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10/26/2026 | Press release | Distributed by Public on 10/26/2026 04:26

Auch Gasgemische kennen Sommer und Winter

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Auch Gasgemische kennen Sommer und Winter

Bildnachweis: Westfalen AG & Co. KG, Münster

Warum die Jahreszeit beim Befüllen von Gasflaschen entscheidend ist und wie der richtige Fülldruck die Qualität sichert.

Bei der Herstellung und Abfüllung von Gasgemischen spielt die Umgebungstemperatur eine wichtige Rolle. Deshalb unterscheidet man zwischen Sommer- und Winterfüllungen. Doch was steckt dahinter und warum ist diese Unterscheidung relevant?

Sommer- und Winterfüllungen bezeichnen Gasgemische, deren Fülldruck an die jeweiligen Temperaturbedingungen angepasst ist. Der Hintergrund dafür liegt im Dampfdruckverhalten der eingesetzten Komponenten in den Hochdruckzylindern. Bleibt der Druck hoch, sinkt aber beispielsweise im Winter die Temperatur, besteht die Gefahr, dass bestimmte Komponenten beginnen zu kondensieren. Dadurch kann es zu einer Entmischung des Gasgemisches kommen.

Die Füllsaison ist wichtig, weil die Temperatur auf dem Transportweg - gerade im Winter - nicht kontrolliert werden kann. Bei bestimmten Komponenten in Gasgemischen kann es im schlimmsten Fall zur Kondensation und damit zu einem Qualitätsverlust kommen. Um diesem Problem vorzubeugen, kalkulieren wir den Fülldruck von Gasgemischen nach DIN 14912 entsprechend geringer, nämlich bei -10 °C.

Durch die Unterscheidung zwischen Sommer- und Winterfüllung wird sichergestellt, dass immer die korrekte Zusammensetzung in der Flasche enthalten ist, damit Gasgemische in ihren Anwendungen zuverlässig funktionieren - unabhängig von der Jahreszeit.

Ein Beispiel: 35 Vol. % CO2 in Stickstoff

Bei einer Mischung von 35 Vol. % Kohlendioxid in Stickstoff kann die Komponente CO2 bei bestimmten Parametern kondensieren. Dadurch verändert sich die Zusammensetzung des Gasgemisches. Mit unterschiedlichen Füllsaisons und den daraus resultierenden Fülldruckänderungen lässt sich dieses Risiko vermeiden:

  • Sommerfüllung: 114 bar Fülldruck. Das Gasgemisch kondensiert nicht und ist bis zu einer Temperatursenkung auf +5 °C stabil.
  • Winterfüllung: 75 bar Fülldruck. Das Gasgemisch kondensiert bis zu einer Temperatur von -10 °C nicht und ist somit auch bei tiefen Temperaturen stabil.

Wenn eine Sommerfüllung im Winter draußen gelagert oder bei unkontrollierter Temperatur transportiert wird, kann es zu einer Veränderung der Zusammensetzung kommen, sobald die Temperatur 5 °C unterschreitet. Durch Erwärmen der Flasche und eine gute Durchmischung ist dies jedoch in der Regel reversibel.

Daher gilt: wer bei der Bestellung und Lagerung von Gasflaschen auf die Füllbedingungen achtet und die Flaschen möglichst bei einer entsprechend ihrer Füllsaison konstanten Temperatur lagert, um Druckschwankungen zu vermeiden, ist auf der sicheren Seite.

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