05/05/2026 | Press release | Distributed by Public on 05/05/2026 08:28
Nachricht vom 05.05.2026
Mit einer offenen Andacht hat die Universität Leipzig am Dienstag (5. Mai) der Opfer der gestrigen Amokfahrt und ihrer Angehörigen sowie aller Betroffenen gedacht. Das Paulinum - Aula und Universitätskirche St. Pauli war mit etwa 650 Menschen bis auf den letzten Platz gefüllt, als Universitätsprediger Prof. Dr. Andreas Schüle die Anwesenden mit bewegenden Worten begrüßte. "Wenn wir uns heute hier versammeln, dann gehen unsere Gedanken an die Opfer, an die Verletzten und deren Angehörige. Wir wissen es noch nicht, aber es steht zu befürchten, dass auch Angehörige unserer Universität betroffen sind." Bei dem tragischen Vorfall am späten Montagnachmittag direkt vor den Toren der Universität hatte ein Amokfahrer zwei Menschen getötet und mehrere zum Teil schwer verletzt.
Rektorin Prof. Dr. Eva Inés Obergfell betonte: "Heute stehen wir hier in tiefer Bestürzung und Trauer. Was sich gestern vor unserer Universität ereignet hat, erschüttert uns in unserem Innersten. Es ist ein Moment, der uns innehalten lässt, der uns sprachlos macht und der uns zugleich auf schmerzliche Weise vor Augen führt, wie verletzlich wir sind, wie verletzlich unsere freiheitliche Ordnung ist." Sie äußerte zugleich "großen Respekt und Dankbarkeit", dass Studierende und Mitarbeitende der Universität als Ersthelfer:innen vor Ort den Opfern geholfen haben. Ihr beherztes Eingreifen verdiene höchste Anerkennung. Die Universität sei mehr als ein Ort des Wissens. Sie sei ein Ort der Begegnung, des Miteinanders, der Verantwortung füreinander. Die Rektorin forderte die Anwesenden auf, mit einer Schweigeminute der Opfer des tragischen Vorfalls zu gedenken.
Schüle lud die Gäste der Gedenkandacht ein, sich ein Licht zu nehmen und es auf die Stufen vor dem Altarraum oder auf den Altar zu stellen - "als Zeichen der Erinnerung, als Zeichen der Solidarität". An der spontan organisierten Gedenkveranstaltung der Universität, deren Ton wegen des großen Andrangs auch ins Foyer des benachbarten Neuen Augusteums übertragen wurde, hatten neben zahlreichen Angehörigen der Alma mater und vielen Leipziger:innen auch die sächsischen Staatsminister Sebastian Gemkow und Dirk Panter teilgenommen. Vor dem Paulinum, am Augustusplatz, hatten zahlreiche Menschen Blumen und Kerzen für die Opfer der Amokfahrt niedergelegt.
Der reguläre Vorlesungsbetrieb der Universität Leipzig war am Dienstag weitergeführt worden, jedoch stand es allen Studierenden und Lehrenden frei, nicht zu erscheinen. Direkt von dem Ereignis betroffene Beschäftigte oder Ersthelfer:innen der Universität konnten am Dienstag und Mittwoch der Arbeit oder den Lehrveranstaltungen fernbleiben, sofern dies für ihre persönliche Stabilisierung erforderlich war. Die Universität Leipzig bietet allen Betroffenen und Hilfesuchenden psychologische und seelsorgerische Unterstützung an. Mehrere Angebote sind verfügbar.
Im akuten Notfall steht auch das Kriseninterventionsteam Leipzig e. V. für Unterstützung zur Verfügung.
Erstellt von: Susann Sika