City of Berlin

02/20/2026 | Press release | Distributed by Public on 02/20/2026 04:12

Sperrfrist 14 Uhr: Senatorin Cansel Kiziltepe eröffnet Berlins 9. Frauen- und Kinderschutzhaus

Ein neues Frauen- und Kinderschutzhaus bietet ab sofort mit 26 Familienplätzen in 10 Wohnungen einen neuen Ort in Berlin, an dem von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder Schutz, Stabilität und professionelle Begleitung finden. Ziel ist es, die Frauen bei einem Neustart in ein gewaltfreies und selbstbestimmtes Leben zu unterstützen. Es ist Berlins 9. Frauenhaus. Die Adresse ist vertraulich. Der Träger der Einrichtung ist Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin.

Die Wohnungen sind barrierearm und bieten die Möglichkeit, Frauen gemeinsam mit mehreren Kindern, darunter auch Söhnen bis zur Volljährigkeit, unterzubringen. Damit wird eine wichtige Versorgungslücke im Land Berlin geschlossen. Neben der Unterbringung erhalten die Bewohnerinnen psychosoziale Beratung sowohl durch Sozialarbeiterinnen als auch durch eine angestellte Psychologin, die in Krisensituationen und bei therapeutischer Orientierung unterstützt. Zwei Erzieherinnen bieten pädagogische Unterstützung für Kinder. Zudem haben die Bewohnenden die Möglichkeit, an Gruppenangeboten teilzunehmen.

Mit dem neuen Haus gibt es stadtweit nun insgesamt 393 Familienplätze mit 859 Betten. Aktuell bereitet die Senatsverwaltung die Inbetriebnahme weiterer Häuser in diesem Jahr vor.

Cansel Kiziltepe, Senatorin für Gleichstellung: "Der Schutz von gewaltbetroffenen Frauen und ihren Kindern hat für den Berliner Senat höchste Priorität, ebenso der Ausbau des Berliner Hilfesystems. Deswegen freue ich mich sehr, dass wir heute ein neuntes Haus eröffnen und dazu noch eines, das nicht nur den Fokus auf Frauen legt, sondern besonders auch auf ihre Kinder. Denn Kinder machen in der Regel mehr als die Hälfte der Bewohnenden in den Häusern aus. Das neue Gewalthilfegesetz sichert ihnen ein eigenständiges Recht auf Schutz und Beratung. Mit dem neunten Frauenhaus rückt Berlin der vollständigen Umsetzung der Istanbul-Konvention einen Schritt näher. Wir schaffen zugleich einen weiteren Ort in Berlin, an dem Frauen und Kinder sicher leben können. Mein Ziel ist es, von gewaltbetroffenen Frauen in unserer Stadt bei einem Neustart in ein gewaltfreies und selbstbestimmtes Leben zu unterstützen."

Martin Hoyer, Geschäftsführer Paritätischer Wohlfahrtsverband Berlin: "Frauen und ihre Kinder, die vor Gewalt fliehen, brauchen zuallererst Sicherheit und Schutz. Das bietet das heute eröffnete neue Frauen- und Kinderschutzhaus. Mehr Plätze sind angesichts der erschreckend hohen und weiter zunehmenden Zahl von häuslicher Gewalt dringend nötig. Wichtig ist auch, dass Frauen und ihre Kinder hier psychologisch und pädagogisch unterstützt werden. Denn nur so können sie die erfahrene Bedrohung gut bewältigen. Der freie Träger, der das 9. Frauenhaus im Auftrag der Senatsverwaltung betreibt, verfügt über langjährige Erfahrung sowohl in der Kinder- und Jugendhilfe als auch in der Anti-Gewalt-Arbeit. Deshalb sind wir sicher, dass Frauen und Kinder hier bestmöglich betreut werden. Die heutige Eröffnung ist ein gutes Beispiel für den weiteren Ausbau: Das Land Berlin sichert die Rahmenbedingungen und Strukturen, und die Träger bringen ihre Konzepte und ihre Expertise ein. So sorgen wir gemeinsam für den Schutz von Frauen und Kindern."

Zum Hintergrund:
  • Mit der Eröffnung des 9. Frauen- und Kinderschutzhauses gibt es in Berlin nun 393 Familienplätze mit 859 Betten für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder.
  • Nach den Vorgaben der Istanbul Konvention muss Berlin insgesamt 390 Familienplätze vorhalten. Mit der Eröffnung des 9. Frauen- und Kinderhauses im Februar gibt es in der Stadt insgesamt 239 Istanbul Konvention konforme Familienplätze (651 Betten für Frauen und ihre Kinder) in Schutzeinrichtungen.
  • Aktuell bereitet die Senatsverwaltung die Inbetriebnahme weiterer Häuser in diesem Jahr vor.
  • Zusätzlich dazu stehen in Berlin nochmal 154 Familienplätze (298 Betten für Frauen und ihre Kinder) in sogenannten Zufluchtswohnungen zur Verfügung. Hier müssen betroffene Frauen derzeit die Miete selbst finanzieren oder eine Kostenübernahme vorlegen.
  • Für das Jahr 2026 stehen für den Bereich Gewaltschutz rund 37,5 Mio. Euro im Haushalt zur Verfügung und in 2027 43,1 Mio. Euro (inklusive Bundesmittel im Rahmen des Gewalthilfegesetz)
  • Zusätzlich hat die SenASGIVA vom Berliner Abgeordnetenhaus für die Schaffung und den Betrieb von neuen Schutzplätzen weitere 9 Mio Euro (2026) und 10,36 Mio Euro (2027) erhalten.
  • Ab dem Jahr 2027 wird das für Frauen und Gleichstellung zuständige Bundesministerium (BMBFSFJ) alle Bundesländer beim Ausbau des Gewalthilfegesetzes finanziell unterstützen.
  • In Berlin gibt es sieben Fachberatungsstellen bei häuslicher Gewalt.
  • Gewaltbetroffene Frauen, die einen Schutzplatz suchen, können sich rund um die Uhr direkt an die BIG Hotline (BIG e.V.) wenden. Der Hotline liegen die tagesaktuellen Kapazitäten aller Berliner Schutzeinrichtungen vor.
  • Weitere spezialisierte Beratungsangebote z.B. zu sexualisierter Gewalt, Genitalverstümmelung, Zwangsverheiratung, (Cyber-)Stalking
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