10/07/2026 | Press release | Distributed by Public on 10/07/2026 05:21
Der September ist vorbei, aber auch Dreiviertel des Börsenjahres 2026. Der DAX schloss im historisch eher schwachen und crashgefährdeten 9. Monat des Jahres mit einem Minus von 4 Prozent. Seit Jahresanfang verbleibt noch ein leichtes Plus von 3 Prozent. Zum Start in die laufende Woche zeigt sich der DAX stabil bei über 25.000 Zählern. Etwas schwächer zeigten sich im abgelaufenen Monat auch der S&P 500 und der Dow Jones mit einem Minus von 0,5 bzw. 4,3 Prozent. Lediglich der Nasdaq100 konnte ein Monatsplus von 3,2 Prozent verzeichnen, aber befindet sich aktuell mit rund 31.200 Zählern auf Allzeithoch. Auch beim S&P 500 wurde gestern ein neues Rekordhoch über 7.800 Punkte erreicht. Der Hype der Technologiewerte und KI-Aktien ist ungebremst, und das trotz aller Bedenken und Warnungen von der Zuschauerbank.
Dabei sind die Rahmendaten alles andere als rosig für die Börsen. Hohe Ölpreise heizen die Inflation an, führen zu immer weiter steigenden Zinsen und belasten dadurch Verbraucher, Unternehmen und öffentliche Haushalte gleichermaßen. Niemand wünscht sich eine neue Staatsschuldenkrise, aber die jüngste Entwicklung in unserem Nachbarstaat Frankreich nimmt bedrohliche Ausmaße an, schwächt den Euro und könnte bald auch die EZB mit Stützungsmaßnahmen auf den Plan rufen.
Auch alle Hoffnungen auf eine Entspannung der Lage am Golf wurden bisher zunichte gemacht und die Aussichten bleiben trübe. Der Rohölpreis (Brent) verharrt bei rund 100 Dollar pro Barrel, zu hoch für eine Entlastung an der Inflations- und Zinsfront. Damit sinken grundsätzlich die Chancen für eine Jahresendrally, denn hohe Zinsen sind auf Dauer Gift für den Aktienmarkt. Neben kapitalhungrigen Unternehmen wie aktuell aus dem Sektor KI dürfte zunehmend auch ein wichtiger Bereich für die Wirtschaft unter Druck geraten: die Bau- und Immobilienbranche. Nicht allein aufgrund der Berliner Enteignungsdebatte sind Aktien wie Vonovia seit Monaten unter Druck, die stetig steigenden Refinanzierungskosten mindern zunehmend die Erträge und damit die Zukunftsfantasie.