The Office of the Federal President of Germany

05/12/2026 | Press release | Distributed by Public on 05/12/2026 11:25

Bundespräsident Steinmeier kondoliert zum Tod von Albrecht Weinberg

Bundespräsident Steinmeier kondoliert zum Tod von Albrecht Weinberg

Schwerpunktthema: Pressemitteilung

12. Mai 2026 12. Mai 2026

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zum Tod von Albrecht Weinberg kondoliert. Der Bundespräsident schreibt:

Als Überlebender der Shoah hat sich Albrecht Weinberg unermüdlich für Freiheit und Demokratie eingesetzt und unserem Land Versöhnung geschenkt. Dafür ist ihm unser Land zutiefst dankbar.

Nie werde ich unseren gemeinsamen, zutiefst bewegenden Besuch in der Gedenkstätte Bergen-Belsen 2022 vergessen, wo er so gelitten hatte. Schon im Kindesalter begannen für Albrecht Weinberg Jahre eines schier unvorstellbaren Schreckens. Er musste seine ostfriesische Heimat verlassen und wurde mit seinen Geschwistern nach Auschwitz deportiert. Zwei Jahre lang durchlitt er das Grauen des Vernichtungslagers, bevor er auf Todesmärschen im Winter 1945 nach Mittelbau-Dora, dann in das KZ Neuengamme und schließlich völlig entkräftet in das KZ Bergen-Belsen gelangte. Nach dem Krieg verließ Albrecht Weinberg Deutschland und emigrierte nach New York. 1985 besuchte er zum ersten Mal seine ostfriesische Heimat und ließ sich 2012 in Leer nieder. Noch im vergangenen August durfte ich ihn dort in seiner Wohnung in Leer besuchen. Dieses Gespräch werde ich nie vergessen.

Die Lebensgeschichte Albrecht Weinbergs ist eine Mahnung für uns und die nachfolgenden Generationen. Sein unermüdlicher Einsatz in Schulen, wo er jungen Menschen von seinem Schicksal erzählte, war zutiefst beeindruckend. Im vergangenen Jahr entschied er sich, aus Sorge über die aktuellen politischen Entwicklungen in unserem Land das Bundesverdienstkreuz zurückzugeben. Seine Entscheidung war schmerzhaft, doch er gab uns allen die Aufgabe mit auf den Weg, uns mit aller Kraft für unsere Demokratie einzusetzen.

Das Leben und Wirken Albrecht Weinbergs bleiben uns Verpflichtung, gerade in einer Zeit, in der die Demokratie unter Druck steht und der Antisemitismus auch in unserem Land weiter zunimmt. Es bleibt unsere Verantwortung, für die jüdische Gemeinschaft in unserem Land einzustehen und die Demokratie zu bewahren.

Albrecht Weinberg wird unserem Land fehlen. Wir werden ihn nicht vergessen.

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