11/04/2026 | Press release | Distributed by Public on 11/04/2026 09:35
Mit dem neuen 5G/6G-Testbed von Silicon Austria Labs (SAL) in der LIT Factory am Campus der Johannes Kepler Universität Linz setzt Oberösterreich einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zum europäischen Leitstandort für Industrial AI und intelligente Produktion. Denn Künstliche Intelligenz benötigt vor allem eines: Daten. Damit Maschinen, Sensoren, Roboter und KI-Systeme ihr volles Potenzial entfalten können, müssen enorme Datenmengen in Echtzeit sicher, zuverlässig und nahezu verzögerungsfrei übertragen werden. Moderne Mobilfunktechnologien wie 5G und künftig 6G bilden daher das technologische Rückgrat der intelligenten Fabrik von morgen und schaffen die Grundlage für autonome Systeme, digitale Zwillinge und datengetriebene Wertschöpfung.
v.l.n.r.: JKU-Rektor Stefan Koch, Landesrat Markus Achleitner, Landeshauptmann Thomas Stelzer, Innovationsminister Peter Hanke, SAL-CFO Isabel Tausendschön, UAR-Geschäftsführer Wilfried Enzenhofer. Foto: Peter Mayr / Land OberösterreichMit dem SAL 5G/6G-Testbed erhalten Unternehmen jeder Größe Zugang zu einer einzigartigen Test- und Entwicklungsinfrastruktur, in der Zukunftstechnologien unter realen Industriebedingungen gemeinsam mit den Expert:innen von SAL entwickelt, erprobt und bis zur Anwendung weitergeführt werden können. Umfangreiche Fördermöglichkeiten und Co-Finanzierungsmodelle erleichtern dabei den Zugang zu modernster Technologie und beschleunigen den Transfer von Innovationen in die betriebliche Praxis.
Das Testbed stärkt damit nicht nur die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit von Industriebetrieben, sondern unterstützt im UAR Innovation Network auch die Umsetzung der KI- Exzellenzstrategie des Landes Oberösterreich. Es verbindet Spitzenforschung mit industrieller Anwendung und schafft ideale Voraussetzungen, um Forschungsergebnisse rasch in marktfähige Produkte, neue Geschäftsmodelle und hochwertige Arbeitsplätze zu überführen. Damit wird Oberösterreichs Rolle als europäischer Hotspot für Industrial AI, intelligente Produktion und digitale Zukunftstechnologien nachhaltig weiter ausgebaut.
Vorgestellt wurde das 5G/6G-Testbed von Silicon Austria Labs im Rahmen der ESBS Austria Conference 2026 an der Johannes Kepler Universität Linz. Die Konferenz bringt die österreichische Elektronik-, Halbleiter- und Software-Community zusammen und widmete sich heuer dem Schwerpunktthema "Physical AI" - der Integration von Künstlicher Intelligenz in Maschinen, Produktionsanlagen, Fahrzeuge und andere reale Systeme.
Elektronik- und softwarebasierte Systeme (ESBS) stecken heute in nahezu jedem Produkt und jeder Produktionsanlage. Sie sind die Grundlage für die großen Transformationen unserer Zeit, von der Digitalisierung der Industrie über die Energiewende bis zur Mobilität der Zukunft. Immer mehr dieser Systeme arbeiten mit Künstlicher Intelligenz und müssen miteinander kommunizieren. Dafür braucht es leistungsfähige Mobilfunktechnologien wie 5G und künftig 6G. Das SAL-Testbed zeigt, wie industriepolitische Ziele in der Praxis umgesetzt werden: Forschung, Industrie und Infrastruktur arbeiten hier an einem Ort zusammen, Ergebnisse fließen direkt in die Betriebe.
Robotik, autonome Logistik und KI in der Produktion funktionieren nur mit einer verlässlichen, schnellen und sicheren Vernetzung. Ohne sie bleiben auch die besten Anwendungen im Labor. 5G verbindet bereits heute Maschinen und Anlagen in der Produktion. Mit 6G wachsen Kommunikation, Sensorik und Künstliche Intelligenz zu einem gemeinsamen System zusammen. Welche Unternehmen und Standorte mit dieser Technologie den Markt prägen, entscheidet sich in den kommenden Jahren. Wer jetzt an der Entwicklung mitarbeitet, gestaltet auch die Standards mit, nach denen künftig weltweit produziert wird.
Silicon Austria Labs zählt zu einem der führenden Forschungszentren für elektronikbasierte Systeme in Europa, mit Standorten in Graz, Linz und Villach. Möglich wurde das durch eine starke Partnerschaft: Das Innovationsministerium ist als Mehrheitseigentümer der größte Investor in SAL und in die Forschungsinfrastruktur der Mikroelektronik in Österreich. Gemeinsam mit den Ländern Oberösterreich, Steiermark und Kärnten sowie dem Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie wurde eine Infrastruktur aufgebaut, die Forschung und Industrie direkt zusammenbringt. Das 5G/6G-Testbed in Linz ist ein Beispiel dafür, wie gut diese Zusammenarbeit funktioniert, und Oberösterreich ein Standort, der Hightech-Forschung konsequent unterstützt. Im Testbed laufen kommerzielle und offene Netzwerktechnologien parallel. So lässt sich unter realen Bedingungen prüfen, welche kostengünstigeren Lösungen auch für kleine und mittlere Unternehmen funktionieren. Gerade für den Mittelstand senkt das die Hürde, in neue Vernetzungstechnologien einzusteigen. Durch Industriepartner und Forschungsprojekte ist eine breit getragene Infrastruktur entstanden, die heute Unternehmen jeder Größe offensteht.
Chips, Künstliche Intelligenz und Kommunikationstechnologien entscheiden darüber, wo künftig Wertschöpfung entsteht und wie unabhängig Europa in strategischen Fragen bleibt. Wer diese Technologien nur zukauft, macht sich abhängig von Entscheidungen, die anderswo getroffen werden. Österreich verfügt über exzellente Forschungseinrichtungen, eine starke industrielle Basis und mit dem 5G/6G-Testbed nun auch über die Testinfrastruktur, um diese Stärken
zusammenzuführen