06/24/2026 | Press release | Distributed by Public on 06/24/2026 03:30
24.06.2026 | Bielefeld (bi)
Die Stadt Bielefeld baut ihre inklusive Ausrichtung weiter aus: Ab sofort setzt die Stadtverwaltung verstärkt auf Leichte Sprache. Ziel ist es, allen Bürgerinnen und Bürgern einen gleichberechtigten Zugang zu Informationen zu ermöglichen - unabhängig von Voraussetzungen oder Sprachkenntnissen.
Für Ingo Nürnberger, Dezernent für Soziales und Integration, ist die Einführung ein zentraler Schritt für die Weiterentwicklung der Stadt: "Verwaltung muss für alle Menschen verständlich sein - nur so können wir Chancengleichheit schaffen und demokratische Mitwirkung stärken. Leichte Sprache ist kein Zusatz, sondern eine Voraussetzung für eine inklusive Stadtgesellschaft."
Die neue Strategie basiert auf zwei eng verzahnten Ansätzen, der Echtzeit-Übersetzung des Onlineauftrittes sowie der verständlichen Kommunikation der Verwaltung. Inhalte der städtischen Homepage können ab dem 1. Juli per Klick in Echtzeit in Leichte Sprache übertragen werden. Damit werden die Informationen auf der Website verständlicher und inklusiver. In einer weiteren Ausbaustufe wird das Übersetzungstool zeitnah auch für die Dienstleistungen auf dem Serviceportal der Stadt verfügbar sein. Die Echtzeitübersetzung erfolgt mittels der KI-Software SUMM AI.
Auch intern werden Schreiben wie Briefe, Bescheide und Formulare künftig systematisch in Einfache oder Leichte Sprache übertragen. Eine KI-gestützte Software erstellt zunächst eine vereinfachte Version nach festgelegten Standards, die anschließend von einer Fachkraft für Leichte Sprache geprüft und überarbeitet wird.
Viele Bürgerinnen und Bürger stoßen im Alltag auf Verständnishürden - etwa bei Formularen, amtlichen Schreiben oder komplexen Informationen. Die neuen Maßnahmen setzen gezielt an diesen Punkten an. Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen, Lernschwierigkeiten oder geringen Deutschkenntnissen erhalten künftig einen deutlich besseren Zugang zu Informationen. Gleichzeitig profitieren auch alle anderen, die Inhalte schneller und klarer erfassen möchten.
Welche konkreten Auswirkungen Leichte Sprache im Alltag haben kann, schildert Marcel Klaus: "Früher konnte ich viele Briefe und Dokumente von der Stadt häufig nicht verstehen. Jetzt kann ich mehr lesen und verstehen. Ich freue mich sehr, dass ich so besser informiert werde und mitreden kann."
Die interne Anlaufstelle für Leichte Sprache bei der Stadt Bielefeld ist Anfang 2026 gestartet. Sie ist organisatorisch dem Büro für Sozialplanung im Bereich Inklusion und Behindertenhilfe zugeordnet. Die Anlaufstelle entstand auf Grundlage einer Initiative des Beirats für Behindertenfragen sowie eines anschließenden politischen Beschlusses. Ziel war es, die Verständlichkeit von Verwaltungsinformationen systematisch zu verbessern. Die Anlaufstelle arbeitet eng mit den Fachämtern zusammen und unterstützt diese dabei, Texte und Dokumente in Leichte und Einfache Sprache zu übertragen.