01/28/2026 | Press release | Distributed by Public on 01/28/2026 01:47
Frankfurt a.M. - Heute haben sich bundesweit mehrere tausend Hochschulbeschäftigte und Studierende an über 80 Hochschulstandorten mit Protestaktionen für ihre Interessen stark gemacht, an mehr als 60 wird gestreikt. Sie folgten damit einem Aufruf der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und anderer Organisationen. "Dass Hochschulen seit Jahren kaputtgespart werden, trifft Studierende ebenso wie Beschäftigte. Kettenbefristung, Arbeitsverdichtung, miese Betreuungsrelationen sind aber kein Naturgesetz, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen. Wir fordern Bund, Länder und Hochschulleitungen zu einer Kurskorrektur auf: bedarfsgerechte Grundfinanzierung, Dauerstellen für Daueraufgaben, gute Arbeits- und Studienbedingungen für alle", sagte Andreas Keller, GEW-Vorstandsmitglied Hochschule und Forschung, am Mittwoch während einer Kundgebung in Potsdam.
Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes hatten zu Streiks an zahlreichen Hochschulen aufgerufen. Sie reagierten damit auf die Blockadehaltung der Länder, die in der zweiten Runde der Tarifverhandlungen Mitte Januar in Potsdam kein verbindliches Angebot vorgelegt hatten. "Es ist ein Skandal", betonte Keller: "Ausgerechnet die Länder verweigern rund 300.000 studentischen Beschäftigten einen Tarifvertrag, während sie sich in Sonntagsreden für Tariftreue und -bindung stark machen. Ein Tarifvertrag gefährde die Wissenschaftsfreiheit, so die faule Ausrede. Die Finanzministerinnen und -minister sichern aber nicht die Wissenschaftsfreiheit, sondern die Freiheit der Hochschulkanzlerinnen und -kanzler, mit ihrem Personal nach Gutsherrenart umspringen zu können." Studentische Beschäftigte würden weiter mit Dumpinglöhnen knapp oberhalb des Mindestlohns abgespeist und semesterweise geheuert und gefeuert. "Das nehmen wir nicht hin: Her mit dem Tarifvertrag für studentische Beschäftigte (TVStud)", unterstrich Keller.
"Studierende und Hochschulbeschäftigte stehen solidarisch zusammen! Für uns ist klar: Exzellente Lehre und Forschung, gute Arbeits- und Studienbedingungen für alle sind kein Luxus, sondern Grundlage für eine demokratische und zukunftsfähige Gesellschaft", hob der GEW-Hochschulexperte hervor.
Info: Weitere Informationen sowie eine Übersicht der beteiligten Hochschulen finden Sie unter www.hochschulaktionstag2026.de.