Federal Ministry of the Interior of the Republic of Austria

04/19/2026 | Press release | Distributed by Public on 04/19/2026 01:17

Fast Halbierung bei Asylanträgen im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr

Innenminister Gerhard Karner sagt, der Kampf gegen die illegale Migration werde konsequent fortgesetzt. Die Maßnahmen in Österreich und Europa wirkten, und die illegale Migration werde weiter gegen Null gedrängt.

Im März 2026 gab es nur 306 Asyl-Erstanträge. Im März des Vorjahres waren es noch 420 Erstanträge - ein Rückgang um mehr als 27 Prozent zum Vorjahr und die geringste Zahl an Erstanträgen in Österreich seit zehn Jahren. Im gesamten ersten Quartal 2026 wurden gesamt 1.074 Asylerstanträge gestellt - das entspricht einem Rückgang um rund 30 Prozent zum Vorjahr.

Innenminister Gerhard Karner: "Der Kampf gegen die illegale Migration wird konsequent fortgesetzt. Die stark rückläufigen Zahlen zeigen, dass die Maßnahmen in Österreich und Europa wirken. Das Ziel ist klar: Illegale Migration weiter gegen Null drängen."

Auch Asylanträge stark rückläufig

803 Asylanträge (Asylerstanträge und Folgeanträge) im März 2026 in ganz Österreich sind im Vergleich zu März 2025, als es noch 1.359 Anträge gab, ein Rückgang von knapp 41 Prozent. Im gesamten ersten Quartal (Jänner bis März) 2026 wurden insgesamt 2.598 Asylanträge gestellt, im Vergleichszeitraum 2025 wurden noch 4.756 Anträge eingebracht - ein Rückgang um 45 Prozent. Im März stammten die meisten Anträge von Syrern (198), der Großteil davon betrifft allerdings in Österreich geborene Kinder.

Familiennachzug ausgesetzt - Systeme entlastet

Auch der vorübergehende Stopp des Familiennachzuges zeigt nach wie vor Wirkung und entlastet Gesundheits-, Bildungs-, Integrations- und Sozialsystem nachhaltig. Erfolgten am Wege des Familiennachzugs im ersten Quartal 2025 noch 401 Einreisen, gab es von Jänner bis März 2026 lediglich 25 Einreisen - absolute soziale Härtefälle. Um diese Entwicklung nachhaltig abzusichern, wurde der Familiennachzug per Verordnung mit Anfang Jänner für weitere sechs Monate ausgesetzt.

Maßnahmen wirken: Organisierte Schleppermafia meidet Österreich. Minus 97 Prozent Illegale aufgegriffen

Die stark rückläufige Zahl der Aufgriffe in den vergangenen beiden Jahren zeigt klar: Die Schlepperrouten konnten auch im Osten Österreichs nachhaltig zerschlagen werden und haben sich auf die die sogenannten Balkan-Küstenroute - und damit an Österreich vorbei - verlagert. Polizeiliche Einheiten wie die Operation Fox, die gemeinsam mit ungarischen Behörden auf ungarischem Staatsgebiet Kontrollen durchführt, sowie die Weiterentwicklung des Grenzschutzkonzepts sind Maßnahmen, die sich spürbar auf den Migrationsdruck auswirken - denn es hat sich herumgesprochen, dass das Risiko massiv gestiegen ist, beim illegalen Grenzübertritt nach Österreich aufgegriffen zu werden.

Den Erfolg der Maßnahmen bestätigen auch die Zahlen: Wurden im Zeitraum von Jänner bis Mitte April 2023 noch mehr als 5.100 Aufgriffe illegale Fremde im Burgenland angehalten, waren es im Vergleichszeitraum 2026 nur 134 Personen - eine Reduktion um mehr als 97 Prozent binnen drei Jahren. Die illegale Migration in Österreich wird somit weiter gegen Null gedrängt. Nur 24 der in diesem Jahr aufgegriffenen Personen stellten einen Asylantrag, die anderen mussten Österreich unmittelbar wieder verlassen.

