07/21/2026 | Press release | Distributed by Public on 07/21/2026 07:35
Wenn Wissenschaft auf Wirtschaft trifft, müssen nicht immer die üblichen Zutaten auf den Tisch. Das beweist das InnovationFestival 2026 am Campus Bielefeld - mit Workshops, Laborführungen und ungewöhnlichen Eissorten wie Tomate-Basilikum-Frischkäse anstatt Vanille. Zum zweiten Mal bringt das InnovationFestival am 15. und 16. September 2026 Unternehmen aus der Region und Forschende von Universität Bielefeld und HSBI zusammen.
Nach der Premiere mit rund 700 Teilnehmenden im vergangenen Jahr wächst das Format weiter. Das Veranstaltungsteam Franziska Beckmann und Ole Möhlenkamp sowie Geschäftsführer Pedro Campos Silva der BRIC GmbH laden für das Gespräch nicht in einen Konferenzraum ein, sondern in eine Eisdiele. Das hat seinen Grund.
Eine Eisdiele als Interviewort. Warum?
Franziska Beckmann: Weil es erstaunlich gut zum Thema passt. Auf dem InnovationFestival am 15. und 16. September wird es, neben einem thematisch vielfältigen Programm, eine Eis-Station mit Sorten geben, die erstmal niemand intuitiv bestellt: Dill-Heidelbeere oder Tomate-Basilikum-Frischkäse. Das klingt zunächst schräg, sollte man aber unbedingt probieren.
Ole Möhlenkamp: Das ist kein Zufall, sondern ein bewusst gewähltes Bild. Denn genau das passiert in der Forschung ständig. Materialwissenschaften und Biotechnologie. KI und Pflege. Mittelstand und Spitzenforschung. Was auf den ersten Blick nicht zusammenpasst, ergibt oft das beste Ergebnis. Dafür steht auch das Festival.
Was ist das InnovationFestival für jemanden, der noch nie davon gehört hat?
Pedro Campos Silva: Zwei Tage, an denen der Campus Bielefeld mit seinen über 2.500 Forschenden an Universität Bielefeld und HSBI für Unternehmen offensteht. Mit einem individuell zusammenstellbaren Programm aus Workshops, Pitches, Laborführungen und Vorträgen zu ganz verschiedenen Themen. Wer für das eigene Unternehmen individuelle Lösungen sucht, findet am Campus Bielefeld sicher einen Forschenden, der genau an dieser Herausforderung arbeitet. Das Beste: So einAngebot gibt es in dieser Form in OWL und in NRW kein zweites Mal.
Franziska Beckmann: Die Forschenden, die sich am Programm beteiligen, tun das übrigens nicht auf Anweisung. Sie suchen den Austausch, weil reale Problemstellungen aus der Wirtschaft ihre wissenschaftliche Arbeit voranbringen und die gesellschaftliche Relevanz ihrer Forschung unmittelbar sichtbar machen. Genau dieses gegenseitige Interesse ist die Grundlage für das, was über das InnovationFestival hinaus entstehen kann.
Wie kann man sich einen Tag auf dem InnovationFestival vorstellen?
Ole Möhlenkamp: Das lässt sich so pauschal gar nicht beantworten. Aus über 70 Programmpunkten stellt sich jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer seinen eigenen Tag zusammen. Ein mögliches Szenario: Nach der Eröffnung geht es ins VR-Labor der HSBI, wo man erlebt, wie virtuelle Realität bereits heute in der Produktion eingesetzt wird. Nach dem Mittagessen folgen die Start-Up Pitches, bei denen Gründungsteams ihre innovativen Ideen und Geschäftsmodelle vorstellen. Der Nachmittag gehört dann einem Workshop zum Energiesystem der Zukunft, ein Thema, das gerade viele Unternehmen beschäftigt. Das ist nur eine von unzähligen Möglichkeiten. Wer mit einem ganz anderen Schwerpunkt kommt, erlebt ein völlig anderes Festival. Was beide gemeinsam haben: Sie gehen mit neuen Kontakten, konkreten Impulsen und oft dem ersten Schritt zu einer echten Zusammenarbeit nach Hause.
Welche Themen stehen in diesem Jahr besonders im Fokus?
