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KOF Swiss Economic Institute

10/30/2026 | News release | Distributed by Public on 10/30/2026 05:26

KOF Tourismusprognose: Wintertourismus bleibt trotz geopolitischer Risiken stabil

Makroökonomischer Ausblick

Die Konjunktur im Euroraum entwickelt sich besser als erwartet, auch für Deutschland wurden die Wachstumsaussichten deutlich nach oben korrigiert. In den USA zeigte sich der private Konsum bisher robust. Die eingetrübte Konsumentenstimmung und die hartnäckige Inflation deuten aber darauf hin, dass er nach einer langen Phase der Stärke an Schwung verlieren könnte. In China wächst die Wirtschaft vor allem dank der Exporte, während sich die privaten Haushalte weiter zurückhalten.

Für den Tourismus kommt der Krieg im Nahen Osten hinzu. Er hält den Ölpreis hoch, was dazu führt, dass Kerosin und damit Flugtickets teuer sind, was vor allem Fernreisen belastet. Der Franken hat im Oktober gegenüber dem Euro wieder etwas zugelegt, ist aber weiterhin etwas schwächer als im Frühjahr. Das entlastet die europäischen Gäste leicht. Insgesamt sind die Aussichten damit gemischt: Für Gäste aus der Nähe ist das Umfeld eher günstig, für die Fernmärkte bleibt es schwierig.

Zwischenbilanz der Sommersaison 2026

Die Sommersaison läuft noch bis Ende Oktober. Ausgewertet sind die Monate bis August, für September liegt eine erste Schätzung des Bundesamts für Statistik (BFS) vor, und der Oktober ist noch Prognose. Mit rund 25.0 Mio. Logiernächten dürfte der Sommer 2026 nur leicht unter dem Rekordsommer 2025 liegen (−0.5%). Von Mai bis August verlief die Saison ungefähr so, wie es das KOF Institut im Frühjahr erwartet hatte, also leicht unter dem Vorjahr. Es war der heisseste Sommer seit Messbeginn, und den «Kühlbox-Sommer» in den Bergen nutzten vor allem die Schweizer Gäste. Dann folgte ein ausgezeichneter September, trocken und sonnig.

Gemäss der ersten Schätzung des BFS lagen die Logiernächte im September rund 5.5% über dem Vorjahresmonat. Die Aufteilung nach Herkunft folgt erst Anfang November. Das Plus dürften vor allem Gäste aus Europa, aber auch aus der Schweiz getragen haben. Wer aus der Nähe anreist, kann kurzfristig auf schönes Wetter reagieren. Der September gewinnt damit weiter an Gewicht: Seit 2019 sind die Logiernächte im September deutlich stärker gewachsen als im Juli und August. Je heisser der Hochsommer wird, desto attraktiver dürfte der milde Spätsommer als Reisezeit werden. Vor allem dank des Septembers fällt die ganze Sommersaison besser aus, als das KOF Institut im Frühjahr erwartet hatte.

Nach Herkunft zeigt sich ein geteiltes Bild. Die inländischen Gäste dürften die Saison mit einem Plus von rund 0.9% stützen. Auch die Gäste aus Europa dürften zulegen, vor allem dank des Septembers. Bei den Fernmärkten zeichnet sich dagegen ein Einbruch ab. Über die ganze Saison dürften sie rund 5% weniger Logiernächte verzeichnen als im Vorjahr und damit unter das Niveau von 2019 fallen. Bis August sank vor allem die Nachfrage aus Asien und den Golfstaaten, weil der Krieg die Flüge verteuert und wichtige Drehkreuze gestört hat. Auch aus China kamen weniger Gäste. Die amerikanischen Gäste hielten sich auf hohem Niveau, ihre Zahl wuchs aber nicht mehr.

Prognose Wintersaison 2026/27

Für die Wintersaison 2026/27 rechnet das KOF Institut mit rund 18.7 Mio. Logiernächten (−0.1%). Das sind rund 15 000 weniger als im Rekordwinter 2025/26. Das Niveau bleibt damit sehr hoch und liegt über jenem von 2024/25. Die Prognose hat sich seit dem Frühjahr kaum verändert. Die leicht wachsende Nachfrage aus Europa gleicht die schwächeren Fernmärkte grösstenteils aus, bei stabiler Binnennachfrage.

Inländische Gäste: Im Winter sind die Schweizer Gäste die mit Abstand wichtigste Gruppe. Mit rund 9.5 Mio. Logiernächten dürften sie das Rekordniveau des Vorjahres halten. Die robuste Konjunktur in der Schweiz stützt die Nachfrage. Zudem verteuert der schwächere Franken Ferien im Ausland, was Winterferien im eigenen Land attraktiv hält.

Europäische Gäste: Aus Europa werden leicht mehr Gäste erwartet. Das KOF Institut rechnet mit rund 5.6 Mio. Logiernächten (+0.8%). Für viele Europäerinnen und Europäer ist die Schweiz ein nahes Ziel, das sich ohne teuren Flug erreichen lässt. Auch der Franken ist für sie etwas günstiger geworden. Die verhaltene Konsumlaune begrenzt allerdings den Zuwachs.

Fernreisende: Die Fernmärkte bleiben gedämpft: Erwartet werden rund 3.6 Mio. Logiernächte (−1.7%). Die Nachfrage aus Asien und den Golfstaaten dürfte wegen der hohen Flugpreise unter dem Vorkriegsniveau bleiben. Die amerikanischen Gäste reisen angesichts der eingetrübten Konsumentenstimmung voraussichtlich etwas vorsichtiger. Auch aus den übrigen Fernmärkten dürften weniger Gäste kommen.

KOF Swiss Economic Institute published this content on October 30, 2026, and is solely responsible for the information contained herein. Distributed via Public Technologies (PUBT), unedited and unaltered, on October 30, 2026 at 11:27 UTC. If you believe the information included in the content is inaccurate or outdated and requires editing or removal, please contact us at [email protected]