemeinschaft eine Durchimpfung von 95 % erreicht, Impflücken in allen Altersgruppen geschlossen, die Krankheitsüberwachung verstärkt und eine rechtzeitige Reaktion auf Ausbrüche sichergestellt hat, wird sich dieses hochansteckende Virus weiter ausbreiten. In der heutigen Zeit, in der Fake News allgegenwärtig sind, ist es außerdem wichtig, dass die Menschen sich auf überprüfte Gesundheitsinformationen aus zuverlässigen Quellen wie der WHO, dem UNICEF und den nationalen Gesundheitsbehörden verlassen. Die Eliminierung der Masern ist für die nationale und regionsweite Gesundheitssicherheit unverzichtbar", sagte der WHO-Regionaldirektor für Europa, Dr. Hans Henri P. Kluge.

Auf der Grundlage der Länderberichte für das Jahr 2024 kam die Verifizierungskommission der Europäischen Region für die Eliminierung der Masern und Röteln auf ihrer Tagung im September 2025 zu dem Schluss, dass die Zahl der Länder, in denen die Masernübertragung weiterhin oder wieder endemisch ist, sich von 12 im Vorjahr auf 19 erhöht hat. Dies ist der größte Rückschlag bei der Eliminierung der Masern für die Europäische Region in den letzten Jahren.

Die Vorbereitung auf und die Bekämpfung von Ausbrüchen sowie die Eliminierung der Masern bleiben in ganz Europa und Zentralasien eine vorrangige Aufgabe im Bereich der öffentlichen Gesundheit. Das UNICEF und die WHO arbeiten zusammen mit Regierungen und mit Unterstützung von Partnern wie Gavi, die Impfallianz, und der Europäischen Union darauf hin, Masernausbrüche zu verhindern bzw. zu bekämpfen, indem sie die Bevölkerung einbeziehen, Gesundheitspersonal schulen, Impfprogramme und Krankheitsüberwachungssysteme stärken und Nachholkampagnen zur Masernimpfung starten.

Die Masern gehören zu den für den Menschen ansteckendsten Viren. Für jede Person, die an Masern erkrankt ist, werden bis zu 18 weitere ungeimpfte Personen infiziert. Damit sind Masern etwa zwölfmal ansteckender als die Grippe. Neben Krankenhausaufenthalten und Todesfällen können die Masern auch verheerende langfristige gesundheitliche Komplikationen verursachen. Sie können auch das Immunsystem schädigen, indem sie sein Gedächtnis für die Bekämpfung von Infektionen monate- oder gar jahrelang "auslöschen", sodass die Überlebenden anfällig für andere Krankheiten und frühzeitigen Tod werden.

Zwei Dosen des Impfstoffs bieten lebenslang einen bis zu 97-prozentigen Schutz vor Masern. Um Masernausbrüche zu verhindern und eine Herdenimmunität zu erreichen, die Säuglinge, die zu jung für eine Masernimpfung sind, und andere Personen, für die eine Impfung aus medizinischen Gründen nicht empfohlen wird (z. B. Personen mit geschwächtem Immunsystem), schützt, ist jedes Jahr eine Durchimpfung von 95 % mit zwei Dosen Masernimpfstoff in jeder Kommune erforderlich.

WHO - World Health Organization Regional Office for Europe published this content on February 11, 2026, and is solely responsible for the information contained herein. Distributed via Public Technologies (PUBT), unedited and unaltered, on February 11, 2026 at 08:07 UTC. If you believe the information included in the content is inaccurate or outdated and requires editing or removal, please contact us at [email protected]