City of Berlin

07/17/2026 | Press release | Distributed by Public on 07/17/2026 04:01

Bezirksamt Treptow-Köpenick veröffentlicht Handlungskonzept „Informelles Wohnen“ und beschließt Einrichtung einer ämterübergreifenden Task Force

Die Zahl wohnungsloser und von Wohnungslosigkeit bedrohter Menschen steigt in Berlin seit Jahren. Gleichzeitig nehmen informelle und prekäre Wohnformen zu: Menschen leben in überbelegten Wohnungen, sanierungsbedürftigen Häusern, provisorischen Unterkünften oder auf öffentlichen und privaten Flächen, weil sie keinen Zugang zum regulären Wohnungsmarkt finden.

Diese Wohnsituationen betreffen nicht nur die Betroffenen selbst, sondern stellen auch Verwaltung, soziale Träger und Nachbarschaften vor große Herausforderungen. Denn Fragen der sozialen Unterstützung, der öffentlichen Sicherheit, des Gesundheits- und Umweltschutzes sowie des Bau- und Wohnungsaufsichtsrechts greifen hier unmittelbar ineinander.

Um diesen komplexen Problemlagen künftig besser begegnen zu können, hat das Bezirksamt Treptow-Köpenick das Handlungskonzept "Informelles Wohnen" veröffentlicht und die Einrichtung einer ämterübergreifenden Task Force beschlossen.

"Mit dem Handlungskonzept und der Einrichtung einer Task Force schaffen wir erstmals einen abgestimmten Rahmen für den Umgang mit informellen Wohnformen. Die unterschiedlichen fachlichen Perspektiven im Bezirksamt werden gebündelt, um betroffene Menschen besser zu erreichen und gemeinsam rechtssichere Lösungen zu entwickeln. Denn die Herausforderungen informellen Wohnens - von sozialen Hilfen über Ordnungs- und Baufragen bis hin zu Umwelt- und Flächenthemen - lassen sich nur ämterübergreifend bewältigen", erklärt Dr. Claudia Leistner, Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung, Straßen, Grünflächen und Umwelt.

Das Handlungskonzept ist das Ergebnis eines bezirklichen Projekts, das sich mit den Ursachen, Auswirkungen und Handlungsmöglichkeiten im Zusammenhang mit informellen Wohnformen befasst hat. Im Rahmen des Projekts wurden bestehende Verwaltungsabläufe analysiert, Erfahrungen aus vergangenen Fallkonstellationen ausgewertet sowie Gespräche mit Mitarbeitenden der beteiligten Fachämter, freien Trägern, Wohlfahrtsverbänden und weiteren Expertinnen und Experten geführt.

Die daraus gewonnenen Erkenntnisse flossen in die Entwicklung neuer Strukturen für die ämterübergreifende Zusammenarbeit ein. Kernstück des Konzepts ist die Einrichtung einer verwaltungsinternen Task Force "Informelles Wohnen". Sie soll künftig die Zusammenarbeit der beteiligten Fachämter verbessern, Informationen bündeln, Zuständigkeiten koordinieren und ein abgestimmtes Vorgehen bei komplexen Fallkonstellationen ermöglichen.

Mit dem Handlungskonzept leistet das Bezirksamt Treptow-Köpenick zugleich einen Beitrag zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans gegen Wohnungslosigkeit der Bundesregierung. Dieser verfolgt das Ziel, Wohnungs- und Obdachlosigkeit bis 2030 zu überwinden und setzt dabei auf Prävention, bessere Zusammenarbeit der zuständigen Akteurinnen und Akteure sowie passgenaue Hilfen vor Ort.

Das Handlungskonzept entstand im Rahmen des Projekts "Dialog statt Verdrängung", das Bezirksstadträtin Dr. Claudia Leistner 2025 initiiert hat. Gefördert durch Mittel des Sicherheitsgipfels der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU) verfolgte das Projekt das Ziel, den Umgang mit informellen und prekären Wohnformen im Bezirk strukturell weiterzuentwickeln.

Für die Umsetzung wurde ein externer Dienstleister beauftragt, der den Prozess fachlich begleitet und moderiert hat. Im Mittelpunkt des Projekts stand die Analyse bestehender Verwaltungsabläufe und Fallkonstellationen sowie die Identifizierung von Anforderungen an eine bessere ämterübergreifende Zusammenarbeit. Dazu wurden Gespräche mit Mitarbeitenden der beteiligten Fachämter, Vertreterinnen und Vertretern freier Träger sowie weiteren Expertinnen und Experten geführt und bestehende Vorgehensweisen gemeinsam bewertet

Im Mai 2026 wurde ein Entwurf des Handlungskonzepts im Rahmen eines Fachworkshops mit rund 40 Teilnehmenden aus Verwaltung, freien Trägern, Wohlfahrtsverbänden und zivilgesellschaftlichen Organisationen diskutiert. Die dort eingebrachten Erfahrungen und Anregungen flossen in die nun beschlossene Fassung ein.

Weitere Informationen zum Workshop und zum Beteiligungsprozess finden Sie in der Pressemitteilung des Bezirksamtes vom 26. Mai 2026: https://www.berlin.de/ba-treptow-koepenick/aktuelles/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1674139.php

City of Berlin published this content on July 17, 2026, and is solely responsible for the information contained herein. Distributed via Public Technologies (PUBT), unedited and unaltered, on July 17, 2026 at 10:01 UTC. If you believe the information included in the content is inaccurate or outdated and requires editing or removal, please contact us at [email protected]