Bundesland Niedersachsen

06/24/2026 | Press release | Distributed by Public on 06/24/2026 05:26

Statement der Niedersächsischen Kultusministerin Julia Willie Hamburg zu den Handlungsempfehlungen der externen Expertenkommission zum „Kinder- und Jugendschutz in der[...]

Heute hat die externe Expertenkommission "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt" des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSJ) ihre Handlungsempfehlungen vorgestellt. Dazu ein Statement der Niedersächsischen Kultusministerin Julia Willie Hamburg:

"Ich begrüße die Handlungsempfehlungen der Expertenkommission. Sie bekräftigen in zentralen Punkten das, wofür wir uns in Niedersachsen seit Langem einsetzen: Wir müssen den Schutz von Kindern und Jugendlichen ganzheitlich denken - digitale Teilhabe ermöglichen, Medienkompetenz stärken und vor allem klare Regelungen schaffen. Ich danke der Kommission für die umfassende und differenzierte Auseinandersetzung.

Seit Beginn dieser Debatte habe ich mich auch mit Blick auf den Umgang mit Handys in Schulen für bundesweit einheitliche Regelungen eingesetzt. Ich teile die Einschätzung, dass Handys nichts in Grundschulen und den unteren Jahrgängen der weiterführenden Schulen zu suchen haben. So haben wir das in einem umfangreichen Prozess mit den Schulen in Niedersachsen verabredet und so setzen es unsere Schulen flächendeckend bereits um.

Entscheidend ist für mich: Es darf nicht das Ziel sein, Kinder und Jugendliche aus digitalen Räumen auszuschließen. Sie haben ein Recht auf Teilhabe. Der richtige Weg ist ein anderer: Wir müssen die Plattformen so regulieren, dass sie sicher sind. Wenn Plattformen durch ihre Gestaltung Risiken verstärken - etwa durch algorithmische Feeds, manipulative Designs oder suchtverstärkende Mechanismen -, dann müssen genau diese Strukturen reguliert werden.

Insofern freut es mich besonders, dass sich auch die Kommission in ihren Handlungsempfehlungen klar für eine zielgenaue Altersbeschränkung für Social Media ausspricht, für die ich mich seit Jahren einsetze. Endlich hat diese dringend notwendige Debatte Fahrt aufgenommen, jetzt muss konsequentes Handeln folgen.

Unabhängig davon ist Medienkompetenz der entscheidende Schlüssel für einen sicheren und selbstbestimmten Umgang mit digitalen Technologien. Niedersachsen setzt hier seit Jahren konsequent an: mit dem Pflichtfach Informatik im Sekundarbereich I, mit verbindlichen Regeln zur Handynutzung und der dazugehörigen landesweiten Handy-Handreichung für Schulen, mit Medienscout-Programmen und Formaten wie dem Social-Media-Führerschein sowie mit umfangreichen Fortbildungsangeboten für Lehrkräfte. Ergänzt wird das durch den weiteren Ausbau digitaler Lernumgebungen bis hin zum verantwortungsvollen Einsatz von KI.

Dabei ist ebenso klar: Das gelingt nur gemeinsam. Schule kann diese Aufgabe nicht allein leisten. Medienerziehung beginnt in der Familie - Eltern müssen stärker eingebunden werden. Ich appelliere daher an alle Eltern: Reden Sie mit Ihren Kindern und seien Sie ein Vorbild! Zu früher Konsum ist zudem schädlich für die Entwicklung der Kinder.

Gleichzeitig brauchen wir ein abgestimmtes Vorgehen von Ländern, Bund und Europa. Kinder- und Jugendschutz darf nicht in Insellösungen gedacht werden, sondern erfordert ein gemeinsames, verbindliches Handeln aller Beteiligten. Denn am Ende gilt: Nicht die Kinder müssen sich der digitalen Welt anpassen - die digitale Welt muss sich an den Rechten und Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen orientieren."


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