01/20/2026 | Press release | Distributed by Public on 01/21/2026 08:43
20/01/2026 • National
Die Konferenz "AI Act in Action", die am 20. Januar 2026 in der Handelskammer stattfand, ermöglichte es den Teilnehmern, die Anforderungen der europäischen KI-Verordnung (AI Act) in operative Hebel umzusetzen: sich bei ihren technologischen Entscheidungen zurechtzufinden, Risiken zu antizipieren, ihre Konformität nachzuweisen und die Auswirkungen des AI Act auf ihre Aktivitäten besser zu verstehen. Die Veranstaltung brachte Akteure aus Wirtschaft, Recht und Institutionen zusammen und konzentrierte sich auf konkrete Lösungen, praktische Instrumente und eine klare Vision für die zukünftige Governance der KI in Luxemburg.
Die vom Dienst für Medien, Konnektivität und Digitalpolitik des Staatsministeriums, der Handelskammer und der Nationalen Datenschutzkommission (CNPD) organisierte Konferenz versammelte mehr als 300 Teilnehmer, darunter Unternehmen von KMU bis hin zu Großunternehmen, Vertreter des öffentlichen Sektors, Juristen und Akteure aus dem Innovationsökosystem. Der Austausch in Anwesenheit von Elisabeth Margue, Ministerin für Medien und Konnektivität beim Premierminister, und Dr. Lucilla Sioli, Direktorin des Europäischen Büros für KI, förderte den Austausch von Fallbeispielen und operativen Instrumenten und klärte gleichzeitig die Verantwortlichkeiten in der Wertschöpfungskette und die nächsten Schritte der nationalen KI-Governance in Luxemburg.
Die Referenten behandelten strategische Themen, die die Umsetzung des AI Act und die verantwortungsvolle Entwicklung der künstlichen Intelligenz in Luxemburg prägen werden, angefangen beim Verständnis der neuen europäischen Verpflichtungen über die Definition eines nationalen Governance-Modells bis hin zum Kompetenzaufbau und zur Innovationsförderung.
Das KI-Gesetz stellt einen neuartigen Rechtsrahmen dar, der neue Konzepte sowie eine Reihe von Verpflichtungen einführt, die je nach den Rollen innerhalb der KI-Wertschöpfungskette differenziert sind. Ziel dieser Sitzung war es, diese Verpflichtungen zu klären, um ein klares Verständnis der jeweiligen Verantwortlichkeiten von Entwicklern, Anwendern, Vertreibern und Nutzern zu ermöglichen.
Die Teilnehmer profitierten vom Vortrag von Dr. Lucia Sioli, Direktorin des EU AI Office, die wichtige Einblicke in die Leitprinzipien der Verordnung gab, insbesondere in den risikobasierten Ansatz. Sie stellte auch die künftigen Leitlinien und Compliance-Tools vor, wie die "AI Act Single Information Platform" und den "AI Act Service Desk", die die Akteure bei der Umsetzung des Rechtsrahmens unterstützen sollen.
Auf diese Präsentation folgte eine interaktive Sitzung, an der mehrere Vertreter des Privatsektors teilnahmen. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die konkreten Herausforderungen im Zusammenhang mit der Anwendung der Verordnung, insbesondere die strenge Auswahl von KI-Anbietern, Konformitätsgarantien sowie die Anforderungen an die Transparenz gegenüber Kunden hinsichtlich der Verwendung von KI-Systemen. Die Referenten tauschten ihre Erfahrungen mit der Einstufung von Systemen nach ihrem Risikograd, der genauen Aufteilung der Verantwortlichkeiten zwischen Anbietern und Anwendern sowie der Integration dieser neuen Verpflichtungen in die Strategien zur digitalen Transformation von Unternehmen aus.
Im Mittelpunkt dieser Sitzung stand die im KI-Gesetz vorgesehene Verpflichtung zur "Beherrschung der KI", die alle Organisationen unabhängig von ihrer Größe dazu verpflichtet, Kompetenzen zu schulen und zu stärken, um eine sichere und konforme Nutzung von KI-Systemen zu gewährleisten. Die Redner diskutierten auch mögliche Entwicklungen dieser Verpflichtung im Rahmen des laufenden Verfahrens zur Vereinfachung der Verordnung.
Der AI Act legt gemeinsame Regeln auf europäischer Ebene fest, überlässt es jedoch jedem Land, seine nationale Governance zu organisieren. In dieser Sitzung kamen alle im Gesetzentwurf Nr. 8476 vorgeschlagenen Regulierungsbehörden zusammen, um Überwachungsmechanismen, die Rolle der "einzigen Kontaktstelle" und die notwendigen Synergien zur Vermeidung von Fragmentierung zu erörtern.
Auf der letzten Sitzung konnten nationale Innovationsführer, das Europäische KI-Büro, Innovatoren aus dem privaten Sektor und Förderer des Ökosystems nationale Initiativen zur Förderung eines verantwortungsvollen Einsatzes von KI durch koordinierte politische Maßnahmen, Experimentierrahmen und marktorientierte Lösungen vorstellen. Dazu gehörten die von der CNPD und der AI Factory ins Leben gerufene Kooperationsinitiative "Regulation Meets Innovation (ReMI)", die regulatorische Sandbox der CNPD, das AI Experience Center der Luxembourg House of Financial Technology (LHoFT), die Projekte der AI Factory sowie neue Dienstleistungsmodelle aus dem privaten Sektor.
Laut Elisabeth Margue "hat diese Konferenz bestätigt, dass die Umsetzung des AI Act nicht als Einschränkung, sondern als Chance gesehen werden sollte. Sie hat unseren gemeinsamen Willen verdeutlicht, Innovation und Verantwortung miteinander zu verbinden, indem wir den Interessengruppen einen Rahmen für den Dialog, klare Leitlinien und bewährte Verfahren bieten. Dank einer vorbildlichen Zusammenarbeit zwischen nationalen und europäischen Institutionen, Regulierungsbehörden und dem Privatsektor haben wir gemeinsam die Grundlagen für ein Umfeld geschaffen, das sowohl Innovation als auch den Schutz der Grundrechte fördert."
"Die neuen Aufgaben, die der CNPD im Rahmen des AI Act übertragen werden sollen, stellen eine große Verantwortung dar, der wir uns mit vollem Engagement und großer Begeisterung stellen", erklärte Tine A. Larsen, Präsidentin der CNPD. "Wir sind entschlossen, die luxemburgischen Akteure bei diesem Übergang zu begleiten und ein Umfeld zu fördern, in dem Innovationen im Bereich der KI gedeihen können und gleichzeitig der Schutz der Grundrechte gewährleistet ist."
Carlo Thelen, Generaldirektor der Handelskammer, betonte: "KI ist ein Beschleuniger der Resilienz für unsere Unternehmen. Diese Konferenz hat gezeigt, dass der Erfolg des AI Act auf einem kollektiven und pragmatischen Ansatz beruht, der Regulierungsbehörden, Experten und Wirtschaftsakteure zusammenbringt. Sie steht im Einklang mit dem Engagement der Handelskammer, ihre Dienste zu mobilisieren, um luxemburgische Unternehmen jeder Größe zu unterstützen. Mit dem AI Act geht es nicht mehr darum, weiter zu experimentieren, sondern KI-Lösungen einzusetzen, die besser in die Prozesse integriert sind und den europäischen Standards entsprechen, um sie zu einem konkreten Instrument für Produktivität und verantwortungsvolle Innovation zu machen."