ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V.

10/29/2026 | Press release | Distributed by Public on 10/29/2026 05:14

ZVEI zur APK: Starke Asien-Partnerschaften ersetzen keinen starken Standort

64,2 Milliarden Euro Defizit weist der Elektro-Außenhandel mit China auf. Am Rande der Asien-Pazifik-Konferenz (APK) fordert ZVEI-Präsident Daniel Hager bessere Standortbedingungen, fairen Wettbewerb und starke Partner in Asien.

Das deutsche Handelsdefizit bei Gütern der Elektro- und Digitalindustrie mit China ist von 27,5 Milliarden Euro im Jahr 2015 auf 64,2 Milliarden Euro im Jahr 2025 gestiegen.

Das zeigt eine ZVEI-Auswertung auf Basis revidierter Außenhandelsdaten. Im Vorfeld der Asien-Pazifik-Konferenz in Seoul fordert der Verband deshalb fairen Wettbewerb und vor allem bessere Bedingungen für Investitionen und Produktion in Deutschland und Europa.

"Handelspolitik öffnet Märkte. Standortpolitik entscheidet, ob wir sie bedienen können", sagt ZVEI-Präsident Daniel Hager. "Es reicht nicht, in Europa zu forschen. Wir müssen hier auch wettbewerbsfähig produzieren können." Dafür brauche es einen flexibleren Arbeitsmarkt und wettbewerbsfähige Energiekosten. Zudem müsse Deutschland beim Thema Bürokratieabbau vorankommen, Regulierung innovationsfreundlicher gestalten und Genehmigungsverfahren deutlich beschleunigen.

Der ZVEI-Präsident sieht insbesondere Chancen bei Schlüsselindustrien wie Mikroelektronik, Automation und industrielle KI. Praxistaugliche Regeln und moderne Infrastrukturen müssen deren Skalierung ermöglichen.

Darüber hinaus müsse das Prinzip "Made with Europe" zur Anwendung gebracht werden. Denn es verbindet eigene Fähigkeiten mit Partnerschaften und gegenseitigem Marktzugang. "Südkorea ist kein Ersatzmarkt. Es ist ein Technologiepartner mit eigenen Stärken", betont Hager.

Ein Handelsdefizit allein belegt noch keinen unfairen Wettbewerb. Allerdings fordert der ZVEI gegen nachgewiesene Marktverzerrungen die verfügbaren Schutzinstrumente schneller einzusetzen. Im ZVEI-Entscheider-Panel, einer Befragung der Führungskräfte der Unternehmen der Elektro- und Digitalindustrie, fordern 42 Prozent der Teilnehmer zudem weitere Handelsabkommen.

"Wir müssen China nicht ersetzen. Aber wir müssen Alternativen haben", so Hager. Gerade der Mittelstand brauche praktikable Regeln, um kritische Abhängigkeiten zu reduzieren, ohne seine Investitionskraft zu verlieren. "Europas Stärke entsteht nicht durch Abschottung, sondern durch eigene Fähigkeiten und starke Partner."

Die 19. Asien-Pazifik-Konferenz der Deutschen Wirtschaft findet vom 29. bis 31. Oktober 2026 in Seoul statt. Daniel Hagernimmt dort unter anderem an dem Panel "Navigating Uncertainty: German CEOs on Corporate Strategies Across Trade Scenarios" teil.

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