10/29/2026 | Press release | Distributed by Public on 10/29/2026 03:03
Berlin, 28. Oktober 2026 - Deutschland darf den Anschluss im internationalen Wettbewerb um Künstliche Intelligenz nicht verpassen. Mit einem heute veröffentlichten Appell zum Digital-Gipfel der Bundesregierung am 2. und 3. November fordert eco - Verband der Internetwirtschaft e. V. die Bundesregierung auf, den Ankündigungen zur Stärkung des KI-Standorts endlich konkrete Maßnahmen folgen zu lassen. Denn während KI für Unternehmen längst ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist, drohen hohe Energiekosten, langwierige Genehmigungsverfahren und zunehmende Regulierung Investitionen auszubremsen. Der Verband warnt davor, dass Deutschland bei einer der wichtigsten Schlüsseltechnologien wirtschaftliche Chancen verspielt, wenn sich die Rahmenbedingungen nicht grundlegend verbessern.
"Die Bundesregierung darf die KI-Chance nicht verschlafen. Deutschland hat das Know-how, die Unternehmen und das industrielle Potenzial, um bei KI eine führende Rolle zu spielen. Aber wir können uns nicht darauf verlassen, dass daraus automatisch wirtschaftlicher Erfolg entsteht. Der Digital-Gipfel darf kein Gipfel der guten Absichten bleiben. Jetzt müssen politische Entscheidungen folgen, die Investitionen ermöglichen, Innovationen erleichtern und Wertschöpfung in Deutschland sichern", sagt Oliver Süme, Vorstandsvorsitzender von eco.
120 Milliarden Euro Umsatz: KI ist längst ein Wirtschaftsfaktor
Wie groß das wirtschaftliche Potenzial ist, zeigt die aktuelle eco-Studie "Der Deutschland Case: Wie KI das industrielle Geschäftsmodell erneuert", die gemeinsam mit IW Consult erstellt wurde. Bereits heute erzielen Unternehmen in Deutschland mehr als 120 Milliarden Euro Umsatz mit Produktinnovationen und Dienstleistungen, die KI-Elemente enthalten. Besonders in industriellen Anwendungen liegen große Chancen für den Standort Deutschland. Unternehmen, die KI einsetzen, gehören zudem deutlich häufiger zu den Innovatoren als solche, die darauf verzichten.
Um diese Stärke auszubauen, fordert eco in seinem Appell eine konsequente Standortpolitik. Im Mittelpunkt stehen der Ausbau leistungsfähiger Rechenzentren, wettbewerbsfähige Energiepreise und schnellere Genehmigungsverfahren. Die von der Bundesregierung beschlossene Rechenzentrumsstrategie sei ein wichtiger Schritt, müsse nun aber zügig umgesetzt werden.
KI fördern statt durch neue Abgaben ausbremsen
Zugleich warnt eco davor, die Wettbewerbsfähigkeit durch zusätzliche regulatorische Hürden und neue Steuern zu schwächen. Der Verband fordert eine spürbare Vereinfachung der europäischen Digitalregulierung, mehr Rechtssicherheit für die Entwicklung und das Training von KI sowie den Verzicht auf nationale Sonderregelungen, die den europäischen Binnenmarkt fragmentieren.
Auch der Debatte über eine mögliche KI-Steuer erteilt eco eine klare Absage. Eine solche Abgabe würde nach Einschätzung des Verbandes nicht nur große Technologieunternehmen treffen, sondern über steigende Kosten auch mittelständische Betriebe, Start-ups und Unternehmen belasten, die KI in ihre Produkte und Geschäftsprozesse integrieren.
"Wer den Einsatz von KI verteuert und gleichzeitig den Aufbau der notwendigen Infrastruktur erschwert, riskiert, dass Investitionen und Wertschöpfung anderswo stattfinden. Deutschland muss KI jetzt in die Breite der Wirtschaft bringen, statt ihren Einsatz mit neuen Hürden zu belasten", betont Süme.
Ein weiterer Schwerpunkt des Appells ist die internationale Zusammenarbeit. Digitale Souveränität dürfe nicht mit Abschottung verwechselt werden. Deutschland und Europa müssten eigene technologische Fähigkeiten stärken und gleichzeitig auf offene Märkte, Wettbewerb und verlässliche internationale Partnerschaften setzen.
Mit seinem Appell "Vom Anspruch zur Umsetzung: Den KI-Standort Deutschland jetzt stärken" fordert eco die Bundesregierung auf, den Digital-Gipfel als Ausgangspunkt für konkrete wirtschaftspolitische Entscheidungen zu nutzen. Entscheidend sei, dass Deutschland bei KI nicht nur Anwender internationaler Technologien bleibt, sondern selbst zu einem führenden Entwicklungs- und Innovationsstandort wird.
Den vollständigen Appell von eco zum Digital-Gipfel 2026 finden Sie hier.
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Über eco: Mit rund 1.000 Mitgliedsunternehmen ist eco der führende Verband der Internetwirtschaft in Europa. Seit 1995 gestaltet eco maßgeblich das Internet, fördert neue Technologien, schafft Rahmenbedingungen und vertritt die Interessen seiner Mitglieder gegenüber der Politik und in internationalen Gremien. eco hat Standorte in Köln, Berlin und Brüssel.