10/06/2026 | Press release | Distributed by Public on 10/06/2026 07:16
- Es gilt das gesprochene Wort! -
Sehr geehrter Herr Gebauer,
sehr geehrte Frau Müller,
sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter
des Deutschen Städtetages,
des Deutschen Städte- und Gemeindebundes,
des Deutschen Landkreistages,
und des Deutschen Hochschulverbandes,
meine sehr geehrten Damen und Herren,
als die Initiative Pro Recyclingpapier im Jahr 2000 gegründet wurde, hatte Recyclingpapier noch mit hartnäckigen Vorurteilen zu kämpfen. Es galt als grau, rau und schlechter nutzbar. Heute ist Papier vielleicht immer noch geduldig, aber ansonsten längst ein hochmodernes Qualitätsprodukt. Die Verleihung des Papieratlas findet bereits zum 19. Mal statt. Ich bin heute das erste Mal dabei und freue mich, dass Sie alle ins Bundesumweltministerium gekommen sind.
Viele der großen ökologischen Probleme unserer Zeit geben den Menschen ein Gefühl von Ohnmacht. Zum Beispiel der menschengemachte Klimawandel oder das Artensterben. Diese Probleme werden wir nur lösen können mit weltweiten Abkommen und konsequentem staatlichen Handeln.
Der Einsatz von Recyclingpapier ist dagegen ein Beispiel, wie jede und jeder von uns im Alltag einen konkreten Beitrag leisten kann, um die Umwelt zu schonen. Ähnlich wie bei der Mülltrennung oder Pfandsystemen. Der Papieratlas nimmt vor allem die Großverbraucher von Papier in den Blick. Das sind Kommunen, Hochschulen - und in diesem Jahr erstmals auch Unternehmen, die einen besonders hohen Anteil von Recyclingpapier mit dem Blauen Engel erreicht haben. Es haben sich noch einmal mehr Kommunen und Hochschulen um die Preise beworben als im vergangenen Jahr: ganze 269 Körperschaften, Institutionen und Unternehmen. Das zeigt, dass der Papieratlas zu einer festen Größe geworden ist.
Die Herstellung von Papier verbraucht viel Wasser und Energie und hat enorme Auswirkungen auf Umwelt und Klima. Es sollte also selbstverständlich sein, die Papierbeschaffung so nachhaltig wie möglich zu gestalten. Mit der Digitalisierung geht der Verbrauch in Deutschland zurück. Aber Papier wird weiterhin gebraucht. Genau hier setzt der Wettbewerb mit seinen anspruchsvollen Kriterien an.
Recyclingpapier war eines der ersten Produkte, das im Jahr 1978 mit dem Blauen Engel ausgezeichnet wurde. Damit gehört es zum Markenkern des Blauen Engels und auch zum Markenkern des Bundesumweltministeriums. Seitdem ist und bleibt es die beste Wahl bei der Papierbeschaffung.
Wahrscheinlich sind die ökologischen Vorteile gegenüber Frischfaserpapier in 19 Jahren Papieratlas schon oft aufgezählt worden. Doch die Zahlen sind einfach beeindruckend: Die Produktion spart im Schnitt 78 Prozent Wasser, 68 Prozent Energie und 15 Prozent CO2-Emissionen gegenüber herkömmlichem Papier.
Dass weniger Frischfasern zum Einsatz kommen, schont die Wälder als wichtige Kohlenstoffspeicher für den Klimaschutz und Orte der biologischen Vielfalt.
Der Papieratlas belegt, dass die Einsatzquoten von Recyclingpapier mit dem Blauen Engel steigen. Für jede Stadt, jeden Landkreis und jede Hochschule kann genau nachvollzogen werden, wie viel Holz, Wasser und Energie eingespart und wie viele Emissionen vermieden werden konnten. Und das ist wirklich beeindruckend: Allein die Teilnehmenden des Vorjahres haben zusammen mehr als 134 Gigawattstunden Energie, über 2.370 Tonnen CO2-Äquivalente und über 595 Millionen Liter Wasser eingespart.
Auch in diesem Jahr gibt es wieder Spitzenleistungen. Die Gewinner in der Kategorie "Aufsteiger des Jahres" haben bewiesen: Wo ein Wille ist, kann man in nur einem einzigen Jahr enorme Steigerungen beim Einsatz von Blauer-Engel-Papier erzielen. Unsere "Mehrfachsieger" zeigen: Es ist machbar, nachhaltige Beschaffung langfristig zum Standard zu machen und nicht mehr davon abzurücken.
Ich darf allen Gewinnern, die ihre Auszeichnungen gleich entgegennehmen, schon jetzt herzlich gratulieren. Sie sind aktive Botschafter und Botschafterinnen für eine nachhaltige Beschaffung.
Mit dem "Unternehmenspreis 2026" geht der Papieratlas in diesem Jahr erstmals über den öffentlichen Sektor hinaus. Die Auszeichnungen als "Recyclingpapier-Champion" und "Umsteller des Jahres" rücken nun auch Vorreiter aus der freien Wirtschaft ins Rampenlicht. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Denn der nachhaltige Wandel kann nur gelingen, wenn öffentliche Hand und Wirtschaft an einem Strang ziehen.
Ich hatte mich gefragt, warum der Wettbewerb eigentlich Papier-ATLAS heißt. Aber dann war schnell klar, dass er wie eine Landkarte zeigt, wo es in Deutschland überall nachhaltige Bemühungen gibt. Der Name Atlas stammt aus der griechischen Mythologie. Dort ist Atlas derjenige, der den Sternenhimmel trägt. Meine Damen und Herren, die Sterne am Himmel des Papieratlas' sind Sie: Kommunen, Hochschulen und Unternehmen, die Recyclingpapier nutzen, das mit dem Blauen Engel zertifiziert ist. Herzlichen Dank und herzlichen Glückwunsch.
Das ist auch Ihr Verdienst, lieber Herr Gebauer, und des gesamten Teams der Initiative Pro Recyclingpapier. Herzlichen Dank für Ihr Engagement und bis zum nächsten Jahr.