09/16/2026 | Press release | Distributed by Public on 09/16/2026 04:15
Das Leben junger Menschen ist digital. Sie verbringen viel Zeit auf unterschiedlichen Plattformen, tauschen sich aus und nutzen das Netz als Informationsquelle. Auch wenn der digitale Raum vermeintlich Gemeinschaft schafft, sind dort genauso wie in der analogen Welt Einsamkeit oder Ängste zu spüren. Damit Jugendliche damit nicht alleine sind, wurde vor fünf Jahren das Projekt "Digital Streetwork Bayern" ins Leben gerufen.
Bayerns Jugendministerin Ulrike Scharf zieht Bilanz: "Digital Streetwork ist im Jahr 2026 unverzichtbar. Wir helfen jungen Menschen mit unseren 14 Digital Streetworkerinnen und Streetworkern dort, wo sie sich aufhalten: bei Instagram, Snapchat, Telegram und Co. Im Gegensatz zu KI-Companions setzen sich hier Menschen mit Herzblut für unsere Jugend ein: Sie helfen Jugendlichen bei emotionalen Krisen, Einsamkeit oder Zukunftsängsten. Sie vermitteln auch direkt an Beratungsstellen und zeigen Hilfsangebote auf - und das alles unkompliziert, schnell und ohne Erwartungen. Seit Projektbeginn haben unsere digitalen Streetworker mehr als 30.000 jungen Menschen geholfen. Für mich hat es Priorität, unsere Jugend offline wie online zu stärken."
Jährlich wird "Digital Streetwork" mit rund 1,7 Millionen Euro gefördert. 14 Streetworkerinnen und Streetworker arbeiten hauptamtlich für das Projekt und decken alle Regierungsbezirke ab. Junge Menschen können sich zu allen Lebensbereichen anonym mit den "Digitalen Streetworkern" austauschen. Das Angebot wird gut angenommen: Seit 2021 haben 14.700 Beratungsgespräche stattgefunden. In mehr als 720 Fällen haben die Streetworkerinnen und Streetworker junge Menschen als Vertrauensperson begleitet und an spezialisierte Fachstellen vermittelt. Der Bayerische Jugendring koordiniert das Projekt unter fachlicher Begleitung des JFF - Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis.
Philipp Seitz, BJR-Präsident, blickt mit Stolz auf die Entwicklungen der Digital Streetwork Bayern und betont: "Fünf Jahre Digital Streetwork zeigen, dass digitale Jugendarbeit weit mehr ist als ein zusätzlicher Kommunikationskanal. Mit einem niedrigschwelligen Zugang ermöglicht sie professionelle Beziehungsarbeit im digitalen Raum und ergänzt bestehende Hilfestrukturen dort, wo klassische Beratungsangebote nicht immer greifen. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, dass digitale Jugendarbeit heute ein selbstverständlicher Teil moderner Unterstützungsstrukturen sein muss. Sie sind zudem ein Auftrag, diese Zugänge dauerhaft zu sichern und die Qualität digitaler Jugendarbeit konsequent weiterzuentwickeln."
In diesem Zusammenhang greift Ministerin Scharf die Diskussion um eine Regulierung von Social-Media-Plattformen und KI-Chatbots für Jugendliche auf: "Junge Menschen brauchen sichere, altersgerechte Angebote im Netz. Für mich hat es Priorität, die Betreiber der Plattformen konsequent in die Pflicht zu nehmen. Genauso entscheidend ist es, unsere Kinder und Jugendliche medienstark zu machen. Für Kinderschutz und echte digitale Teilhabe müssen wir ein Gesamtpaket schnüren - aus technischen Schutzmaßnahmen, Medienkompetenz, Elternarbeit und Prävention."
"Digital Streetwork Bayern" ist Teil des Bayerischen Aktionsplans Jugend, der öffentliche Plattformen für die Anliegen junger Menschen schafft, den Dialog mit der Jugend intensiviert, die Demokratiebildung stärkt und Jugendthemen vor Ort entwickelt. So finden und fanden etwa Bayerische Jugendpolitiktage, Zukunftsdialoge und das jährliche Fest der Demokratie statt.