Ministry for Economic Cooperation and Development of the Federal Republic of Germany

09/02/2026 | Press release | Distributed by Public on 09/01/2026 23:46

Syrien stark wieder aufbauen – gemeinsam mit der deutschen Wirtschaft

Pressemitteilung Syrien stark wieder aufbauen - gemeinsam mit der deutschen Wirtschaft

2. September 2026 | Der Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Niels Annen, reist heute nach Syrien. Im Mittelpunkt seines Besuchs stehen Kooperationsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen beim Wiederaufbau des Landes. Begleitet wird Annen von einer deutschen Wirtschaftsdelegation.

Die Privatwirtschaft spielt eine zentrale Rolle beim Wiederaufbau Syriens: Investitionen, Unternehmertum und neue Arbeitsplätze sind entscheidend für die langfristige Stabilisierung des Landes. Zugleich erfordert der Wiederaufbau Augenmaß und eine klare Orientierung an internationalen Standards - wie beispielsweise Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechten und verantwortungsvollen Lieferketten. Interessierte deutsche Unternehmen werden in den kommenden Tagen potenzielle Partner in Damaskus kennenlernen und sich über Möglichkeiten für ein stärkeres wirtschaftliches Engagement austauschen.

BMZ-Staatssekretär Niels Annen: "Mit dieser Reise wollen wir deutschen Unternehmen den Weg für neue Chancen ebnen und zugleich neue Einkommensmöglichkeiten und mehr Stabilität für die Menschen in Syrien schaffen. Das große Interesse deutscher Unternehmen am Wiederaufbau zeigt: Deutsche Wirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit gehen hier Hand in Hand."

Die Wirtschaftsdelegation umfasst kleine, mittelständische und große deutsche Unternehmen aus dem Bau- und Handwerksgewerbe, der Nahrungsmittelverarbeitung, Gesundheitswirtschaft, den erneuerbaren Energien, der Wasser- und Abfallwirtschaft sowie Banken und Finanzdienstleister.

Viele in Deutschland lebende Syrerinnen und Syrer haben in den vergangenen Jahren Ausbildungen abgeschlossen, Unternehmen gegründet und berufliche Netzwerke aufgebaut. Dieses Know-how und ihre Investitionsbereitschaft können einen wichtigen Beitrag zum wirtschaftlichen Wiederaufbau Syriens leisten. Die syrische Diaspora bildet damit eine wichtige Brücke zwischen Deutschland und Syrien.

Während der Reise eröffnet Staatssekretär Annen auch das Deutsche Haus in Damaskus - Sitz der Büros der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und der KfW Entwicklungsbank. Das Deutsche Haus bündelt Ansprechpartner, Projekte und Kompetenzen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und soll einen Ort des Dialogs mit den syrischen Partnerinnen und Partnern schaffen. Seit dem Sturz des ehemaligen Staatspräsidenten al-Assad unterstützt Deutschland den Aufbau des Landes über die Vereinten Nationen, lokale und internationale Nichtregierungsorganisationen sowie die deutschen Durchführungsorganisationen GIZ und KfW. Der syrischen Regierung werden keine finanziellen Mittel direkt zur Verfügung gestellt.

Syrien befindet sich nach mehr als vierzehn Jahren Krieg in einer Phase fragiler Transition. Nach Einschätzung der Weltbank erfordert der Wiederaufbau Investitionen von rund 216 Milliarden US-Dollar. Krieg und Konflikt haben weitreichende Zerstörungen hinterlassen, insbesondere bei Infrastruktur, Wohnraum und öffentlichen Dienstleistungen. Dennoch erholt sich die syrische Wirtschaft allmählich: Der Internationale Währungsfonds prognostiziert für 2026 ein BIP-Wachstum von über 10 Prozent; die Inflation ist zuletzt deutlich gesunken. Die Aufhebung westlicher Sanktionen sowie die Wiedereingliederung in die internationale Gemeinschaft und das internationale Finanzsystem eröffnen erstmals seit Jahren neues Potenzial für die deutsch-syrische wirtschaftliche Zusammenarbeit.

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