Johannes Kepler Universität Linz

03/10/2026 | Press release | Distributed by Public on 03/10/2026 02:50

Neuer Lehrstuhl für Medizinische Systembiologie an der Medizinischen Fakultät der JKU

Iris K. Gratz hat mit 1. März 2026 den Lehrstuhl für Medizinische Systembiologie an der Medizinischen Fakultät der JKU übernommen.

Iris Gratz; Credit: Simon Haigermoster

Sie stellt die Erforschung von entzündlichen Erkrankungen ins Zentrum. Gratz war zuvor am Department für Biowissenschaften und Medizinische Biologie an der Universität Salzburg tätig.

Als Verbindungsfach vernetzt die Medizinische Systembiologie Methoden der Medizin, der Biologie, der Mathematik, der Technik, der Systemwissenschaften und der Informatik und soll eine Antwort auf die Komplexität der Datenlage geben. Diese Vernetzung von Fachgebieten trägt dazu bei, neue medizinische Forschungsbereiche zu eröffnen und fördert neue Erkenntnisse für die Grundlagenforschung und für die Behandlung von Patient*innen. So werden zum Beispiel Genetik, Epigenetik, RNA-Profile, Proteine, Stoffwechsel und klinische Patient*innendaten kombiniert. Die Kombination vieler Datentypen erlaubt ein vollständigeres Bild von Krankheiten, als das historisch der Fall war. Der Ansatz ist translational gedacht - bewegt sich also von der Grundlagenforschung bis zur klinischen Anwendung und forciert darüber hinaus die Personalisierte Medizin.

Forschung: Entzündliche Krankheiten besser verstehen
Die Immunologin Iris Gratz möchte ihren Fokus auf die Erforschung von (chronischen) entzündlichen Erkrankungen richten. (Chronische) Entzündungen spielen eine Rolle in der Entstehung bzw. im Verlauf von vielen komplexen Erkrankungen wie z.B. Krebs, Autoimmunerkrankungen oder auch Stoffwechselerkrankungen. "Mit unseren Forschungsprojekten versuchen wir, die Mechanismen dieser Erkrankungen zu verstehen. In unserem Ansatz studieren wir komplexe molekulare und zelluläre Kommunikation zwischen Zellen und Organen - inklusive des Immunsystems - statt der isolierten Einzelteile", erklärt Gratz. Ziel ist, aus der Komplexität einzelne Entzündungsfaktoren oder Zelltypen als potenzielle therapeutische Ansatzpunkte zu identifizieren.
Die profilierte Immunologin bringt bereits einige kollaborative Forschungs-Projekte und Konsortialprojekte mit. So leitet sie den FWF-geförderten Spezialforschungsbereich (SFB) EpiFlaMe, der am 1. März 2026 gestartet ist. Ziel des Spezialforschungsbereichs "EpiFlaMe" ist es, die Grundlage für zukünftige Therapien zu schaffen, um chronisch-entzündliche Erkrankungen zu behandeln und die Tumorbildung organspezifisch zu hemmen.
In der Zukunft möchte Univ.-Prof.inGratz gemeinsam mit Partner*innen an der JKU Forschungsprojekte im Kontext von Entzündungs- und Tumorbiologie durchführen, bei denen die Methoden der Systembiologie zum Einsatz kommen können.

Lehre: Einsatz von Methoden und vernetztes Denken
Iris Gratz möchte den Studierenden den sinnvollen Einsatz von Methoden der Systembiologie in der Medizin zur Erforschung von - teils seltenen - entzündlichen Erkrankungen näherbringen. Dabei wird sie einen speziellen Schwerpunkt auf die Immunologie legen.
Die Medizinische Systembiologie ermöglicht viele Interaktionen mit verschiedenen Forschungsrichtungen. Das neue Institut soll vernetzt arbeiten und als Hub für Interaktionen dienen - und damit auch eine Plattform für zukünftige Konsortialprojekte bieten.
Neben der wissenschaftlichen Ausrichtung soll das Institut für Medizinische Systembiologie auch als Dienstleistungs- und Servicestelle für Wissenschaftler*innen der Medizinischen Fakultät fungieren.

"Diese Professur soll an der JKU das Bindeglied zwischen den Life Sciences - Biologie, Immunologie, Genetik, Medizin und Pharmazie - und den Computer Sciences - Informatik, Mathematik und Statistik - bilden", sagt Univ.-Prof. Dr. Stefan Koch, Rektor der JKU. "Ich freue mich Iris Gratz an der JKU begrüßen zu dürfen. Sie ist nicht nur eine renommierte Expertin ihres Fachs, sondern auch eine Persönlichkeit, der interdisziplinäres Arbeiten und Forschen ein Anliegen ist. Das fakultätsübergreifende, grundlagen- und anwendungsorientierte Forschungsgebiet macht es möglich, einen Beitrag zum besseren Verstehen von Krankheiten zu leisten."

"Ich heiße Professorin Iris Gratz herzlich an der Medizinischen Fakultät der JKU willkommen! Dieser wichtige Lehrstuhl ist am Puls der Zeit. Neben der integrierten Datenanalyse werden Iris Gratz und ihr Team auch ein ganzheitliches Verständnis der Lebensfunktionen und der den Krankheiten zugrunde liegenden Mechanismen schaffen. Diese Professur stärkt auch unseren Schwerpunkt Personalisierte Technische Medizin und trägt zum besseren Verständnis von Krankheiten bei, wovon letztendlich unsere Patient*innen profitieren werden", sagt Vizerektorin Mag.a Dr.in Elgin Drda, Dekanin der Medizinischen Fakultät der JKU Linz.

Zur Person
Univ.-Prof.in Dr.in Iris K. Gratz hat an der Universität Salzburg Biologie und Genetik studiert und sich - nach Stationen am EB Haus Austria, Abteilung für Dermatologie des Landeskrankenhaus Salzburg, der University of California (San Francisco, USA) und enger Zusammenarbeit mit dem Benaroya Research Institute at Virginia Mason (Seattle, USA) - 2019 für das Fach Immunologie an der Universität Salzburg habilitiert.
In ihrer Freizeit findet sie beim Gärtnern, beim Beobachten ihrer griechischen Landschildkröten und mit Hörbüchern Entspannung.
Nach ihrem Umzug aus Salzburg möchte sie nun die Stadt Linz kennenlernen. "Ich glaube, dass Linz eine hohe Lebensqualität bietet. Linz ist eine moderne Stadt, die nicht zu klein und nicht zu groß ist. Das meiste ist mit dem Rad erreichbar, was mir wichtig ist. Es gibt viele Grünflächen in der Stadt, am Donauufer und zudem kurze Wege ins Grüne rundherum", sagt Iris Gratz. "Die geographische Position von Linz - in der Mitte von Österreich - ist für Interaktionen mit anderen österreichischen Hochschulen und Forschungsinstitutionen ideal."

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