04/17/2026 | Press release | Distributed by Public on 04/16/2026 23:49
Der Würzburger Chemieprofessor Frank Würthner erhält die höchste internationale Auszeichnung, die es im Bereich der supramolekularen Chemie gibt, den Izatt-Christensen Award.
Der renommierte Izatt-Christensen Award 2026 geht an Professor Frank Würthner, Inhaber des Lehrstuhls für Organische Chemie II und Direktor des Zentrums für Nanosystemchemie an der Universität Würzburg. Der Preis gilt als die weltweit prestigeträchtigste Auszeichnung auf dem Gebiet der supramolekularen Chemie.
Die supramolekulare Chemie befasst sich mit der Organisation von Molekülen zu größeren, komplex gebauten Einheiten. Frank Würthner erweiterte dieses Gebiet mit seinen Arbeiten zur Assemblierung von Farbstoffen in multichromophore Molekülverbände, supramolekulare Polymere sowie organische Funktionsmaterialien.
"Diese Auszeichnung ist eine große Ehre. Sie gilt meiner gesamten Arbeitsgruppe sowie allen Kooperationspartnern, die über viele Jahre zu unserer Forschung beigetragen haben", freut sich der Preisträger. Die supramolekulare Chemie biete enormes Potenzial, grundlegende wissenschaftliche Fragestellungen mit gesellschaftlich relevanten Anwendungen zu verbinden.
Das Team des Chemieprofessors hat grundlegende Erkenntnisse zur Selbstorganisation funktionaler Farbstoffmoleküle sowie zur Entwicklung supramolekularer Polymere und Nanomaterialien erarbeitet. Die Anwendungsmöglichkeiten dieser Verbindungen liegen in der organischen Elektronik und Optoelektronik, der Photovoltaik und der künstlichen Photosynthese.
Zu den wissenschaftlichen Meilensteinen, die Frank Würthner gesetzt hat, gehören die Entwicklung biomimetischer Nanoreaktoren zur lichtgetriebenen Wasserspaltung sowie bahnbrechende Arbeiten zur Herstellung von Farbstoffaggregaten und deren Nutzung als Lichtsammelsysteme sowie organische Halbleiter - beides sind Forschungsfelder, die den Weg zu nachhaltigen Energietechnologien der nächsten Generation ebnen.
Frank Würthner bekommt den Preis im Rahmen des International Symposium on Macrocyclic and Supramolecular Chemistry (ISMSC 2026) überreicht, das vom 5. bis 10. Juli 2026 in Bordeaux (Frankreich) stattfindet.
Frank Würthner, geboren 1964 in Villingen-Schwenningen, ist seit 2002 Lehrstuhlinhaber für Organische Chemie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Er hat mehr als 600 wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht und wird seit 2014 regelmäßig unter den weltweit am häufigsten zitierten Chemikern geführt. Er ist gewähltes Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Bayerischen Akademie der Wissenschaften sowie Fellow der Royal Society of Chemistry.
Zu seinen weiteren Auszeichnungen zählen die Adolf-von-Baeyer-Medaille der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh, 2019) und der Elhuyar-Goldschmidt Award der Spanischen Chemischen Gesellschaft (2016). Der Europäische Forschungsrat bewilligte ihm zwei ERC Advanced Grants (2017, 2024) - renommierte Forschungspreise, die mit 2,5 Millionen Euro dotiert sind. Sie gehen nur an exzellente Forschende, die innovative Projekte verfolgen.
Der Izatt-Christensen Award wird jährlich im Rahmen der ISMSC-Konferenz an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verliehen, die außergewöhnliche Beiträge zur makrozyklischen und supramolekularen Chemie geleistet haben. Er trägt die Namen der Pioniere Reed M. Izatt und James J. Christensen, deren frühe Arbeiten zu makrocyclischen supramolekularen Wirten in den 1960er Jahren zur Entwicklung von Präzisionskalorimetern und zur Gründung der IBC Advanced Technologies in Provo, Utah führten.
Prof. Dr. Frank Würthner, T +49 931 31-85340, [email protected]
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