03/05/2026 | Press release | Distributed by Public on 03/06/2026 05:54
Aus den Schlussfolgerungen eines vom Ministerkomitee verabschiedeten Themenberichtsunterstreichen, dass die Geschichte und die Kultur der Roma in den Lehrplänen vieler Mitgliedsstaaten des Europarates nach wie vor weitgehend fehlen oder unzureichend vertreten sind.
Wenn das Thema angesprochen wird, wird es oft fragmentiert oder durch Erzählungen präsentiert, die auf Viktimisierung und Stereotypen beruhen, anstatt den Beitrag der Roma zur europäischen Geschichte und Kultur widerzuspiegeln. Diese Lücke führt dazu, dass Vorurteile andauern, und untergräbt die Bemühungen, das interkulturelle Verständnis der Schülerinnen und Schüler zu fördern.
Roma-Geschichte und -Kultur sollten in den Lehrplänen enthalten sein
Eine Schlussfolgerung des Berichts lautet, dass der Europarat zwar solide Normen entwickelt hat, die Multiperspektivität, Menschenrechtserziehung und interkulturellen Dialog fördern, dass deren Umsetzung jedoch auf nationaler Ebene nach wie vor uneinheitlich ist. Auch wenn es vielversprechende Initiativen gibt, hängen diese noch stark vom Engagement von Lehrkräften, Schulen oder zivilgesellschaftlichen Organisationen ab und sind nicht Teil eines systemischen Bildungsansatzes.
Eine der größten Schwierigkeiten ist dem Bericht zufolge der Mangel an strukturierter Ausbildung der Lehrkräfte über Geschichte und Kultur der Roma. Ohne angemessene Vorbereitung fällt es den Lehrkräften oft schwer, die Themen Stereotype und Antiziganismus im Unterricht richtig zu behandeln. Der Bericht hebt auch die begrenzte Beteiligung von Eltern, einschließlich Roma-Familien, an der Unterstützung des Unterrichts über Roma-Geschichte hervor. Mangelndes Selbstvertrauen und begrenzte Sensibilisierungsstrategien führen oftmals zu einer geringen Teilnahme an Wahlfächern in Bezug auf Roma-Sprache, -Kultur oder-Geschichte.
Die Segregation im Bildungswesen gibt weiterhin Anlass zur Sorge. Die Bemühungen, die Geschichte der Roma zu lehren, sind zwar erheblich, doch wenn dieser Unterricht in segregierten Einrichtungen stattfindet, besteht die Gefahr, dass die gewünschte Wirkung verfehlt wird. Inklusive und integrierte Lernumgebungen sind unerlässlich, um Gleichstellung, gegenseitigen Respekt und sozialen Zusammenhalt zu fördern. (weiter)