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Stadt Landau in der Pfalz

06/26/2026 | Press release | Distributed by Public on 06/26/2026 04:44

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26.06.2026

Zehn neue Stolpersteine gegen das Vergessen: Stadt Landau erinnert an weitere Opfer des Nationalsozialismus

Der neue Stolperstein vor dem Anwesen Marktstraße 51 für Karl Henrich erinnert erstmals in Landau an einen Gegner des Nationalsozialismus aus dem kommunistischen Widerstand. © Stadt Landau

Mit der Verlegung von zehn weiteren Stolpersteinen hat die Stadt Landau jetzt an Menschen erinnert, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, entrechtet und vertrieben wurden. Im Rahmen der 21. Stolperstein-Verlegung wurden an vier Standorten im Stadtgebiet neue Gedenksteine in das öffentliche Pflaster eingelassen. Damit erhöht sich die Zahl der Stolpersteine in Landau auf insgesamt 350.

Die öffentliche Auftaktveranstaltung fand vor dem Anwesen Marktstraße 51 statt. Nach einer musikalischen Eröffnung durch Peter Damm am Saxofon begrüßte die für das Archiv und Museum zuständige Beigeordnete Lena Dürphold die Anwesenden. Anschließend stellte Stadtarchivarin Christine Kohl-Langer das Leben von Karl Henrich vor, bevor der erste Stolperstein verlegt wurde.

In Vertretung für Künstler Gunter Demnig führte dieses Mal sein langjähriger Wegbegleiter und Assistent Frank-Matthias Mann die Stolpersteinverlegung durch. © Stadt Landau

"Die Verbrechen des Nationalsozialismus lassen sich bis heute nicht wirklich begreifen. Hinter jedem Namen steht ein Mensch. Hinter jedem Namen steht eine Lebensgeschichte, die durch Verfolgung, Ausgrenzung und Gewalt tief geprägt wurde", betonte Beigeordnete Lena Dürphold. "Wir können dieses Unrecht nicht rückgängig machen. Aber wir können verhindern, dass die Menschen dahinter in Vergessenheit geraten. Erinnerung ist keine Beschäftigung mit der Vergangenheit um der Vergangenheit willen. Sie ist eine Aufgabe für die Gegenwart."

Die neuen Stolpersteine erinnern an:

  • Karl Henrich (Marktstraße 51)
  • Theodor, Martha, Ellen und Walter Fried (Eichbornstraße 15)
  • Julius, Jeanne, Robert und Edgar Meier (Reduitstraße 11)
  • Franz Zeilberger (Vogesenstraße 4)

Eine Besonderheit der diesjährigen Verlegung ist der Stolperstein für Karl Henrich. Er erinnert erstmals in Landau an einen Gegner des Nationalsozialismus aus dem kommunistischen Widerstand. Die Initiative hierfür ging von Dieter Schmitt aus. Henrich war 1944 verhaftet und vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt worden, überlebte jedoch die Zeit des Nationalsozialismus. Wie Stadtarchivarin Christine Kohl-Langer hervorhob, zeigt dieses Beispiel, wie die Stolpersteine über ihre Verlegung hinaus wirken und Impulse aus der Stadtgesellschaft aufgreifen. Bereits für das kommende Jahr sind weitere Stolpersteine für Menschen aus dem kommunistischen Widerstand vorgesehen.

Die Stolpersteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig gelten als das größte dezentrale Mahnmal der Welt. Sie werden jeweils vor den letzten frei gewählten Wohnorten der Opfer verlegt und machen deren Namen und Schicksale im Alltag sichtbar. Die Verlegung in Landau wurde dieses Mal krankheitsbedingt von Demnigs langjährigem Wegbegleiter und Assistenten Frank-Matthias Mann durchgeführt.

Lena Dürphold dankte allen Beteiligten, die zum Gelingen der Verlegung beigetragen haben. Ihr besonderer Dank galt der Stolperstein-Initiative Landau, dem Stadtarchiv mit Christine Kohl-Langer und Steffen Laufer, Peter Damm für die musikalische Untermalung, den Patinnen und Paten der Stolpersteine sowie Frank-Matthias Mann. "Stolpersteine sind keine großen Denkmäler. Sie liegen mitten im Alltag und erinnern uns daran, dass Menschlichkeit, Respekt und der Schutz der Würde jedes Einzelnen keine Selbstverständlichkeit sind, sondern eine Aufgabe, die uns alle angeht", so die Beigeordnete.

Eine Übersicht aller bislang in Landau verlegten Stolpersteine ist im GeoPortal der Stadt Landau unter maps.landau.de im Themenbereich "Geschichte & Historisches" zu finden.

Stadt Landau in der Pfalz published this content on June 26, 2026, and is solely responsible for the information contained herein. Distributed via Public Technologies (PUBT), unedited and unaltered, on June 26, 2026 at 10:44 UTC. If you believe the information included in the content is inaccurate or outdated and requires editing or removal, please contact us at [email protected]