Österreichisches Parlament

05/08/2026 | Press release | Distributed by Public on 05/08/2026 07:36

KI und Kurzschrift: Wie die Stenos heute arbeiten

News in einfacher Sprache 08.05.2026, 15:00

KI und Kurzschrift: Wie die Stenos heute arbeiten

Seit 177 Jahren ist genau geregelt, wie ein Protokoll entsteht: Stenografinnen und Stenografen, kurz Stenos, schreiben bei den Plenarsitzungen mit. Früher konnten so die Protokolle am nächsten Tag in der Zeitung stehen. Seit etwa 1970 gibt es Audio-Aufnahmen aus dem Plenarsaal als Ausgangsmaterial für Stenografische Protokolle. Heute hilft die KI dabei, Reden aufzuschreiben. So kann ein Protokoll schneller fertig werden.

Es ist gesetzlich geregelt, dass es Protokolle von Plenar-Sitzungen gibt. Die schriftliche Form hat den Vorteil, dass man das Protokoll leichter auf Stichwörter durchsuchen kann. Das ist bei einem Video-Mitschnitt nicht möglich.

Stenografische Protokolle

Die Protokolle der Plenar-Sitzungen sind nicht in einfacher Sprache.

Wie die Stenos arbeiten

Die Stenos der Parlamentsdirektion sitzen links oder rechts von den Abgeordneten, die eine Rede halten. Sie schreiben die Reden nur in Stichwörtern mit, denn es gibt auch eine Audio-Aufzeichnung.

Die Aufgabe der Stenos ist, alles andere im Plenarsaal zu hören, zu sehen und aufzuschreiben. Dazu gehören Zwischenrufe, Beifall, Lachen, Tafeln oder auch das Überreichen von Gegenständen. Die Stenos arbeiten immer nur 10 Minuten im Plenarsaal, dann werden sie im Team abgelöst.

KI erleichtert die Arbeit

In der Zwischenzeit haben im Büro die Eingabekräfte die Audio-Aufnahmen der Reden verschriftlicht. Seit diesem Jahr kommt für diese Arbeit eine künstliche Intelligenz zum Einsatz. Dieses Speech-to-Text-System wandelt gesprochene Sprache in geschriebenen Text um. Das beschleunigt die Arbeit. Parlaments-Stenograf und Projekt-Koordinator Dario Summer sagt: "Die KI macht unsere Prozesse schneller, weil die Tipp-Arbeit wegfällt. Sie kann wesentlich schneller transkribieren als ein Mensch tippen kann."

Die Stenografinnen und Stenografen kontrollieren danach das Transkript der Eingabekräfte. Sie ergänzen es auch um ihre Mitschriften aus dem Plenarsaal. Das Protokoll ist mit der Hilfe des KI-Programms schneller fertig. Wenn es angefordert wird, kann es während einer Sitzung schneller in den Plenarsaal geliefert werden.

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Wie die künstliche Intelligenz arbeitet

  • Das Speech-to-Text-System kann in wenigen Minuten eine erste Version der Rede erstellen.
  • Die Eingabekräfte kontrollieren sie dann. Gleichzeitig formatieren sie den Text.
  • Dann können die Stenos ihn fertigstellen. Sie fügen ihre Mitschrift aus dem Saal ein. Dabei verbessern sie mögliche Versprecher, die das KI-System 1 zu 1 wiedergegeben hat. Sie machen außerdem eine Übersetzung von mündlicher in schriftliche Sprache. Das ist notwendig, weil man das Gesagte zwar beim Hören, aber manchmal nicht beim Lesen versteht. Auch der eine oder andere österreichische Dialekt stellt das System noch vor Herausforderungen.
  • Eine Endredaktion liest alle Reden noch einmal, bevor diese im Internet veröffentlicht werden.

KI-System im Haus entworfen

Die Stenografische Abteilung hat zusammen mit der IT-Abteilung der Parlamentsdirektion ein bestehendes Speech-to-Text-System an die eigenen Bedürfnisse angepasst und weiterentwickelt. Immer wieder sind externe Anbieter solcher Programme an die Parlamentsdirektion herangetreten. Man hat sich aber im Parlament entschlossen, ein bestehendes Programm im Haus selbst weiterzuentwickeln.

"Datensicherheit und Datenschutz waren wesentliche Gründe, das KI-Programm mit dem eigenen Redaktions-System und der Audio-Verwaltung zu vereinen", erklärt Parlaments-Stenografin und Co-Entwicklerin des Speech-to-Text-Systems, Julia Schöllauf. Sie hat sehr stark an der Entwicklung mitgearbeitet und sich dafür auch Kenntnisse im Programmieren angeeignet.

Ein anderer wichtiger Punkt war die optimale Anpassung an die Arbeitsabläufe. Denn nur so ist das System ein wirklicher Gewinn für die Arbeit.

Interesse bei anderen Institutionen

Die Abteilung Stenografische Protokolle bekommt regelmäßig Anfragen von anderen Institutionen und ist mit ihnen im regen Austausch. "Denn ein KI-System in der öffentlichen Verwaltung muss viele Anforderungen erfüllen", betont Projekt-Koordinator Dario Summer. "Die Systeme müssen sicher sein. Es muss der Datenschutz geklärt sein, und jedes Gesetz muss eingehalten werden. Daher sind andere Institutionen interessiert, wenn es bereits rechtliche Vorarbeiten gibt."

Das KI-System der Parlamentsdirektion lässt sich aber nicht 1 zu 1 in andere Redaktions-Systeme übertragen.

Zur Zeit werden nur Plenar-Sitzungen mit der Hilfe des KI-Systems in schriftliche Protokolle übertragen. In Zukunft sollen auch Veranstaltungen dazukommen.

Audio-Artikel "Nachrichten in einfacher Sprache"

Jetzt kommt man noch leichter zu Informationen über Parlament und Demokratie. Denn man kann sich die Nachrichten in einfacher Sprache auch anhören.

Seit November 2025 bietet das Parlament alle Nachrichten in einfacher Sprache auch als Audio-Artikel. Man kann sich die Nachrichten also anhören. Man muss sie nicht mehr selbst lesen. Die Stimme ist von einer KI. Das ist die Abkürzung für Künstliche Intelligenz.

Es gibt jeden Tag neue Folgen. Man kann die Audio-Artikel auf diesen Kanälen hören: bei YouTube, Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music.

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