01/14/2026 | Press release | Distributed by Public on 01/14/2026 07:40
Rede beim Neujahrsempfang des Senats | Wirtschaftsweiser Truger hält Festvortrag
Die Stadtmusikanten als Vorbild für eine funktionierende, solidarische Gesellschaft: Dieses Bild hat Bürgermeister Andreas Bovenschulte heute (14. Januar 2026) in der Begrüßung der Gäste des Neujahrsempfangs des Senats entworfen. Sie stünden für "einen Zusammenhalt, der uns in der Vergangenheit durch manche Krise getragen hat." Nach seiner Rede hielt Prof. Achim Truger, Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, den Festvortrag zum Thema "Das große Ganze nicht aus den Augen verlieren. (Wirtschaftliche) Perspektiven für das Jahr 2026." Musikalisch umrahmt wurde der Empfang von den Bremer Philharmonikern unter der Leitung von Marko Letonja.
Bürgermeister Andreas Bovenschulte begrüßte die Gäste des Neujahrsempfangs. Foto: Senatspressestelle
Bovenschulte ging in seiner Rede auch auf die Bremer Bundesratspräsidentschaft und die im Oktober in Bremen stattfindenden Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit ein. Das Motto lautet "VIELE STÄRKEN - EIN LAND" und das Logo zeigt die Bremer Stadtmusikanten. Denn sie taugen durchaus als Vorbild zur Bewältigung der anstehenden Herausforderungen. Die würden dabei in den kommenden Jahren sicher nicht kleiner, so der Bürgermeister. Er sieht vor allem vier Felder, auf denen Deutschland weiterkommen müsse:
Zu den wesentlichen Aufgaben gehöre es, "unser Land auf einen Kurs von nachhaltigem Wachstum und Vollbeschäftigung zurückzuführen". Der Senat habe dazu ein Sonderinvestitionsprogramm in Höhe von rund 350 Millionen Euro beschlossen: "Wir werden damit in unsere Häfen investieren, in Gewerbegebiete und in unsere Infrastruktur, wir nehmen ganz viel Geld für die Wissenschaft in die Hand und für die Ausrüstung von Polizei und Feuerwehr. Wir sanieren Sportanlagen, Schulen und Kindergärten." Das alles beziehe natürlich Bremerhaven mit ein und werde entlang der Anforderungen des Klimaschutzes geschehen, so Bovenschulte.
Der Wirtschaftsweise Prof. Achim Truger während seines Festvortrags. Foto: Senatspressestelle
Daneben werde es darum gehen, "unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung aktiv gegen ihre Feinde schützen; vor allem auf der rechten Seite des politischen Spektrums arbeiten derzeit starke Kräfte an einem Systemwechsel hin zu einer illiberalen Volksgemeinschaft". Dieser Entwicklung müsse mit allen erforderlichen politischen und juristischen Mitteln entgegengetreten werden.
Hinsichtlich der technologischen und verteidigungspolitischen Souveränität gehe es auch um eine europäische Perspektive. Für Bremen sehe es dabei gut aus; immerhin hat der Bund 1,35 Milliarden Euro für die Häfen in Bremerhaven bereitgestellt. Damit solle die Stadt zu einem maritimen Logistik-Hub für die Nato und die Bundeswehr werden. "Das ist nicht nur ein wichtiger Schritt für unsere Verteidigungsfähigkeit, das nützt in hohem Maße auch unserer zivilen Hafeninfrastruktur," betonte Bovenschulte. Während der ESA-Ministerratskonferenz im vergangenen November in Bremen seien zudem Pflöcke für die europäische Raumfahrt eingeschlagen worden. Und auch im wissenschaftlichen Umfeld tue sich viel: Die Uni habe die Chance, erneut Exzellenz-Uni zu werden. Zudem werde im August die weltweit bedeutendste Konferenz zur Künstlichen Intelligenz in Bremen stattfinden, kündigte der Bürgermeister an: "Die trauen uns offenbar einiges zu."
Die Bremer Philharmoniker umrahmten den Empfang musikalisch. Foto: Senatspressestelle
Viertens schließlich ist es Bovenschulte wichtig, die soziale Ungleichheit anzugehen: "Wie dringlich das ist, das erleben leider viel zu viele Menschen auch in unserem Bundesland jeden Tag am eigenen Leib." Konkret: "Derzeit entfallen auf die obersten zehn Prozent der Bevölkerung rund 60 Prozent aller Vermögenswerte, während die unteren 50 Prozent nur rund zwei Prozent des Vermögens besitzen. Das ist nicht nur sozial ungerecht und wirtschaftlich kontraproduktiv, das gefährdet auch die demokratische Stabilität unseres Gemeinwesens," warnte er.
Die Rede von Bürgermeister Andreas Bovenschulte zum Neujahrsempfang des Senats finden Sie hier als PDF (pdf, 237.6 KB) zum Download.
Neujahrsempfang für das Konsular-Korps
Bürgermeister Bovenschulte bei dem Empfang für das Konsulars-Korps. Foto: Senatspressestelle
Zum Neujahrsempfang für das konsularische Korps unmittelbar vor dem allgemeinen Neujahrsempfang waren knapp 40 Honorarkonsulinnen und -konsuln aus Bremen, Hannover und Hamburg erschienen. Bovenschulte begrüßte sie herzlich, denn "gerade in konfliktreichen Zeiten wie der heutigen wird die Relevanz internationaler Zusammenarbeit immer deutlicher." Dieser Austausch trage zu gegenseitigem Verständnis und nachhaltigem Frieden bei. Die Mitglieder des Konsular-Korps trügen dazu eine Menge bei: "Ihre Aufgabe ist es, Brückenbauer zu sein: in schwierigen Zeiten die Hand auszustrecken und den Dialog aufrechtzuerhalten."
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