03/04/2026 | News release | Distributed by Public on 03/04/2026 06:13
Studium
Mit der neuen KI-gestützten Plattform "IncluDocs BW" können Studierende mit Sehbeeinträchtigungen demnächst Vorlesungsunterlagen hochladen und in barrierefreie Dokumente umwandeln lassen.
Mit 2,4 Millionen Euro unterstützt das Land den Ausbau von ACCESS@KIT zum Dienstleistungszentrum für sehbeeinträchtigte Studierende in ganz Baden-Württemberg. Herzstück ist die neue durch Künstliche Intelligenz (KI) gestützte Plattform "IncluDocs BW" für Lehrmaterialien: Hier können Studierende mit Sehbeeinträchtigungen demnächst Skripte, Präsentationen oder andere Vorlesungsunterlagen hochladen und in barrierefreie Dokumente umwandeln lassen. Assistenzen haben die Möglichkeit einzugreifen, sollte die KI keine sinnvolle Lösung anbieten.
Wissenschaftsministerin Petra Olschowski sagte: "Wir wollen Chancengleichheit für alle Studierenden. Mit der Lehrplattform IncluDocs BW ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur gleichberechtigten Teilhabe von Studierenden mit Sehbeeinträchtigung erreicht. Das Karlsruher Zentrum wird zum landesweiten Anlaufpunkt und Pionier inklusiver Bildung in Baden-Württemberg."
Das Hosting der IncluDocs BW-Plattform wird vom Scientific Computing Center (SCC) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) übernommen. Somit ist sichergestellt, dass sehbeeinträchtigte Studierenden aus ganz Baden-Württemberg den Service nutzen können. Alle hochgeladenen Materialien werden auf der Plattform IncluDocs BW unter Einhaltung der rechtlichen Vorgaben aufbereitet.
Das Wissenschaftsministerium hat in dieser Legislatur mit dem ACCESS@KIT und dem Annelie-Wellensiek-Zentrum an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg zwei inklusive Einrichtungen gestärkt und ausgebaut. Am Annelie-Wellensiek-Zentrum haben "Bildungsfachkräfte" - das sind Menschen mit Lerneinschränkungen und dreijähriger Qualifizierung - unbefristete Arbeitsplätze erhalten. Diese Bildungsfachkräfte bringen sich vor allem in die Lehrkräftebildung ein und haben mit den Themen Inklusion und Exklusion bereits mehr als 8.000 Studierende im Land erreicht.
Das ehemalige Studienzentrum für Sehgeschädigte ist 1987 mit dem Modellversuch "Informatik für Blinde" am heutigen Karlsruher Institut für Technologie gestartet. 2022 erfolgte die Umbenennung in "ACCESS@KIT - Zentrum für digitale Barrierefreiheit und Assistive Technologien".
Durch die unterstützende Arbeit des ACCESS@KIT können seit 1987 Studierende mit Blindheit und Sehbehinderung selbstbestimmt und inklusiv am KIT studieren.
Gemeinsam mit dem Lehrstuhl "Informatik-Systeme für sehgeschädigte Studierende" erforscht das ACCESS@KIT neue assistive Technologien und Zugänge zu MINT-Studiengängen.
Seit 2020 ist das ACCESS@KIT auch Teil des Reallabors "Digitale Barrierefreiheit und Assistive Technologien", das im Zuge des Zukunftskonzepts des KIT gefördert wird.
Das Wissenschaftsministerium unterstützt den weiteren Ausbau von ACCESS@KIT mit 2,4 Millionen Euro über drei Jahre.