04/27/2026 | Press release | Distributed by Public on 04/27/2026 03:08
Laut aktuellen Daten von Eurostat (Digital Skills Indicator 2.0) ist der Anteil der Bevölkerung mit digitalen Basiskompetenzen in Österreich auf rund 70 Prozent gestiegen. Damit liegt Österreich deutlich über dem EU-Durchschnitt von rund 60 Prozent und rückt in die Spitzengruppe der Mitgliedstaaten vor. Der Aufstieg zeigt, dass die gebündelten Maßnahmen der Digitalen Kompetenzoffensive (DKO) wirken.
Im 2-Jahresvergleich zeigt sich eine klare positive Dynamik: Seit 2023 konnte der Anteil der Bevölkerung mit zumindest grundlegenden digitalen Kompetenzen um rund 5 Prozentpunkte gesteigert werden. Parallel dazu verbessert sich auch die Position im EU-Vergleich: 2021 lag Österreich noch auf Platz 9, 2023 auf Platz 8 und erreicht nun Platz 7.
Bis 2030 sollen laut Digitaler Dekade der EU 80 Prozent der Bevölkerung über zumindest grundlegende digitale Kompetenzen verfügen. Österreich leistet dazu in einer gemeinsamen Kraftanstrengung von Bund, Ländern und Gemeinden, Sozialpartnern, Bildungsträgern, Zivilgesellschaft und Unternehmen einen starken Beitrag: Unter dem Dach der DKO werden Maßnahmen gebündelt und über gemeinsame Programme und Qualitätsstandards weiter ausgebaut. Bürgerinnen und Bürger können auf dieser Basis digitale Angebote sicher und selbstbestimmt nutzen, Unternehmen können auf bessere digitale Qualifikationen am Arbeitsmarkt zurückgreifen.
Neben der weiteren Stärkung von Basiskompetenzen - etwa über das Workshopprogramm "Digital Überall" der DKO - steht die gezielte Stärkung fortgeschrittener Fähigkeiten am Programm. Gerade für Arbeitswelt und wirtschaftliche Transformation ist der Ausbau dieser Kompetenzen entscheidend - von der sicheren Anwendung digitaler Werkzeuge bis hin zu Daten- und KI-bezogenen Fähigkeiten. Der Anteil der Personen mit "mehr als grundlegenden" digitalen Kompetenzen liegt in Österreich aktuell bei 34,3 Prozent - im EU-Durchschnitt waren dies zuletzt 27 Prozent (2023).
Die erfolgreiche Bündelung aller Kräfte steht auch beim neuen Schwerpunkt zu KI-Kompetenzen am Programm. Erhebungen der Statistik Austria zeigen: KI (künstliche Intelligenz) wird zwar zunehmend genutzt, aber Wissen und Orientierung sind in der Breite noch deutlich begrenzt.
Der neue Aktionsplan KI-Kompetenzen der DKO wird derzeit gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern finalisiert. Er schafft einen gemeinsamen Handlungs- und Orientierungsrahmen zur Stärkung von KI-Kompetenzen - für Bürgerinnen und Bürger, Schulen und Weiterbildung, Betriebe sowie die Verwaltungspraxis. Ein KI-Basiscurriculum bildet dabei die Grundlage für Lernpfade und zielgerichteten Kompetenzaufbau. Initiativen wie "She goes AI" stärken Chancengerechtigkeit für Frauen und den Talentepool - und tragen auch zu vertrauenswürdiger KI ohne "Gender Bias" bei.
Pröll verweist auch auf gesamtwirtschaftliche Effekte. So zeigen Studien1, dass volle digitale Wettbewerbsfähigkeit zu einem zusätzlichen BIP von bis zu 17,4 Milliarden Euro pro Jahr führen kann. Österreich könnte durch den Einsatz von KI rund 18 Prozent zusätzliches Wachstum über 10 Jahre erzielen.
Die Bedeutung moderner digitaler Infrastruktur unterstreicht Roberto Viola, Generaldirektor der Europäischen Kommission: "Österreich ist ein Beispiel für den Fortschritt in Europa - mit nahezu vollständiger 5G-Abdeckung, dem zunehmenden Einsatz von KI und einer starken Leistung bei digitalen öffentlichen Dienstleistungen."
Der Ausbau digitaler Kompetenzen und von KI-Kompetenzen wird in Österreich über die Programme der Digitalen Kompetenzoffensive weiter forciert - mit niederschwelligen Angeboten, regionaler Verankerung und starken Partnerinnen und Partnern aus Bildung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.
| Land | 2021 | 2023 | 2025 | Rang 2025 |
| Niederlande | 78,94 % | 82,70 % | 83,61 % | 1 |
| Irland | 70,49 % | 72,91 % | 82,82 % | 2 |
| Dänemark | 68,65 % | 69,62 % | 81,45 % | 3 |
| Finnland | 79,18 % | 81,99 % | 80,98 % | 4 |
| Tschechien | 59,69 % | 69,11 % | 70,45 % | 5 |
| Schweden | 66,60 % | 66,44 % | 69,99 % | 6 |
| Österreich | 63,33 % | 64,68 % | 69,77 % | 7 |
| Spanien | 64,16 % | 66,18 % | 66,50 % | 8 |
| Frankreich | 61,96 % | 59,67 % | 65,74 % | 9 |
| Kroatien | 63,37 % | 58,95 % | 63,38 % | 10 |
| Estland | 56,37 % | 62,61 % | 62,52 % | 11 |
| Luxemburg | 63,79 % | 60,14 % | 62,40 % | 12 |
| Belgien | 54,23 % | 59,39 % | 61,22 % | 13 |
| Malta | 61,23 % | 63,02 % | 60,84 % | 14 |
| Deutschland | 48,92 % | 52,22 % | 59,55 % | 15 |
| Portugal | 55,31 % | 55,97 % | 59,15 % | 16 |
| Ungarn | 49,09 % | 58,89 % | 57,33 % | 17 |
| Zypern | 50,21 % | 49,46 % | 55,75 % | 18 |
| Italien | 45,60 % | 45,75 % | 54,27 % | 19 |
| Litauen | 48,84 % | 52,91 % | 53,80 % | 20 |
| Slowakei | 55,18 % | 51,31 % | 53,56 % | 21 |
| Griechenland | 52,48 % | 52,40 % | 50,96 % | 22 |
| Polen | 42,93 % | 44,30 % | 50,42 % | 23 |
| Lettland | 50,80 % | 45,34 % | 48,43 % | 24 |
| Slowenien | 49,67 % | 46,70 % | 46,50 % | 25 |
| Bulgarien | 31,18 % | 35,52 % | 38,26 % | 26 |
| Rumänien | 27,82 % | 27,73 % | 31,84 % | 27 |
Quelle1: EcoAustria (2023), Ökonomische Effekte der Digitalisierung in Österreich (Catching-up-Szenario: bis zu 17,4 Mrd. Euro p.a., Preise 2022); Economica (2024), Künstliche Intelligenz und Produktivität - Auswirkungen in Österreich (Potenzial: bis zu +18% Wertschöpfung ggü. 2021 bzw. +70,9 Mrd. Euro bei produktiver Nutzung von 2,24 Mrd. Arbeitsstunden).