02/11/2026 | Press release | Distributed by Public on 02/11/2026 05:15
Der Generalsekretär des 46 Mitglieder zählenden Europarates, Alain Berset, hat seinen ersten offiziellen Besuch in Griechenland abgeschlossen.
Während seines zweitägigen Besuchs in Athen, der am 10. Februar endete, traf der Generalsekretär den Präsidenten der Hellenischen Republik, Konstantinos Tasoulas, Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis, Außenminister Georgios Gerapetritis und Mitglieder der griechischen Delegation bei der Parlamentarischen Versammlung des Europarates.
Die regionale und globale Rolle Griechenlands
Der Besuch bot Gelegenheit, die Rolle Griechenlands als derzeitiges nichtständiges Mitglied des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen zu erörtern, insbesondere im Hinblick auf die Förderung der Demokratie und die Achtung des Völkerrechts auf globaler Ebene.
Der Austausch erstreckte sich auch auf regionale Entwicklungen, die Beziehungen zu Nachbarländern und Migration, wobei auf die umfangreichen Erfahrungen Griechenlands in diesem Bereich zurückgegriffen wurde. Der Generalsekretär begrüßte die konsequente Unterstützung Griechenlands für das Völkerrecht und sein entschlossenes Engagement für die Unabhängigkeit des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte.
Demokratie in einem komplexen Sicherheitsumfeld unter Druck
Im Mittelpunkt der Gespräche standen ferner die Rolle Griechenlands als wichtiger demokratischer Akteur an der Schnittstelle zwischen Europa, dem östlichen Mittelmeerraum und dem Großraum Naher Osten und Nordafrika sowie sein Beitrag zur Wahrung europäischer Normen und des Multilateralismus.
Der Generalsekretär und seine Gesprächspartner teilten die gemeinsame Einschätzung, dass die Demokratie in ganz Europa in einem Kontext zunehmender geopolitischer Spannungen und Sicherheitsherausforderungen unter wachsendem Druck steht.
"Griechenland hat uns die Demokratie geschenkt. Jetzt müssen wir gemeinsam die Demokratie in Europa stärken", sagte der Generalsekretär.
Besondere Aufmerksamkeit wurde den Herausforderungen für die demokratische Resilienz gewidmet, darunter Desinformation, die Rolle der Sozialen Medien und die Auswirkungen neuer Technologien wie künstlicher Intelligenz auf demokratische Prozesse.
Besuch in Delphi und Lord-Byron-Preis
Im Rahmen seines Besuchs reiste der Generalsekretär auch nach Delphi, einen Ort, der für Dialog, Weitsicht und Reflexion im Herzen der europäischen Zivilisation und des demokratischen Denkens steht.
Am Montagabend, dem 9. Februar, erhielt der Generalsekretär an der Universität Athen den internationalen Lord-Byron-Preisder Gesellschaft für Hellenismus und Philhellenismus. Der Preis wird jährlich an angesehene internationale Persönlichkeiten vergeben, deren Laufbahn die Grundwerte des Hellenismus widerspiegelt, wie sie Lord Byron verkörperte, der philhellene Dichter, der während des griechischen Unabhängigkeitskriegs in Mesolongi starb. Der Generalsekretär spendete den mit dem Preis verbundenen Geldbetrag an das Ukrainische Rote Kreuz.