03/13/2026 | Press release | Distributed by Public on 03/13/2026 07:32
Eine Woche im Zeichen der Nachwuchsraumfahrt: Zehn ausgewählte Schulteams aus ganz Deutschland haben sich zur Startkampagne des zwölften Deutschen CanSat-Wettbewerbs, den das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mitorganisiert, getroffen. Fünf Tage lang präsentierten die Schülerinnen und Schüler ihre selbst entwickelten Minisatelliten in der "City of Space" Bremen, tauschten sich mit Fachleuten aus Wissenschaft und Industrie aus und erlebten Raumfahrt hautnah. Ein Highlight war auch der Raketenstart vom Flugplatz Rotenburg (Wümme).
Mit der feierlichen Abschlussveranstaltung bei ArianeGroup am 13. März 2026 endet die Wettbewerbswoche. Unabhängig vom Ergebnis nehmen alle Teilnehmenden wertvolle Erfahrungen mit: technisches Know-how, Teamkompetenz und die Erkenntnis, dass große Ideen auch im Kleinformat starten können.
1. Platz: PHOENIX aus Mayen, Rheinland-Pfalz
Ihr CanSat zeichnete durch eine Kamera Bilder des Bodens auf, wodurch die Waldbrandgefahr in einem KI-gestützten Verfahren analysiert werden konnte. Aus der übersichtliche Darstellung auf Karten können Handlungsempfehlungen zur Waldbrandverhinderung abgeleitet werden.
2. Platz: Zetrons aus Geisenheim, Hessen
Während ihrer Mission untersuchten die Schülerinnen und Schüler, wie sich die beim Start des CanSats freigesetzte Energie für dessen interne Energieversorgung nutzen lässt. Dafür setzten sie einen im CanSat verbauten Elektromotor ein, der als Generator fungierte.
3. Platz: GRACE aus Dresden, Sachsen
Ziel des Teams war es, durch langlebige Materialien und eine ressourcenschonende Bauweise zu einer nachhaltigeren und kosteneffizienteren Raumfahrt beizutragen. Dazu trugen auch ein optimiertes Hüllendesign sowie die Integration von Sensorik in den Fallschirm bei.
Weitere Informationen zu den Teams unter https://www.cansat.de.
Monatelang haben die Teams an ihren sogenannten CanSats, "Mini-Satelliten" in der Größe einer Getränkedose, gearbeitet. Von der ersten Missionsidee über Konstruktion, Programmierung und Tests bis hin zur Finanzplanung verantworteten die Schülerinnen und Schüler ihr Projekt eigenständig. Neben der verpflichtenden Primärmission der Messung von Luftdruck und Temperatur während des Fluges entwickelten die Teams eine eigene Sekundärmission mit individueller wissenschaftlicher oder technischer Fragestellung. Diese reicht von Umwelt- und Klimamessungen über autonome Navigationskonzepte bis hin zu innovativen technischen Experimenten.
Den Auftakt der Wettbewerbswoche bildete die Eröffnungsveranstaltung beim DLR in Bremen. Am zweiten Tag präsentieren die Teams ihre Missionen der Jury beim Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) und stellen ihre technischen sowie wissenschaftlichen Zielsetzungen vor. Anschließend wurden die Minisatelliten auf die Einhaltung aller Richtlinien, beispielsweise Maße und Gewicht, geprüft und für den Start freigegeben.
Am Mittwoch, 11. März 2026, fand der Höhepunkt statt: Vom Flugplatz Rotenburg (Wümme) stiegen die Modellraketen mit den CanSats auf rund 700 Meter Höhe. Nach dem Auswurf entfalteten sich die Fallschirme und die Minisatelliten führten ihren Sinkflug durch, wobei sie - bei erfolgreicher Mission - Messdaten erfassten. Nach der Landung sicherten die Teams ihre Daten, analysierten die Ergebnisse und bereiteten ihre Abschlusspräsentationen vor.
Im Rahmen der Ergebnispräsentationen bei OHB stellten die Schülerinnen und Schüler der Jury ihre ausgewerteten Messdaten vor. Hier zeigte sich, wie gut Konstruktion, Programmierung und Testphase funktioniert haben. Wie in der realen Raumfahrt kann jedoch nicht jede Mission erfolgreich verlaufen. In diesen Fällen präsentierten die Teams eine fundierte Fehleranalyse und erläuterten, wodurch mögliche Probleme entstanden sind und wie diese bei einer künftigen Mission vermieden werden können.
Der Deutsche CanSat-Wettbewerb wird von der NextGen Space Education gUG im Auftrag von ESERO Germany, dem deutschen Bildungsbüro der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), koordiniert und gemeinsam mit nationalen sowie regionalen Projektbeteiligten umgesetzt. Zu den beteiligten Institutionen zählen unter anderem ArianeGroup, Bevuta IT, CGI Space, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), DSI Aerospace, die Innovationsplattform ECOMAT, das Institute of Aerospace Technology (IAT) der Hochschule Bremen, Space Rocket Technology, das Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) der Universität Bremen sowie das Geographische Institut der Ruhr-Universität Bochum. Gefördert wird der Wettbewerb unter anderem durch OHB Bremen.