WHO - World Health Organization Regional Office for Europe

04/08/2026 | Press release | Distributed by Public on 04/08/2026 18:37

Neue Datenbank der WHO hilft Ländern, Gesundheitsdaten in bessere Handlungskonzepte umzusetzen

Gesundheitsinformationssysteme sind der Schlüssel zu gut funktionierenden Gesundheitssystemen.

Aus diesem Grund hat die WHO gerade eine neue Datenbank ins Leben gerufen, die politische Entscheidungsträger, Experten und die Öffentlichkeit in den Ländern der gesamten Europäischen Region der WHO dabei unterstützen soll, ihre Gesundheitsinformationssysteme und die Datenverwaltung besser zu verstehen und zu verbessern. Die Datenbank vereint fast 70 Indikatoren und bietet einen klaren, leicht zugänglichen Überblick darüber, wie Länder Gesundheitsdaten erheben, verwalten und nutzen.

Die von der Europäischen Union mitfinanzierte neue Datenbank mit dem Namen "Health Information Systems Governance" (HISGOV) [dt. Steuerung von Gesundheitsinformationssystemen] bietet wichtige Einblicke, indem sie erzielte Fortschritte und aktuelle Herausforderungen aufzeigt. Sie soll dabei helfen, Bereiche zu identifizieren, in denen möglicherweise zusätzliche Investitionen oder Aufmerksamkeit erforderlich sind.

Die entscheidende Rolle von Gesundheitsinformationssystemen

Gesundheitsinformationssysteme sind komplexe, mehrstufige Systeme, die durch Datenerhebung, Analyse, Berichterstattung, Wissensmanagement und Politiksteuerung Erkenntnisse zur Gesundheit generieren, um die Entscheidungsfindung zu unterstützen.

Damit Gesundheitsinformationssysteme wirkungsvoll und kosteneffizient sind, benötigen sie konsistente und qualitativ hochwertige Daten aus vielen unterschiedlichen Quellen, darunter klinische Daten, Erhebungen, Krankheitsregister, Befragungen und Untersuchungserhebungen, Präventionsprogramme und sogar Daten aus anderen Ressorts, wie etwa polizeiliche Daten zu Gewalt und Verletzungen, Umweltdaten und Sozialdaten.

Die HISGOV-Datenbank ist in Schlüsselbereiche gegliedert, die die Bausteine starker Gesundheitsinformationssysteme widerspiegeln. Dazu gehören nationale digitale Strategien, Datenverwaltung und Rechtsrahmen, elektronische Akten, Datennutzung und Interoperabilität.

Die Datenbank untersucht zudem Hindernisse bei der Einführung elektronischer Patientenaktensysteme sowie bei der Nutzung fortschrittlicher Analysemethoden und von Big Data. Jeder Abschnitt umfasst eine farbcodierte Übersichtstabelle, die einen Vergleich der erzielten Fortschritte zwischen den Ländern erleichtert. Einzelne Indikatoren werden zudem in Form von Karten dargestellt, damit Nutzer Muster und Unterschiede in der gesamten Region rasch erkennen können.

"Solche Instrumente sind von zentraler Bedeutung für den Auftrag der WHO, die Mitgliedstaaten mit zuverlässigen Daten und Leitlinien für die Entscheidungsfindung zu unterstützen. Dank Vergleichbarkeit und Transparenz können Länder Lücken leichter erkennen, Fortschritte verfolgen und evidenzbasierte Konzepte zur Verbesserung der gesundheitlichen Resultate stärken", erklärte Dr. Natasha Azzopardi Muscat, Leiterin der Abteilung Gesundheitssysteme bei WHO/Europa.

Die Datenbank stützt sich auf drei Hauptquellen: die Umfrage zum Thema digitale Gesundheit von WHO/Europa aus dem Jahr 2022, eine Umfrage zu KI aus 2024-2025 sowie einzelne Bewertungsberichte zu Gesundheitsinformationssystemen.

Bessere Entscheidungen durch bessere Daten

"In Gesprächen mit den Ländern hören wir oft, dass es zwar keinen Mangel an Daten gibt, aber nur begrenzt Klarheit darüber besteht, was diese für konkrete Maßnahmen bedeuten", erklärte Dr. David Novillo Ortiz, Regionalbeauftragter für Daten, Künstliche Intelligenz und digitale Gesundheit bei WHO/Europa. "Wir hoffen, dass diese Datenbank mit europaweit vergleichbaren Indikatoren den gemeinsamen Lernprozess fördert und den Ländern hilft, bewährte Verfahren zu identifizieren und besser zu verstehen, wo sie stehen. Eine weitere Anwendungsmöglichkeit besteht darin, Lücken zu erkennen und gezielte politische Maßnahmen zu unterstützen. Beispielsweise mag eine nationale Strategie für digitale Gesundheit auf dem Papier existieren, doch wichtige Komponenten, wie Standards für den Datenaustausch, sind möglicherweise noch nicht umgesetzt."

Die HISGOV-Datenbank wurde im Rahmen umfassenderer Bemühungen zur Stärkung der Gesundheitsinformationssysteme und der Datenverwaltung in der Europäischen Region entwickelt. Diese Arbeit wird von der Europäischen Union (EU) unterstützt und trägt dazu bei, die Nutzung von Daten für die Entscheidungsfindung im Gesundheitswesen in den Ländern zu verbessern.

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