10/15/2026 | Press release | Distributed by Public on 10/15/2026 01:14
Berlin, 15. Oktober 2026 - Die Menschen in Deutschland zweifeln an der Krisenfestigkeit der Verwaltung. Nur 32 Prozent halten die öffentliche Verwaltung generell für gut auf hybride Angriffe vorbereitet, also zum Beispiel auf Cyberattacken, Sabotage oder Desinformation. Anfang des Jahres waren es noch 37 Prozent. 62 Prozent sehen die Verwaltung derzeit schlecht vorbereitet. Etwas mehr trauen die Menschen ihrer eigenen Stadt- oder Gemeindeverwaltung zu: 42 Prozent halten sie für gut vorbereitet. Mit 53 Prozent macht sich mehr als die Hälfte der Deutschen Sorgen, dass ein hybrider Angriff Behörden lahmlegen könnte. Und fast drei Viertel (73 Prozent) meinen, die Bundesregierung schenke der Bedrohung durch hybride Angriffe zu wenig Beachtung. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 1.004 Personen ab 18 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. "Deutschland wird täglich angegriffen, unsere Unternehmen, kritischen Infrastrukturen und Verwaltungen. Die Menschen spüren das und erwarten zu Recht, dass Staat und Verwaltung auch im Ernstfall handlungsfähig bleiben", sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst anlässlich des ersten Resilience Day auf der Smart Country Convention in Berlin. "Krisenfestigkeit muss von Anfang an mitgedacht werden. Ins Zentrum einer resilienten Verwaltung gehören gut geschützte digitale Systeme und funktionierende Notfallpläne."
Auch vielen Bürgerinnen und Bürgern gilt Digitalisierung als ein Teil der Lösung. 45 Prozent sagen, die Digitalisierung der Verwaltung mache Deutschland insgesamt krisenfester. 34 Prozent meinen, in einer Krise seien digitale Verwaltungsleistungen leichter zu nutzen als der Gang aufs Amt oder Anträge auf Papier.
Fast alle Akteure werden schlechter bewertet als zu Jahresbeginn
Dabei schneidet nicht nur die Verwaltung schlechter ab als noch Anfang des Jahres. Die Polizei halten aktuell 51 Prozent für gut auf hybride Angriffe vorbereitet, nach 56 Prozent zu Jahresbeginn. Die Bundeswehr liegt unverändert bei 47 Prozent. Unternehmen trauen 34 Prozent eine gute Vorbereitung zu (Jahresbeginn: 36 Prozent), Krankenhäusern und Ärzten ebenfalls 34 Prozent (37 Prozent). Die Bevölkerung selbst halten nur noch 28 Prozent für gut vorbereitet, zu Jahresbeginn waren es 32 Prozent. Schlusslicht sind die Schulen: Ihnen attestieren nur 22 Prozent eine gute Vorbereitung, 70 Prozent eine schlechte. "Resilienz ist eine gemeinsame Aufgabe von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft", sagt Wintergerst. "Jede Behörde, jedes Unternehmen und jeder Einzelne muss und kann heute schon etwas tun, um im Ernstfall besser vorbereitet zu sein."
Erster Resilience Day auf der Smart Country Convention
Wie Deutschland widerstandsfähiger gegen hybride Bedrohungen wird, ist heute Thema des ersten Resilience Day auf der Smart Country Convention in Berlin. Zu den Gästen auf den Bühnen gehören unter anderem Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamts, Sabine Lackner, Präsidentin des Technischen Hilfswerks, Florian Hager, ARD-Vorsitzender und Intendant des Hessischen Rundfunks, Anette Dowideit, Chefredakteurin von Correctiv, Katrin Hirseland, Vizepräsidentin des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, Dr. Achim Brötel, Präsident des Deutschen Landkreistages, und Dr. Volker Pötzsch, Chef des Stabes im Kommando Cyber- und Informationsraum der Bundeswehr. Alle Informationen online unter www.smartcountry.berlin.
Praxishilfen im Bitkom Resilience Hub
Konkrete Unterstützung bietet der Bitkom Resilience Hub unter www.bitkom.org/ResilienceHub. Für Kommunen gibt es eine Checkliste mit mehr als 60 Prüfpunkten, von der Krisenorganisation über die Cybersicherheit bis zur Warnung der Bevölkerung. Damit können auch kleinere Verwaltungen ihre Krisenvorsorge Schritt für Schritt überprüfen. Unternehmen finden einen Leitfaden mit Checkliste, einen Notbetriebsplan für die ersten Stunden sowie Vorlagen für Notfall-Kontaktlisten und die Besetzung eines Krisenstabs. Bürgerinnen und Bürger erfahren, wie sie Desinformation, Fake-Webseiten und Bots erkennen, und können ihren Wissensstand in einem Selbsttest prüfen.