TUM - Technische Universität München

10/08/2026 | Press release | Distributed by Public on 10/08/2026 00:51

Autonome Fahrzeuge gegen Cyberangriffe schützen

  • 8.10.2026
  • Lesezeit: 2 Min.

Angriffe auf Kameras und Sensoren

Autonome Fahrzeuge gegen Cyberangriffe schützen

Fahrerassistenzsysteme sind heute in nahezu allen modernen Autos verbaut. Damit hängt die Sicherheit davon ab, ob Computersysteme Sensordaten zuverlässig verarbeiten. Forschende der Technischen Universität München (TUM) untersuchen deshalb, wie sich die Systeme gezielt manipulieren lassen - mit dem Ziel, Fahrzeuge künftig besser vor solchen Angriffen zu schützen. Schon eine unauffällig angebrachte Folie auf den Sensoren kann schwere Unfälle verursachen.

Andreas Heddergott / TUM
Sebastian Steinhorst, Professor für Embedded Systems and Internet of Things

In Kürze

  • Manipulierte Kameras und Sensoren können autonome Fahrzeuge gefährlich in die Irre führen
  • Schon einfache Eingriffe wie Folien auf Sensoren können Fahrentscheidungen verfälschen
  • Forschende der TUM testen Angriffe und entwickeln Schutzmechanismen

Autos sind mit immer mehr autonomen Funktionen ausgestattet. Gleichzeitig ist der Testbetrieb von Robotaxis im Münchner Stadtverkehr geplant. Die Fahrzeuge orientieren sich dabei in ihrer Umgebung mithilfe optischer Sensoren. Kameras erfassen Verkehrszeichen, Fahrbahnmarkierungen oder andere Verkehrsteilnehmende; LiDAR-Systeme messen Entfernungen und erstellen daraus ein räumliches Bild der Umgebung. Werden diese Wahrnehmungssysteme manipuliert, kann dies sicherheitskritische Folgen haben.

Manipulierte Sensoren können Fahrentscheidungen verfälschen

In einer aktuellen Publikation zeigt das Team um Sebastian Steinhorst, Professor für Embedded Systems and Internet of Things, und Mohammad Hamad, Gruppenleiter für Cybersicherheit des IoT und autonomer Systeme, an der School of Computation, Information and Technology, dass bereits eine unauffällige Folie auf der Sensoroberfläche die Perspektive von Kameras und LiDAR-Systemen verändern kann. Dabei nutzen die Forschenden eine Polycarbonatfolie, auf der sich eine mikroskopisch kleine, asymmetrische lineare Prismenstruktur befindet. Die Folie führt dazu, dass das Licht um 20 Grad abgelenkt wird. Das Fahrzeug erkennt Objekte und Fahrspuren zwar weiterhin, nimmt deren Position jedoch falsch wahr. Diese befinden sich tatsächlich weiter links oder rechts als angenommen. Ab einer Verschiebung um mehr als einen Meter kann dies dazu führen, dass das Fahrzeug fehlerhafte Entscheidungen trifft und beispielsweise versehentlich in den Gegenverkehr fährt.

Die Forschenden analysieren deshalb, welche unterschiedlichen Angriffspunkte Fahrzeugkameras, LiDAR-Sensoren und deren Datenverarbeitung bieten. Ziel ist es, neue Angriffsmethoden zu verstehen und insbesondere Wege zu entwickeln, mit denen Fahrzeuge solche Manipulationen erkennen und abschwächen können.

Mobilität

Mobilität ist ein wichtiger Faktor bei der Bekämpfung des Klimawandels. Entdecken Sie, wie wir fächerübergreifend neue Modelle für eine digital vernetzte, nachhaltige Mobilität erarbeiten.

Mobilität an der TUM

MCube / Viktoriya Zayika

Angriffe zuerst im digitalen Zwilling testen

Bevor die Forschenden Angriffe an realen Fahrzeugen untersuchen, erproben sie diese mithilfe digitaler Zwillinge, die das Fahrzeug und dessen Umgebung virtuell abbilden. So lassen sich Manipulationen kontrolliert, sicher und kostengünstig analysieren. Anschließend werden Angriffsversuche unter anderem im kontrollierten Umfeld am Forschungsfahrzeug EDGAR der TUM getestet.

