07/29/2026 | Press release | Distributed by Public on 07/29/2026 09:46
Anlässlich des Gedenktags zum Genozid an den Sinti und Roma durch die Nationalsozialisten laden die Stadt Augsburg und der Regionalverband Deutscher Sinti & Roma Schwaben e.V. am Sonntag, 2. August, um 10 Uhr zu einer öffentlichen Gedenkstunde an den Erinnerungs- und Lernort "Halle 116" (Schotte 4) ein. Die Veranstaltung setzt zugleich ein Zeichen gegen alle Formen von Ausgrenzung und Antiziganismus.
Julia Hornung und Giangiacomo Rosso übernehmen die musikalische Umrahmung. Thematisch passende lyrische Impulse liefert Lisa Bühler von bluespots productions.
Ausstellung "THE THREAD THAT HOLDS / DER FADEN, DER HÄLT"
Im Erinnerungs- und Lernort "Halle 116" ist zudem auf der neu eröffneten Wechselausstellungsfläche in der Schotte 4 weiterhin die Antiziganismus-Kunstausstellung "THE THREAD THAT HOLDS / DER FADEN, DER HÄLT" der Roma-Künstlerin Luna De Rosa kostenlos zu sehen. Diese wird noch bis 4. Oktober 2026 zu den regulären Öffnungszeiten der "Halle 116" (Mittwoch 10 bis 15 Uhr, Samstag/Sonntag 11 bis 16 Uhr) gezeigt.
Der Gedenktag am 2. August
2015 regte das Europäische Parlament an, den 2. August als Gedenktag für die von den Nationalsozialisten ermordeten Sinti und Roma einzuführen. Seither wird an diesem Tag der Opfer des Genozids gedacht. Das konkrete Datum bezieht sich auf die Ermordung einer letzten im sogenannten "Zigeunerlager" des KZ Auschwitz-Birkenau verbliebenen Gruppe von ca. 4.200 Sinti und Roma - hauptsächlich Frauen, Kinder und alte Menschen - die in der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 von der SS getötet wurden. Ein vorangegangener Versuch der SS, etwa 6.000 Menschen aus dem Lager in die Gaskammern zu bringen, scheiterte am 16. Mai 1944 am gemeinsamen Widerstand der Häftlinge.
Bereits seit Februar 1943 erfolgte die systematische Deportation der Sinti und Roma nach Auschwitz, wo die meisten der etwa 22.000 Inhaftierten durch planmäßige Mangelernährung, Zwangsarbeit, medizinische Versuche oder in den Gaskammern den Tod fanden.
Der "vergessene Holocaust"
Insgesamt wurden im Deutschen Reich und den von den Deutschen besetzten Ländern Osteuropas bis zu 500.000 Sinti und Roma von den Nationalsozialisten umgebracht. Noch immer gilt dieser Genozid als ein "vergessener Holocaust", weil er in der Öffentlichkeit kaum bekannt ist und weil die Überlebenden lange dafür kämpfen mussten, überhaupt als Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung anerkannt zu werden. Auch "Wiedergutmachungsleistungen" erhielten sie spät oder nie.
Gedenken in Augsburg seit 2021
In Augsburg würdigen die Stadt und der Regionalverband Deutscher Sinti und Roma Schwaben e.V. den 2. August seit 2021 mit einer öffentlichen Gedenkstunde. In diesem Jahr findet das Gedenken erstmals in der Schotte 4 des Erinnerungs- und Lernorts "Halle 116" statt.
Weitere Informationen: augsburg.de/erinnerungskultur