02/26/2026 | Press release | Distributed by Public on 02/26/2026 01:19
Um gemeinsame Perspektiven von Entwicklungszusammenarbeit zwischen Stadt, Land, Bund und Zivilgesellschaft ging es bei der zweiten Ausgabe der "Bonn Humanitarian and Development Talks". Zu der Veranstaltung am Mittwoch, 25. Februar 2026, im Alten Rathaus hatten die Bundesstadt Bonn und das Land Nordrhein-Westfalen in Kooperation mit der Hilfsorganisation Help - Hilfe zur Selbsthilfe eingeladen.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Entwicklungszusammenarbeit heute wahrgenommen wird und welche gemeinsamen Wege Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft gehen können, um ihre Legitimation und Wirkung sichtbar zu stärken. Die Diskussion griff dabei die sich verändernde Wahrnehmung von Entwicklungszusammenarbeit in der Gesellschaft und die damit verbundenen finanziellen Auswirkungen auf.
Auf dem Podium diskutierten Nathanael Liminski, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien des Landes NRW und Chef der Staatskanzlei, Prof. Dr. Anna-Katharina Hornidge, Direktorin des German Institute of Development and Sustainability (IDOS), Birgit Pickel, Leiterin der Abteilung Afrika, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), und Vera Dwors vom Eine-Welt-Netz NRW. Dr. Thorsten Klose-Zuber, Generalsekretär der Organisation Help - Hilfe zur Selbsthilfe, mit der die Stadt Bonn eng in ihrer Solidaritätspartnerschaft mit der ukrainischen Stadt Cherson zusammenarbeitet, moderierte die Runde. Alle Beteiligten warben aus unterschiedlichen Perspektiven dafür, weiter in Entwicklungszusammenarbeit als unverzichtbares Instrument globaler Krisenprävention zu investieren.
Oberbürgermeister Guido Déus sagte zur Begrüßung: "Entwicklungszusammenarbeit beginnt vor Ort - im Austausch mit den Menschen. Hier spielen auch Städte und Gemeinden eine wichtige Rolle. Bonn engagiert sich bereits seit vielen Jahren in der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit. Wir unterhalten Partnerschaften mit Städten in vielen Regionen dieser Welt, unter anderem in Bolivien, Ghana und Usbekistan. Auch in der Ukraine leisten wir Unterstützung im Rahmen unserer Solidaritätspartnerschaft mit Cherson und helfen den Menschen unter anderem mit Fahrzeugen und einem Spendenprojekt für medizinisches Gerät und die Ausstattung von Notunterkünften. Mein Dank gilt den Bonnerinnen und Bonnern, die sich für diese Partnerschaften engagieren - in Vereinen, Schulen, Kirchengemeinden, Kultureinrichtungen und darüber hinaus. Zusammen mit ihnen engagieren wir uns als Stadt für internationalen Dialog und globale Zusammenarbeit."
Nathanael Liminski, NRW-Minister für Europaangelegenheiten und Internationales, sagte: "Die Bonn Humanitarian & Development Talks bieten einen guten Rahmen für den Austausch zu wichtigen entwicklungspolitischen Themen. Dass es gemeinsam mit der Bundesstadt Bonn und Help - Hilfe zur Selbsthilfe gelungen ist, diese Veranstaltungsreihe fest zu etablieren, ist gerade jetzt ein wichtiges Signal, da Multilateralismus, Demokratie und Entwicklungszusammenarbeit zunehmend unter Druck stehen. Nordrhein-Westfalen kennt den Wert der Weltoffenheit und setzt dieses Bewusstsein mit seinem langjährigen entwicklungspolitischen Einsatz in die Tat um. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Diaspora-Communities und Zivilgesellschaft als Brückenbauer. Sie mobilisieren Unterstützung, sensibilisieren für globale Zusammenhänge und stärken mit ihrer Beteiligung den gesellschaftlichen Rückhalt für Entwicklungszusammenarbeit. Dieses Engagement fördert zugleich die demokratische Kultur vor Ort."
Dr. Thorsten Klose-Zuber, Generalsekretär von Help - Hilfe zur Selbsthilfe, ergänzte: "Die Entwicklungszusammenarbeit ist eines der effizientesten Werkzeuge, das uns für die Förderung sozialer Stabilität weltweit zur Verfügung steht. Trotzdem werden die Mittel hierfür drastisch gekürzt - allen voran durch Geberländer wie die USA, aber auch Deutschland. Die Auswirkungen sehen wir in unserer täglichen Arbeit bei Help. Entwicklungsprojekte, die teils seit Jahrzehnten erfolgreich liefen, werden ersatzlos eingestellt. Das hat Folgen: für die Stabilität ganzer Regionen, für die Zukunftschancen einer ganzen Generation. Wenn wir Menschen in Not langfristig eine Perspektive geben wollen, müssen wir auch die nötigen Grundsteine dafür legen. Ich bedanke mich ganz herzlich bei den Bonner*innen und der Stadt Bonn für ihr fortwährendes Engagement und hoffe auf einen weiteren engen Austausch zwischen Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft."
Die Veranstaltung "Bonn Humanitarian and Development Talks" wurde gemeinsam von der Bundesstadt Bonn, der Organisation Help - Hilfe zur Selbsthilfe und der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen ins Leben gerufen und fand erstmals im Februar 2025 statt. Ziel ist es, aktuelle entwicklungspolitische Fragen aufzugreifen und die vielfältigen Bonner Akteurinnen und Akteure von humanitärem und entwicklungspolitischem Engagement stärker miteinander zu vernetzen. Bei der ersten Ausgabe standen der Krieg in der Ukraine und die Zukunftsperspektiven für das angegriffene Land im Fokus.