Rheinkreis Neuss

08/31/2026 | Press release | Distributed by Public on 08/31/2026 02:53

2.Wieland entwickelte Bodypainting-Studio mit Gründungs.Impuls der Wirtschaftsförderung (31.08.2026)

Wie aus einer kreativen Idee ein tragfähiges Geschäftsmodell und schließlich ein eigenes Unternehmen werden kann, zeigt das Beispiel der Rommerskirchenerin Lisa Wieland in Grevenbroich. Die Gründerin nahm zunächst teil am Seminar "Validierung" der Gründungs.Impuls.Akademie der Wirtschaftsförderung impuls.RheinKreisNeuss in Zusammenarbeit mit der tzg Technologiezentrum Glehn GmbH. Im Mittelpunkt stand die Frage: Gibt es eigentlich für ihr Konzept eines Bodypainting-Studios einen Markt - und sind Menschen bereit, dafür Geld auszugeben? Inzwischen ist die Gründung erfolgt: Lisa Wieland ist jetzt selbstständig.

Die Idee verbindet kreative Arbeit mit Coaching und Persönlichkeitsentwicklung. Als Creative Coach möchte Lisa Wieland einen Raum schaffen, in dem Menschen Selbstwirksamkeit, Körperakzeptanz und Empowerment erfahren können. Im Mittelpunkt stehen etwa Menschen in persönlichen Transformationsphasen oder mit Ausgrenzungserfahrungen. Gleichzeitig soll das Angebot auch Menschen ansprechen, die Lust auf ein außergewöhnliches Erlebnis haben.

Ganz bei null startete die Gründerin nicht. Bereits vor Beginn mit Gründungs.Impuls hatte sie Veranstaltungsformate und Workshops mit bis zu 40 Teilnehmern durchgeführt und damit umfangreiche Erfahrungen in der Anleitung kreativer Prozesse gesammelt. Hinzu kamen die Konzeption und Organisation eigener Veranstaltungen, unter anderem einer Reihe für feministische Malworkshops. Auch erste institutionelle Kooperationspartner zeigten Interesse; unter anderem bestand eine vertragliche Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz.

Im Seminar "Validierung" ging Lisa Wieland gezielt den entscheidenden Fragen ihres Geschäftsmodells nach. Besonders wichtig war die Überprüfung der Marktnachfrage und der Zahlungsbereitschaft. Dafür führte sie Interviews mit 13 Personen und konfrontierte ihre ursprünglichen Annahmen mit den Rückmeldungen potenzieller Kundinnen und Kunden.

"Die Gespräche haben mir gezeigt, dass die Motivation für ein solches Angebot teilweise ganz anders ist, als ich zunächst angenommen hatte", berichtet Wieland. "Neben persönlichen Entwicklungs- und Empowerment-Aspekten spielen vor allem Spaß, Neuheit und die Lust am Ausprobieren eine große Rolle. Besonders spannend fand ich, dass Paare großes Interesse gezeigt haben. Dadurch hat sich für mich auch die Perspektive auf meine Zielgruppe erweitert."

Die Validierung führte damit nicht nur zu mehr Sicherheit, sondern auch zu einer Weiterentwicklung des Geschäftsmodells. Der potenzielle Markt könnte größer sein als ursprünglich angenommen, weil das Angebot nicht ausschließlich Menschen aus den zunächst definierten Zielgruppen anspricht. Parallel zur Markterprobung arbeitete Wieland ihren Businessplan weiter aus und bereitete gemeinsam mit der Agentur für Arbeit die Finanzierung ihrer Gründung vor.

Inzwischen sind auch die formalen Schritte abgeschlossen. Zum 1. Mai erfolgte die Gründung des "Soul Skin Bodypainting"-Studios, der Gründungszuschuss wurde auf Grundlage des Businessplans und einer externen fachkundigen Stellungnahme bewilligt. Auch der Marktauftritt nimmt Gestalt an: Erste Faltblätter wurden entwickelt, und eine eigene Website wurde aufgebaut. Zusätzlich baute Wieland eine Kooperation mit einer Fotografin auf, sandte Kooperationsanfragen an große Hotels in Düsseldorf und Köln und steht mit den Verantwortlichen aktuell im Austausch. Auch die Vernetzung in der Community ist Teil des Aufbaus von "Soul Skin Bodypainting". Wieland unterstützt queere Organisationen und Veranstaltungen und engagierte sich unter anderem für den "Pride Day" in Grevenbroich im September. Beim Christopher Street Day in Köln sorgte sie mit eigens gestalteten Aufklebern von "Soul Skin Bodypainting" für Sichtbarkeit. Zudem verband sie eine Aktion mit sozialem Engagement: drei Prozent des Preises wurden an das Queere Netzwerk NRW gespendet.

Für die Wirtschaftsförderung impuls.RheinKreisNeuss zeigt das Beispiel besonders deutlich, welchen Zweck die Gründungs.Impuls.Akademie erfüllen soll: nicht allein Wissen zu vermitteln, sondern Gründerinnen und Gründer dabei zu unterstützen, ihre Annahmen zu überprüfen, Entscheidungen auf Basis von Erkenntnissen zu treffen und konkrete nächste Schritte umzusetzen.

"Lisa Wieland hatte bereits Erfahrung und eine konkrete Idee. Die entscheidende Frage war aber, ob daraus auch ein tragfähiges Geschäftsmodell entstehen kann", sagt Christian Schieren, Leiter des Startercenter NRW Rhein-Kreis Neuss. "Genau hier setzt das Seminar 'Validierung' an. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen nicht einfach davon überzeugt werden, dass ihre Idee gut ist. Sie sollen herausfinden, was am Markt tatsächlich funktioniert - und ihr Konzept auf dieser Grundlage weiterentwickeln."

Mit Gründungs.Impuls hat die Wirtschaftsförderung gemeinsam mit der tzg Technologiezentrum Glehn GmbH ein Qualifizierungsangebot gestartet, das Menschen in unterschiedlichen Phasen ihrer Gründungsreise begleitet. Es verbindet Experteninputs mit praktischer Arbeit am eigenen Vorhaben. Ziel ist es, Gründungsvorhaben systematisch zu qualifizieren und die Chancen auf nachhaltigen unternehmerischen Erfolg zu erhöhen. Ausgehend von den Erkenntnissen aus der Pilotphase wird es aktuell weiterentwickelt und 2027 neu aufgesetzt wieder angeboten. Für Lisa Wieland geht die Entwicklung nun in die nächste Phase: Aus der validierten Idee soll ein dauerhaft tragfähiges Angebot werden. "Für mich war es wichtig, nicht nur meiner eigenen Idee zu vertrauen, sondern sie wirklich am Markt zu testen. Dadurch habe ich viel Klarheit gewonnen und gleichzeitig neue Möglichkeiten entdeckt", sagt sie. Weitere Informationen über die Gründungs.Impuls.Akademie stehen im Internet: tzg.online/akademie/gruendungs-impuls.

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