Johannes Kepler Universität Linz

03/30/2026 | Press release | Distributed by Public on 03/30/2026 02:25

AI statt Arztbesuch: Neues Projekt der JKU soll Arztpraxen entlasten

Artificial Intelligence soll dank eines neuen JKU Projekts künftig Ärzt*innen unterstützen.

Hamidovic; Credit: privat

Das neue Projekt der Johannes Kepler Universität Linz entwickelt einen verlässlichen digitalen Erstcheck für Infektionen und Bluthochdruck. Ziel ist es, für Patient*innen nicht unbedingt notwendige Arztbesuche zu reduzieren und das unter Druck stehende Gesundheitssystem spürbar zu entlasten.

Die Demografie ändert sich: Österreich wird älter, gleichzeitig fehlen zunehmend Allgemeinmediziner*innen. Gerade während Infektionswellen arbeiten viele Hausärzt*innen am Limit. Hier setzt MIND (Medical Intelligence for Next Generation Diagnostics) an. MIND entwickelt eine sichere KI-gestützte Triage-Technologie. Im Unterschied zu reinen Symptom-Apps, die derzeit den globalen Markt dominieren, verbindet MIND Machine Learning mit Symbolic AI, medizinischer Logik und einfacher Heimdiagnostik. So sollen Symptome, Gesundheitsdaten und Heimtests zu einer klaren, nachvollziehbaren Ersteinschätzung zusammengeführt werden.

"Im ersten Schritt liegt der Fokus auf grippalen Infekten und ähnlichen Atemwegserkrankungen sowie auf Bluthochdruck - also auf jenen Krankheitsbildern, die Ordinationen besonders häufig belasten", erklärt Projektleiterin Dr.in Medina Hamidovic, MSc (Institut für Nachrichtentechnik und Hochfrequenzsysteme der JKU). Im Bedarfsfall soll die KI die Anwender*innen an die entsprechenden medizinischen Einrichtungen weiterleiten.

Auf Österreich spezialisiert
Anders als viele internationale Anwendungen wird MIND gezielt für die Bedürfnisse der österreichischen Bevölkerung entwickelt - regional gedacht, an das heimische Gesundheitssystem angebunden und an die digitale Gesundheitskompetenz der Menschen in Österreich angepasst. "Im Gesundheitsbereich dürfen wir uns nicht einfach auf internationale digitale Lösungen verlassen. Wir müssen verstehen, was die Menschen in Österreich brauchen, und genau dafür verlässliche und sichere Lösungen entwickeln - hier im Land, für unser Gesundheitssystem", betont die JKU Forscherin.

Hamidovic leitet das Projekt; Co-Leiterin ist Univ.-Prof.in Dr.in Erika Zelko, Leiterin des Instituts für Allgemeinmedizin an der Medizinischen Fakultät der JKU. Gemeinsam mit Expert*innen aus Medizin, Machine Learning, Symbolic AI und digitaler Medizin - darunter Univ.-Prof.in Dr.in Martina Seidl, Dr. Roya Khanzadeh, Dr.in med. Julia Fuger und Univ.-Prof. Dr. Helmut Salzer (JKU / Kepler Universitätsklinikum) - bündelt das Projekt technologische, medizinische und gesellschaftliche Kompetenz in einem interdisziplinären Zukunftsvorhaben mit starker Verankerung in Oberösterreich.

MIND startet am 1. April 2026 und läuft über zwei Jahre. Das Projekt wird vom Lift_C mit 250.000 Euro gefördert. "Unser Ziel ist die Entwicklung eines Prototyps für eine sichere, nachvollziehbare und alltagstaugliche Technologie ,Made in Austria'", meint Hamidovic. Eine klinische Version ist als nächster Schritt geplant - entweder in einem Folgeprojekt oder als JKU Spin-off.

Mehr zum Lift_C: https://www.jku.at/lift-c/

Johannes Kepler Universität Linz published this content on March 30, 2026, and is solely responsible for the information contained herein. Distributed via Public Technologies (PUBT), unedited and unaltered, on March 30, 2026 at 08:25 UTC. If you believe the information included in the content is inaccurate or outdated and requires editing or removal, please contact us at [email protected]