07/28/2026 | Press release | Distributed by Public on 07/28/2026 02:51
Ort Bonn
Datum 28.07.2026
Die Elektromobilität in Deutschland entwickelt sich immer dynamischer: Es gibt immer mehr Elektrofahrzeuge, immer mehr Ladestationen, mehr Funktionen und mehr Vernetzung. Damit steigen auch die Anforderungen an Cybersicherheit und Resilienz. Um diese Herausforderung anzugehen, hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zusammen mit dem Bundesministerium für Verkehr (BMV), dem Bundesministerium des Inneren (BMI), dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) und der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur (NLL) in einer Studie die aktuelle Lage der Cybersicherheit in der Ladeinfrastruktur erfasst und bewertet.
Aufbauend auf den Ergebnissen der Studie hat das BSI ein Eckpunktepapier zur Cybersicherheit der öffentlichen Ladeinfrastruktur mit konkreten Maßnahmen für eine resiliente und vertrauenswürdige Ladeinfrastruktur erarbeitet und heute auf seiner Webseite veröffentlicht.
Nevena Rupp, Abteilungsleiterin Digitalisierung und Identitäten im BSI: "Wenn die Potenziale der E-Mobilität nachhaltig ausgeschöpft und der Automobilstandort Deutschland gestärkt werden soll, muss das Risiko von Cyberangriffen aktiv angegangen werden, um eine resiliente und vertrauenswürdige Ladeinfrastruktur zu schaffen. Neben der Anzahl an Ladepunkten und E-Fahrzeugen sind Cybersicherheit und Resilienz der Ladeinfrastruktur ein wesentlicher Erfolgsfaktor für nachhaltiges Vertrauen und Akzeptanz der Elektromobilität in Deutschland."
Das Eckpunktepapier analysiert die aktuelle Gefährdungslage der Ladeinfrastruktur und zeigt konkreten Handlungsbedarf auf, um die Cybersicherheit zu stärken: Das BSI schätzt die Sicherheitslage der öffentlichen Ladeinfrastruktur aktuell nicht als besorgniserregend ein, weist aber darauf hin, dass Raum zur Verbesserung der Resilienz der Ladeinfrastruktur besteht. Mängel der Cybersicherheit, die jetzt noch keine ernsthaften Probleme verursachen, können langfristig mit dem fortschreitenden Ausbau der Ladeinfrastruktur zu Gefährdungen führen. Eine einheitliche Umsetzung von als sinnvoll identifizierten Cybersicherheitsmaßnahmen ist einfacher im frühen Stadium des Hochlaufs der Elektromobilität umzusetzen.
Angesichts der potenziellen Folgen von Angriffen ist es entscheidend, Sicherheitsaspekte konsequent zu berücksichtigen - nur so lässt sich das Vertrauen in die öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur nachhaltig sichern. Das Papier identifiziert wirksame Maßnahmen und Quick-Wins, um die Ladeinfrastruktur sicherer, resilienter und vertrauenswürdiger zu gestalten.
Wie im Masterplan Ladeinfrastruktur 2030 der Bundesregierung angekündigt, wird das BSI auch weiterhin bewerten, inwiefern Handlungsbedarfe zum Schutz der öffentlich zugänglichen Ladeinfrastruktur vor Cyberangriffen bestehen, auch im Hinblick auf Auswirkungen auf das Stromsystem, die Authentifizierung und Bezahlung von Ladevorgängen sowie die Datenverarbeitung und Kommunikation der Ladeinfrastruktur mit Fahrzeugen. Ziel der Maßnahme ist es, Anforderungen an Hersteller und Betreiber von Ladeinfrastruktur sowie an Backend-Systeme zu definieren, wobei grundsätzlich EU-weit einheitliche Sicherheitsstandards angestrebt werden. Zur Umsetzung der Maßnahmen aus dem Masterplan Ladeinfrastruktur 2030 haben BSI und BMV im Juni 2026 eine weitere Verwaltungsvereinbarung geschlossen. Die Projekte werden in Kürze vom BSI ausgeschrieben und sollen im Zeitraum 2027 bis 2029 gemeinsam mit dem BMV, dem BMI, dem BMWE und der NLL sowie weiteren Akteuren umgesetzt werden.
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