eco - Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V.

08/21/2026 | Press release | Distributed by Public on 08/21/2026 06:39

eco vor Kabinettsklausur: Standortbremsen lösen

  • eco fordert konkrete Standortpolitik für mehr Wettbewerbsfähigkeit und technologische Souveränität
  • eco Vorstandsvorsitzender Oliver Süme: Schnellere Genehmigungen und weniger Bürokratie müssen Investitionen in digitale Infrastruktur erleichtern
  • 96 Milliarden Euro KI-Potenzial in der Industrie - eco fordert klare und praxistaugliche KI-Regeln

Berlin, 24. August 2026: Wettbewerbsfähigkeit, technologische Souveränität und Bürokratieabbau stehen im Mittelpunkt der Kabinettklausur der Bundesregierung, die am 25. August 2026 beginnt. eco fordert, den Beratungen nach der Sommerpause konkrete Entscheidungen für den Digitalstandort folgen zu lassen. Im Fokus müssen bessere Investitionsbedingungen für digitale Infrastrukturen und ein regulatorisches Umfeld stehen, das Innovation ermöglicht statt verzögert.

"Mit Wettbewerbsfähigkeit, technologischer Souveränität, Schlüsseltechnologien und Bürokratieabbau setzt die Bundesregierung bei ihrer Klausur die entscheidenden Themen auf die Agenda. Jetzt muss daraus konkrete Standortpolitik werden. Wer technologische Souveränität und mehr Wettbewerbsfähigkeit will, muss dafür sorgen, dass Unternehmen in Deutschland schneller investieren und digitale Geschäftsmodelle skalieren können", sagt Oliver Süme, Vorstandsvorsitzender des eco Verbands.

An erster Stelle steht für eco der Ausbau der digitalen Infrastruktur. Deutschland braucht zusätzliche Rechenzentrumskapazitäten, leistungsfähige Netze und ausreichend Cloudkapazitäten. Dafür müssen Genehmigungsverfahren schneller, Netzanschlüsse planbarer und die Rahmenbedingungen für Investitionen verlässlicher werden.

Zugleich muss die Bundesregierung beim Bürokratieabbau über Ankündigungen hinauskommen. Neue digitale Geschäftsmodelle treffen heute auf zahlreiche Dokumentations-, Nachweis- und Berichtspflichten aus unterschiedlichen Regelwerken. Gerade für Start-ups und mittelständische Unternehmen werden regulatorische Parallelstrukturen damit zum Wachstumshemmnis.

Wie viel dabei wirtschaftlich auf dem Spiel steht, zeigt die aktuelle eco Studie "Der Deutschland Case: Wie KI das industrielle Geschäftsmodell erneuert". Allein in der deutschen Industrie liegt das Wertschöpfungspotenzial durch KI und Automatisierung bei 96 Milliarden Euro. Schon heute erzielen Unternehmen rund 120 Milliarden Euro Umsatz mit Produktinnovationen, die KI-Elemente enthalten. KI nutzende Unternehmen gehören zudem deutlich häufiger zu den Innovatoren als Unternehmen ohne KI-Einsatz.

Um dieses Potenzial zu heben, braucht es nach der Sommerpause einen praxistauglichen Vollzug des AI-Act mit klaren Zuständigkeiten, einer bundesweit einheitlichen Auslegung und belastbaren technischen Standards. Überschneidungen mit Datenschutzrecht und sektoralen Vorgaben müssen reduziert werden. Wo europäische Standards noch fehlen, dürfen Unternehmen nicht durch unterschiedliche nationale Auslegungen oder zusätzliche Nachweispflichten belastet werden.

Für eco wird sich der Erfolg der Kabinettklausur deshalb daran messen lassen, ob nach der Sommerpause konkrete Verbesserungen folgen:bessere rechtliche Rahmbedingungen für Investitionen in digitale Infrastruktur, weniger Bürokratie und Regeln, die den Einsatz neuer Technologien in Deutschland tatsächlich erleichtern.

Link zur eco-Studie "Der Deutschland-Case - Wie KI das industrielle Geschäftsmodell erneuert"

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