06/23/2026 | Press release | Distributed by Public on 06/23/2026 03:37
3 Versprechen an Österreichs 375.000 öffentlich Bedienstete - moderne KI-Werkzeuge, konsequenter Bürokratieabbau und die besten Köpfe für den öffentlichen Dienst
Anlässlich des Tages des Öffentlichen Dienstes hat Staatssekretär Alexander Pröll ein klares Bekenntnis zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Staates abgelegt - verbunden mit einer Reformansage. Unter dem Leitmotiv "Gestalten" skizzierte Pröll seine Vision eines modernen, bürgernahen Staates und gab den rund 375.000 öffentlich Bediensteten in Österreich drei konkrete Versprechen für die kommenden Jahre.
"Sie sind der Staat. Nicht die Politiker, nicht die Paragrafen", betonte Pröll und dankte jenen Menschen, die "jeden Morgen aufstehen - für die Menschen in diesem Land". Der öffentliche Dienst sei "keine Kostenstelle, sondern eine Investition in die Handlungsfähigkeit unseres Staates".
Alexander Pröll hob dabei sein Motto hervor, das er anlässlich der ID Austria Servicetour zum Credo gemacht hat: "Das Amt muss zu den Bürgern kommen und nicht die Bürger zum Amt." Dafür sei es notwendig, dass man Strukturen gemeinsam verändere. "Es liegt an uns allen, die Verwaltung durch Digitalisierung, insbesondere durch Künstliche Intelligenz, weiterzuentwickeln." Vor dem Hintergrund von Demografie, Budgetdruck und der Disruption durch Künstliche Intelligenz machte Pröll die Dringlichkeit deutlich: In den kommenden 13 Jahren würden rund vier von zehn Bundesbediensteten in den Ruhestand treten. "Die Frage ist nicht, ob sich der öffentliche Dienst verändern wird. Die Frage ist, ob wir diese Veränderung gestalten - oder von ihr gestaltet werden", so der Staatssekretär. Sein Ziel: ein Verständnis von Verwaltung, das nicht beim "Nein, weil…" stehen bleibt, sondern zum "Ja, wenn…" kommt.
Moderne Werkzeuge. Der Staat investiert gezielt in digitale Kompetenzen und Technologie - "nicht, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu ersetzen, sondern um sie zu entlasten". Konkret wird das KI-Tool GovGPT noch im Juli für alle Bundesbediensteten ausgerollt; der ELAK erhält noch heuer KI-Funktionen, mit denen sich Akten innerhalb von wenigen Sekunden zusammenfassen lassen - eine große Erleichterung im Alltag vieler Bediensteter. Begleitet wird dies durch den Ausbau der digitalen Schulungsangebote der Verwaltungsakademie, ein neues Reallabor und die Public-AI-Initiative.
Zweitens - Bürokratieabbau. Jede Reform werde an der Frage gemessen, ob sie einen Mehrwert für die Bürgerinnen und Bürger schaffe oder nur Ressourcen binde. In künftigen Dienstrechts-Novellen soll jeweils ein Digitalisierungs- und Deregulierungsschwerpunkt gesetzt werden - unter dem Motto "Abschaffen, vereinfachen oder automatisieren".
Drittens - die besten Köpfe für den öffentlichen Dienst. Der öffentliche Dienst soll zum "attraktivsten Arbeitgeber dieses Landes" entwickelt werden. Dazu zählen die Stärkung unabhängiger Elemente in Auswahlkommissionen, ein modernes Führungsverständnis mit klaren Zielen und messbaren Ergebnissen sowie ein gezielter Wissenstransfer zwischen den Generationen.
Zur Ausarbeitung der Maßnahmen wurde bereits eine Arbeitsgruppe eingesetzt, unterstützt von den externen Expertinnen und Experten Mag. Dr. Iris Rauskala und Prof. Dr. Gerhard Hammerschmid.
Mit Verweis auf Estland, wo 99 Prozent der Behördenwege digital erledigt werden, warb Pröll für mehr Mut: "Glaubt irgendjemand ernsthaft, dieses Land scheitert an einem Formular?" Ein Staat werde nicht daran gemessen, wie viele Strategien er verabschiede, sondern ob er Probleme lösen könne. "Wir sind das Land, das aus Trümmern ein Wirtschaftswunder gebaut hat. Das Land der Erfinder, der Hidden Champions, der Weltmarktführer aus dem hintersten Tal. Was wir jetzt brauchen, ist der Mut dafür. Wir haben die Menschen, die Ideen und den Willen. Jetzt brauchen wir den Mut." Sein Appell zum Abschluss: "Österreich braucht Sie. Österreich schätzt Sie. Und Österreich wird gemeinsam mit Ihnen besser. Gestalten wir es. Gemeinsam", so Pröll.