01/02/2026 | Press release | Distributed by Public on 01/02/2026 04:27
Innenministerin Behrens: "Es gibt leider noch zu viele Personen, die meinen, dass sie Pyrotechnik und Gewalt gegen die Menschen einsetzen können, die uns schützen! Das ist absolut inakzeptabel und es ist wichtig, dass diese Personen schnell und konsequent für ihre Taten bestraft werden"
Aus polizeilicher Sicht verliefen die Einsatzlagen zum Jahreswechsel 2025/2026 wie erwartet kräfte- und einsatzintensiv, aber weitestgehend störungsfrei. Wie in der vergangenen Silvesternacht 2024/2025 waren insgesamt erneut etwa 2.000 Kräfte der Polizei Niedersachsen im Einsatz.
Es kam landesweit zu zahlreichen polizeilichen Maßnahmen und damit einhergehend auch zur Einleitung von Ermittlungsverfahren, unter anderem wegen Körperverletzungen, Sachbeschädigungen sowie Branddelikten. Die Gesamtanzahl der Einsätze sank dabei deutlich von 1.527 in der Silvesternacht 2024/2025 auf 863 in 2025/2026.
Landesweit wurde jedoch erneut von einem unsachgemäßen Gebrauch von Pyrotechnik berichtet, wodurch es lokal auch zu Verletzungen von Einzelpersonen kam. Schwerste Verletzungen sind für Niedersachsen dabei bisher nicht bekannt geworden.
In 31 Fällen wurden zudem Angriffe auf Einsatzkräfte verzeichnet. Auch wenn dies im Vergleich zum Vorjahr (41 Fälle) einen geringfügigen Rückgang darstellt, ist jegliche Handlung gegen Einsatzkräfte zu verurteilen. Im Vergleich zum Vorjahr mit 16 verletzten Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamten waren in diesem Jahr acht verletzte Einsatzkräfte der Polizei zu beklagen, wobei alle Betroffenen dienstfähig geblieben sind.
Nach bisherigem Kenntnisstand sind durch gezielten Beschuss von Einsatzkräften mittels Feuerwerk Verletzungen in Form von Knalltraumata, einem kurzfristigen Hörverlust und einer Brandwunde bei den Einsatzkräften der Polizei entstanden. Darüber hinaus verletzte sich eine Beamtin im Rahmen einer Widerstandshandlung leicht an der Schulter. Ein Mitarbeiter des Rettungsdienstes verdrehte sich im Zuge eines Einsatzes durch Fremdeinwirkung das Knie, verblieb jedoch ebenfalls dienstfähig. Während es im Vorjahr noch zu zwei Verletzungen von Feuerwehrkräften kam, blieben entsprechende Fälle in diesem Jahr glücklicherweise aus.
Niedersachsens Ministerin für Inneres, Sport und Digitalisierung, Daniela Behrens erklärt: "Ich bedanke mich bei der überwältigenden Mehrheit der Niedersächsinnen und Niedersachsen für ihren Beitrag zu einer ausgelassenen, aber überwiegend friedlichen Feier des Jahreswechsels und wünsche allen ein frohes Neues Jahr! Insbesondere danke ich den vielen engagierten Menschen bei unserer Polizei, der Feuerwehr und den Rettungsdiensten, die auch diesmal wieder zahlreiche herausfordernde und riskante Einsätze bewältigen mussten, während die meisten anderen feierten. Insgesamt haben wir erneut weniger Einsätze und weniger Straftaten verzeichnen müssen als im Vorjahr. Die Präventions- und Einsatzkonzepte von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten und Kommunen sind alles in allem sehr gut aufgegangen, die vielerorts eingerichteten Böllerverbotszonen wurden konsequent kontrolliert und durchgesetzt. Die Zahl der verletzten Einsatzkräfte ist im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls deutlich zurückgegangen. Das ist ein positiver Trend. Nichtsdestotrotz gibt es leider noch zu viele Personen, die meinen, dass sie Pyrotechnik und Gewalt gegen die Menschen einsetzen können, die uns schützen! Das ist absolut inakzeptabel und es ist wichtig, dass diese Personen schnell und konsequent für ihre Taten bestraft werden. Der Rechtsstaat muss hier klare Kante zeigen."
Im vergangenen Jahr wurden anlässlich der Einsatzmaßnahmen zum Jahreswechsel neun Personen festgenommen und 63 Personen in Gewahrsam genommen. Im Zuge der diesjährigen Maßnahmen kam es zu fünf Festnahmen und 54 Ingewahrsamnahmen, was einen leichten Rückgang darstellt.
Im Vergleich zum Vorjahr mit 660 gab es in diesem Jahr einen Rückgang auf 519 eingeleitete Ermittlungsverfahren, die sich vornehmlich auf Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz, das Waffengesetz, Sachbeschädigungen, Körperverletzungs-, Widerstands- und Branddelikte erstreckten.
Durch einzelne Dienststellen erfolgten im Vorfeld der Silvesternacht Präventionseinsätze, bei denen bekannte Brennpunkte vergangener Jahre zielgerichtet aufgesucht sowie der legale Böllerverkauf in Kooperation mit den Netzwerkpartnern überprüft wurden. Diese Aufklärungsmaßnahmen und Sensibilisierungsgespräche haben zum Einsatzerfolg beigetragen.
Eine frühzeitige Kontaktaufnahme und der Austausch mit den Kräften der Feuerwehr, der Rettungsdienste sowie der Kommunen und Städte haben sich abermals als Erfolgsgarant einer gemeinsamen Lagebewältigung herausgestellt. Insbesondere an den in den vergangenen Jahren festgestellten Brennpunkten konnten durch die Einsatzkonzepte der Polizeidirektionen in diesem Jahr die meisten Eskalationen schon im Ansatz unterbunden werden.