Fahrzeuge sollen selbst auf Angriffe reagieren

Neben der Analyse neuer Angriffsmöglichkeiten arbeitet das Team auch daran, Angriffe abzuwehren. Langfristig sollen intelligente Fahrzeuge potenzielle Risiken selbstständig erkennen und angemessen darauf reagieren. Zum Beispiel, indem sie sicher am Straßenrand anhalten und schon vor Fahrbeginn anzeigen, dass die Sensoren nicht einwandfrei funktionieren. Das ist besonders wichtig, wenn eine menschliche Sicherheitszentrale nicht rechtzeitig eingreifen kann - etwa wegen fehlender Verbindung, knapper Reaktionszeit oder technischer Einschränkungen.

Andreas Heddergott / TUM
Marco Calipari, Michael Kühr, Mohammad Hamad und Sebastian Steinhorst von der Professur für Embedded Systems and Internet of Things.

Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz prägt unsere Arbeits-, Forschungs- und Alltagswelt. Entdecken Sie, wie wir diesen Fortschritt durch innovative KI-Methoden und Anwendungen mitgestalten - von Robotik bis Maschinellem Lernen.

KI und Robotik an der TUM

Andreas Heddergott / TUM
Publikationen
  • Marco Calipari, Michael Kühr, Dominik Kulmer, Maximilian Luedecke, Mohammad Hamad, Sebastian Steinhorst: "Perspective-Shift Attacks Against Optical Perception Sensors: A Novel Attack Vector on LiDAR and Camera". 4th USENIX Symposium on Vehicle Security and Privacy (VehicleSec '26), Baltimore, USA, 2026.
  • Michael Kühr, Mohammad Hamad, Pedram MohajerAnsari, Mert D. Pesé, Sebastian Steinhorst: "SoK: Security of the Image Processing Pipeline for Camera-based Sensing in Autonomous Vehicles". ACM Asia Conference on Computer and Communications Security (ASIA CCS '26), Bangalore, Indien, 2026, S. 1738-1754.
    DOI: 10.1145/3779208.3785267.
  • Andreas Finkenzeller, Anshu Mathur, Jan Lauinger, Mohammad Hamad, Sebastian Steinhorst: "Simutack - An Attack Simulation Framework for Connected and Autonomous Vehicles". IEEE 97th Vehicular Technology Conference: VTC2023-Spring, Florenz, Italien, 2023.
    DOI: 10.1109/VTC2023-Spring57618.2023.10200555.
  • Mohammad Hamad, Andreas Finkenzeller, Michael Kühr, Andrew Roberts, Olaf Maennel, Vassilis Prevelakis, Sebastian Steinhorst: "REACT: Autonomous Intrusion Response System for Intelligent Vehicles". Computers & Security, 145, 2024.
    DOI: 10.1016/j.cose.2024.104008.
Weitere Informationen und Links

Technische Universität München

Corporate Communications Center

Kontakte zum Artikel:

Prof. Dr. Sebastian Steinhorst
Technische Universität München
Professur für Embedded Systems and Internet of Things
sebastian.steinhorstspam prevention@tum.de
www.tum.de

Zurück zur Übersicht Seite drucken

Aktuelles zum Thema

  • 10.9.2026
  • Lesezeit: 1 Min.

Auszeichnung für hocheffiziente Radnaben-Motoren

Deutscher Gründerpreis für TUM-Ausgründung DeepDrive

  • Entrepreneurship
  • Mobilität
  • 6.8.2026
  • Lesezeit: 3 Min.

Karriere in der Forschung: María José Zúñiga

Mobilität gerechter denken

  • Forschung
  • Mobilität
  • Nachhaltigkeit
  • 1.12.2025
  • Lesezeit: 3 Min.

Central Car Server (CeCaS) für hochautomatisierte Fahrzeuge

Software-Architektur für künftige Autos entwickelt

  • Mobilität
  • Künstliche Intelligenz
  • 7.2.2025
  • Lesezeit: 2 Min.

Wissenschaftlicher Fünf-Punkte-Plan von MCube zur Zukunft der Mobilität

Forderung nach grundlegendem Wandel in der deutschen Mobilitätspolitik

  • Forschung
  • Nachhaltigkeit
  • Mobilität
  • Public Engagement
  • 21.1.2025
  • Lesezeit: 4 Min.

Mit genauen Modellen Verkehr in Städten planen

Smarte Simulationen für urbane Mobilität

  • Nachhaltigkeit
  • Mobilität
Vorheriger Slide Nächster Slide
TUM - Technische Universität München published this content on October 08, 2026, and is solely responsible for the information contained herein. Distributed via Public Technologies (PUBT), unedited and unaltered, on October 08, 2026 at 06:51 UTC. If you believe the information included in the content is inaccurate or outdated and requires editing or removal, please contact us at [email protected]