Neues Grenzschutzkonzept und Verlängerung der Grenzkontrollen

Die Grenzkontrollen zu Ungarn, Slowenien, Tschechien und der Slowakei wurden Mitte Dezember 2025 um vorerst weitere sechs Monate verlängert - genauso wie der Assistenzeinsatz des Bundesheeres zum Schutz der österreichischen Grenzen. Gleichzeitig wurde das polizeiliche Grenzschutzkonzept weiterentwickelt. Der Kontrollgürtel an der Grenze wurde verbreitert - hin zu Kontrollen im Grenzraum und im Hinterland und nicht nur direkt an den Grenzübergängen. Das macht illegale Grenzübertritte vor allem für die organisierte Schleppermafia schwieriger und riskanter - das Risiko, festgenommen zu werden, ist extrem hoch.

3.575 Abschiebungen: mehr Abschiebungen als Erstanträge

Im März mussten 3.575 Personen Österreich verlassen, 1.882 (53 Prozent) davon zwangsweise und 1.693 (47 Prozent) eigenständig. Der eigenständigen Ausreise kommt auch weiterhin eine wichtige Bedeutung zu - ist sie für die Republik doch wesentlich kostengünstiger als zwangsweise Abschiebungen. Fast 46 Prozent der Abgeschobenen waren in Österreich strafrechtlich verurteilt. Bis Ende März wurden außerdem 244 Dublin-Überstellungen durchgeführt, bei denen 31 Afghanen, 26 Algerier und 20 Personen der Russischen Föderation Österreich verlassen mussten. Bei Dublin-Abschiebungen werden Personen in jenes europäische Land abgeschoben, in dem sie erstmals einen Asylantrag gestellt haben und das somit zuständig ist.

Über 1.100 Syrer verließen Österreich seit Sturz des Assad-Regimes

Seit dem Sturz dem Assad Regimes sind rund 1.100 Menschen aus Syrien eigenständig in ihr Heimatland zurückgekehrt. Im Vergleich dazu verließen in den Jahren 2023 und 2024 lediglich 200 Syrerinnen und Syrer Österreich in Richtung ihrer Heimat. Maßnahmen, um die Rückkehr nach Syrien zu unterstützen, tragen positiv zu dieser Entwicklung bei.

Über zwei Drittel erhalten kein Asyl - Eilverfahren werden fortgeführt

Bis Ende März wurden 7.312 Asylverfahren negativ entschieden oder eingestellt. 326 Personen verzichteten freiwillig auf Schutz und verließen Österreich während des Verfahrens. In 3.209 Fällen wurde Asyl oder subsidiärer Schutz gewährt. Keine Chance auf Asyl hatten im März Antragstellerinnen und Antragsteller aus Indien und Tunesien. Für Länder mit geringer Bleibewahrscheinlichkeit setzt das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) weiter auf Schnell- und Eilverfahren. Bis Ende März wurden 162 negative Entscheidungen innerhalb von 28 Tagen beziehungsweise in der ersten Instanz sogar binnen 72 Stunden getroffen.

Asylanträge in meisten Staaten Europas rückläufig

In Europa (inkl. Schweiz und Norwegen) gab es im ersten Quartal 2026 (bis KW13) mit 173.082 Asylanträgen um 18 Prozent (37.625) weniger Anträge als im Vergleichszeitraum 2025 (210.707). Gestiegen sind die Anträge in den Niederlanden (+28 Prozent), Zypern (+21 Prozent) und Finnland (+8 Prozent). Gesunken sind die Anträge in den meisten anderen Staaten, hervorzuheben ist Polen (-68 Prozent), Deutschland (-23 Prozent), Griechenland (-22 Prozent), Spanien (-17 Prozent) und Frankreich (-15 Prozent). Die strengen Maßnahmen und die Umsetzung des europäischen Asylpakts zeigen bereits Wirkung - Ziel ist es, auch europaweit die Migrationswende zu schaffen.

Tiefstand in Grundversorgung seit über 20 Jahren

Aktuell befinden sich 49.839 Menschen in Grundversorgung, davon lediglich rund 7.900 Asylwerber - der niedrigste Wert seit über 20 Jahren. Der Großteil der Menschen in der Grundversorgung - nämlich mehr als 28.891 - sind Kriegsvertriebene aus der Ukraine (viele davon Kinder und Frauen). Zu Jahresbeginn 2023 waren noch knapp 93.000 Menschen in der Grundversorgung. Die Rückgänge ermöglichen auch Einsparungen - beispielsweise konnte die Zahl der Bundesquartiere in den vergangenen beiden Jahren von mehr als 30 auf aktuell acht reduziert werden.

Artikel Nr: 30208 vom Sonntag, 19. April 2026, 09:00 Uhr
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