05/04/2026 | Press release | Distributed by Public on 05/04/2026 05:27
Meldungsdatum: 04.05.2026
Maryam Aras liest am Mittwoch, 20. Mai, aus ihrem Buch "Dinosaurierkind". Beginns ist um 19 Uhr, im Kunstraum hase29, Hasestraße 29/30, Osnabrück. Sie verwebt die Biografie ihres Vaters und ihr Aufwachsen an seiner Seite mit der Geschichte Irans und der Diaspora in Deutschland. Der Eintritt ist frei, eine Reservierung ist nicht erforderlich.
Während eines Filmabends entdeckt Maryam Aras ihren Vater auf der Kinoleinwand. Bei einer Protestveranstaltung gegen den Shahbesuch 1967 in Berlin sitzt er zwischen anderen Studierenden auf dem Boden. Für sie der Beginn einer Spurensuche - nach ihrer Kindheit in der iranischen Diaspora in Köln, der Gewissheit, dass ihr Vater nicht nach Iran reisen kann, der Geschichte seiner und ihrer Politisierung.
In diesem literarischen Essay verwebt Maryam Aras die politische Biographie ihres Vaters und ihr Aufwachsen an seiner Seite, zieht Erzähllinien zwischen dem Staatsstreich 1953 in Iran, einer transnationalen 1968er-Bewegung, dem Kölner Arbeiterviertel Mülheim und einer Familiengeschichte, in der der Luxus, unpolitisch durchs Leben zu gehen, nie existiert hat. Berührend, gehaltvoll und vielschichtig erzählt Aras vom Kampf um Selbstbestimmung vieler Länder des sogenannten Globalen Südens. Es moderiert Jens Peters vom Literaturbüro Westniedersachsen.
1982 in Köln geboren studierte Maryam Aras Islamwissenschaften, Anglistik und Politologie. Sie befasst sich aus machtkritischer Perspektive mit Rezeptionsmustern im deutschsprachigen Feuilleton und schreibt Literaturkritik, Essays und Wissenschaftliches. Für ihre publizistischen Arbeiten, unter anderem für Dinosaurierkind, wurde sie 2025 mit dem Kurt-Tucholsky-Preis ausgezeichnet.
Die Lesung findet im Rahmen der Ausstellung "Widerstand - Von feinen Rissen und tiefen Erschütterungen" (8. Mai bis 1. August 2026) im Kunstraum hase29 statt. Die Ausstellung präsentiert vier Künstlerinnen und Künstlern mit biografischen Bezügen zum Iran, deren Arbeiten unterschiedliche, oft ambivalente Formen von Widerstand verhandeln. Vor dem Hintergrund der anhaltenden politischen Repressionen, der systematischen Einschränkung von Freiheitsrechten und der darauf reagierenden Protestbewegungen im Iran erhalten verschiedene Formen des (individuellen) Widerstands besondere Dringlichkeit.
Kontakt: Dr. Jens Peters, Leiter Literaturbüro Westniedersachsen, 0152/53232276, [email protected]
Die iranisch-deutsche Autorin Maryam Aras.