Bundesland Sachsen-Anhalt

07/29/2026 | Press release | Distributed by Public on 07/29/2026 06:08

Ergänzende Ausstellungen in Quedlinburg & Baumannshöhle Rübeland

Augenzeugen gibt es vermutlich nicht mehr, dafür aber viele Erinnerungen und Dokumente: Das verheerende Bodehochwasser zum Jahreswechsel 1925/26 hat zahlreiche Orte im Harz verwüstet und erhebliche Schäden an Häusern, Infrastruktur und Landwirtschaft verursacht. Starke Schneefälle, dicht gefolgt von einem massiven Temperaturanstieg mit intensiven Regenfällen sorgten vor gut 100 Jahren im Harz für eines der schwersten Hochwasser der Neuzeit. Wo die Bode sonst beschaulich entlangfließt, trat ein reißender Strom über die Ufer.

Um an das Extrem-Hochwasser von Ende 1925 zu erinnern und auf danach umgesetzte Maßnahmen zum Hochwasserschutz an der Bode hinzuweisen, hat der Talsperrenbetrieb in enger Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium die Ausstellung "100 Jahre Hochwasserschutz an der Bode - Naturgefahr im engen Tal" gestaltet. Bereits seit Januar 2026 können sich Interessierte in der Talstation der Seilbahn Thale über die Flut informieren. Ergänzend dazu sind im Harz ab sofort zwei kleinere Sonderschauen zu sehen. Sie wurden am heutigen Mittwoch von Umwelt-Staatssekretär Dr. Steffen Eichner in der Marktkirche St. Nikolai in Quedlinburg und in den Rübeländer Tropfsteinhöhlen eröffnet.

Eichner betonte: "Das Hochwasser 1925 brachte Zerstörung und großes Leid, hatte aber auch einen positiven Effekt. Die Menschen in der Region wollten stärker vorsorgen, um sich gegen derartige Katastrophen zu wappnen. Ohne das verheerende Bodehochwasser würde es etwa die Rappbodetalsperre vermutlich nicht geben. Sie ist im Verbund mit weiteren Talsperren im Harz auch heute noch ein ganz zentraler Baustein, um Wasser zurückzuhalten und hat ihre starke Bedeutung mehrfach untermauert, zuletzt bei den Hochwassern 2017 oder 1994. Das zeigt: Wirksamer Hochwasserschutz braucht vorausschauende Lösungen und großflächige Rückhalteräume, vor allem in bergigen Regionen. Deshalb werden wir landesweit weiterhin konsequent in den Schutz vor Hochwasser und Starkregen investieren."

Der Fokus der Sonderschau in der Baumannshöhle Rübeland liegt insbesondere auf den Hochwasserereignissen im engen Bodetal, während die Ausstellung in der St. Nikolaikirche Quedlinburg den Blick auf die Auswirkungen für die Welterbe-Stadt sowie die dort umgesetzten Schutzmaßnahmen richtet.

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