Franziska Beckmann: KI bleibt ein zentrales Thema, doch zunehmend rückt das Thema Materialforschung in den Fokus, insbesondere im Zusammenhang mit Zirkularität: Wie werden Materialien weitergedacht, wie lassen sich Kreisläufe schließen, Ressourcen schonen, Produktionsketten effizienter gestalten? Gerade der Druck durch neue Regulierungen beschäftigt viele Unternehmen. Nicht zuletzt deshalb widmet das InnovationFestival dem Thema Materialforschung und innovative Werkstoffe den diesjährigen Fokustag. Aber auch Gesundheit und Pflege spielen eine wichtige Rolle: KI-gestützte Lösungen und Robotik zur Entlastung von Pflegekräften sind Themen, bei denen Forschung und Praxis aktuell sehr eng zusammenarbeiten. Das zeigt sich auch im Programm.
Welche Möglichkeiten bietet das Festival für Unternehmen, die noch keinen konkreten Ansatzpunkt für eine Zusammenarbeit vor Augen haben?
Pedro Campos Silva: Ein konkretes Anliegen braucht es nicht. Das Festival richtet sich an Unternehmen jeder Größe und Branche, die den Campus und seine Expertise kennenlernen möchten. Was viele dabei überrascht: Die Forschung am Campus Bielefeld ist häufig sehr nah an dem, was Unternehmen aktuell beschäftigt. Es geht nicht um Grundlagenforschung, die in fünfzehn Jahren vielleicht relevant wird, sondern um Themen, die Unternehmen jetzt bewegen. Das ist oft der Moment, in dem aus einem ersten Besuch ein konkretes Gespräch wird. Eine frühzeitige Anmeldung lohnt sich übrigens - beliebte Formate wie Laborführungen oder Workshops sind erfahrungsgemäß schnell ausgebucht.
Was erwartet Unternehmen und Forschende im Vergleich zum Vorjahr?
Ole Möhlenkamp: Im vergangenen Jahr hat unser Fotograf pro Tag zwischen zehn und fünfzehn Kilometer auf dem Campus zurückgelegt. (lacht) In diesem Jahr bündeln wir mehr Programmpunkte auf der "X-hibition", unserer zentralen Ausstellungsfläche, die an beiden Tagen durchgehend mit Vorträgen und Führungen bespielt wird. Unser "Campus der kurzen Wege" bekommt damit wirklich kürzere Wege
Franziska Beckmann: Außerdem konnten wir den Bielefelder Tag der Materialforschung integrieren, eine etablierte Veranstaltungsreihe der HSBI, die thematisch perfekt zum Festival passt. Damit kommt zusätzliche Expertise und ein eigenes Publikum auf das InnovationFestival.
Pedro Campos Silva: Und wir eröffnen das Festival in diesem Jahr mit einer Podiumsdiskussion zum Thema "Neues Wirtschaftswunder" mit Stimmen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Keine Bühne, auf der Teilnehmende reden und der Saal nickt, sondern eine echte Auseinandersetzung. Die Fragen, die wir dort stellen, sind dieselben, die Unternehmen gerade beschäftigen: Wie kann aus industrieller Stärke neue Zukunftsfähigkeit entstehen? Und welche konkreten Ansatzpunkte der Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Unternehmen können hier einen entscheidenden Beitrag leisten?
Zum Abschluss: Wer sollte im September auf keinen Fall fehlen?
Ole Möhlenkamp: Wer wissen möchte, wie andere Unternehmen Innovationsthemen angehen und davon überzeugt ist, dass man gemeinsam weiter kommt als allein.
Pedro Campos Silva: Und wer denkt, dass Forschungskooperationen für das eigene Unternehmen nicht in Frage kommen, den laden wir besonders herzlich ein. Kurzum: Wer offen ist für ungewöhnliche Kombinationen, egal ob in der Forschung oder beim Eis.
Franziska Beckmann: Natürlich kann man auch Vanille nehmen. Aber dann ist es halt… wie immer.
Das InnovationFestival findet am 15. und 16. September 2026 am Campus Bielefeld statt. Der Eintritt ist kostenlos. Anmeldung bis zum 09. September unter www.innovationfestival.de.
© BRIC GmbH
Das InnovationFestival wird von der Bielefeld Research + Innovation Campus GmbH (BRIC) organisiert, einer gemeinsamen Initiative der Hochschule Bielefeld, der Universität Bielefeld, der Stadt Bielefeld und der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld.
Es ist Teil des von der Europäischen Union kofinanzierten Projekts "WIN4OWL - Wissenschaft interdisziplinär, Wirtschaft innovativ", das Unternehmen einen direkten Zugang zu Spitzenforschung ermöglicht und neue Innovationsprojekte in der Region fördert: Win4OWL zielt darauf ab, die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Wissenschaft durch neue Formate und klare Strukturen zu intensivieren. Es fördert interdisziplinäre Zusammenarbeit, Ideenaustausch und motiviert Unternehmen zu gemeinsamen, innovativen Transferprojekten.