Freistaat Bayern

09/04/2026 | Press release | Distributed by Public on 09/04/2026 02:18

Justiz treibt die Digitaloffensive weiter voran / 20.952 Videoverhandlungen im Jahr 2025 / Bayerns Justizminister Eisenreich: „Mich freut die große Bereitschaft in der[...]

Immer mehr Gerichtsverfahren in Bayern werden digital verhandelt. Bayerns Justizminister Georg Eisenreich: "Die Videoverhandlung gehört inzwischen zum Gerichtsalltag. Allein im vergangenen Jahr gab es im Freistaat 20.952 Videoverhandlungen und -anhörungen. In diesem Jahr waren es bis Ende Juni bereits 11.963. Mich freut die große Bereitschaft in der bayerischen Justiz, sich auf die neuen digitalen Möglichkeiten einzulassen."

Die Videoverhandlung bietet allen Prozessbeteiligten große Vorteile: Lange Anfahrten oder Wartezeiten vor Ort bleiben erspart und die Verfahren können häufig schneller abgeschlossen werden. Ob sich ein Verfahren für eine Videoverhandlung eignet, entscheidet die jeweilige Richterin oder der jeweilige Richter.

Bayernweiter Spitzenreiter unter den Gerichten ist das Landgericht München I. Dort verhandelten im Jahr 2025 die Richterinnen und Richter 2.176 Verfahren auf digitalem Weg. Im Bezirk des Oberlandesgerichts Bamberg ist das Landgericht Bayreuth mit 781 Videoverhandlungen und -anhörungen führend. Im Bezirk des Oberlandesgerichts Nürnberg hat das Landgericht Nürnberg-Fürth die meisten Fälle digital verhandelt (818 Verfahren). Bei den Amtsgerichten führt aufgrund der dortigen Fluggastrechteverfahren das Amtsgericht Erding mit 1.219 Videoverhandlungen und -anhörungen. Seit April 2026 ist das Amtsgericht Erding zudem eines von 18 Pilotgerichten bundesweit, an denen ein neues Online-Klageverfahren für Fluggastrechtefälle getestet wird.

Zum Ausbau der Videoverhandlungen und -anhörungen in den Gerichten setzt die bayerische Justiz auf ein Zwei-Säulen-Konzept: Zum einen wurden alle Gerichte des Freistaates mit mobilen Videokonferenzanlagen ausgestattet. Daneben setzt die bayerische Justiz auch eine Videokonferenz-Software ein. Eisenreich: "Unser Ziel war es, die Gerichte flächendeckend mit mobilen Videokonferenzanlagen auszustatten. Wir haben unser Ziel erreicht: Bereits seit Juli 2021 haben alle 99 bayerischen Gerichte Zugang zu mindestens einer Anlage. Insgesamt wurden hierfür 197 Videokonferenzanlagen für die Gerichte und 22 für die Staatsanwaltschaften beschafft. Vier weitere Anlagen sollen bis Ende September 2026 dazukommen. Zum Ausbau der Videoverhandlungen setzt die Justiz neben der Ausstattung der Gerichte mit Videokonferenzanlagen auch auf ein Videokonferenz-Tool."

Pressemitteilung auf der Seite des Herausgebers

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