09/17/2026 | Press release | Distributed by Public on 09/17/2026 04:13
Meldungsdatum: 17.09.2026
Das Felix-Nussbaum-Haus im Museumsquartier Osnabrück ist mit einem bedeutenden Werk in der internationalen Ausstellung "Till havet!" ("Ans Meer!") im Nationalmuseum Stockholm vertreten: Felix Nussbaums "Erinnerung an Norderney" von 1929 wird dort gemeinsam mit rund 200 Werken internationaler Künstlerinnen und Künstler präsentiert. Die Ausstellung ist vom 24. September 2026 bis zum 7. Februar 2027 zu sehen und beleuchtet die Entwicklung des Küsten- und Badetourismus von den 1870er-Jahren bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts sowie die vielfältige Bedeutung des Strandes in der Kunst.
Für das Felix-Nussbaum-Haus ist die Präsentation in Stockholm eine besondere Gelegenheit, ein Werk des in Osnabrück geborenen Künstlers in einen internationalen kunsthistorischen Zusammenhang zu stellen. "Erinnerung an Norderney" führt zurück zu den regelmäßigen Aufenthalten Nussbaums mit seiner Familie auf der Nordseeinsel Norderney - und damit zu einer Kindheitserinnerung, die zunächst von Unbeschwertheit und Urlaub zu erzählen scheint.
Im Zentrum der wie eingefroren wirkenden Landschaft steht eine überdimensionierte Postkarte. Sie vermittelt das Bild eines heiteren Urlaubsortes, doch Nussbaum bricht diese Idylle bewusst: Ein Tierschädel liegt vor der Postkarte, die Landschaft wirkt unwirklich und der auf der Karte wiedergegebene Text spricht von einem "Gefühl von Trauer". Die scheinbar glückliche Erinnerung erhält dadurch eine zweite, beunruhigende Ebene. Kindheitserinnerung, Vergänglichkeit und ein Gefühl von Unsicherheit überlagern sich.
Damit fügt sich Nussbaums Werk unmittelbar in das Thema der Stockholmer Ausstellung ein. "Till havet!" erzählt die Geschichte des Strandes als Ort von Freizeit, gesellschaftlichem Wandel und künstlerischer Inspiration. Die Ausstellung zeigt, wie sich mit dem Aufkommen des Badetourismus im späten 19. Jahrhundert die Wahrnehmung der Küsten veränderte. Neue Badeorte und Eisenbahnverbindungen machten die Strände einem wachsenden Publikum zugänglich. Künstlerinnen und Künstler hielten das moderne Leben am Meer fest, während zugleich die unterschiedlichen Lebenswelten von Urlaubsgästen und Küstenbevölkerung sichtbar wurden. Im frühen 20. Jahrhundert kamen neue Vorstellungen von Gesundheit, Sport und Körper hinzu. Für die Surrealisten wurde der Strand schließlich zu einem Zwischenraum zwischen Realität und Traum.
Zu sehen sind Gemälde, Fotografien, Werbeplakate und historische Bademoden, darunter Werke von Claude Monet, Anders Zorn, Peder Severin Krøyer, Sigrid Hjertén, Georgia O'Keeffe und Robert Capa.
Herausragende Leihgaben stammen unter anderem aus dem Metropolitan Museum of Art in New York, dem Musée d'Orsay in Paris und der National Gallery in London.
Museumsquartier Osnabrück, Lotter Straße 2, 49078 Osnabrück, https://www.museumsquartier-osnabrueck.de, Öffnungszeiten: Di - Fr 11-18 Uhr, Sa/So 10-18 Uhr
Pressekontakt: Claudia Drecksträter, 0541/323-4581 [email protected]
Felix Nussbaum, Erinnerung an Norderney, 1929, Felix-Nussbaum-Haus im Museumsquartier Osnabrück, Leihgabe der Niedersächsischen Sparkassenstiftung